[Katzen-Geschichten] Kampf mit der Pille

Dies ist ein Tagebucheintrag vom 27.06.2008, den ich zufällig auf einem „alten“ USB-Stick fand. Ich dachte mir, weil ich selbst beim Lesen dieser Erinnerung flach auf dem Boden vor Lachen lag, dass die Geschichte euch vielleicht auch gut gefällt?! Lasst es mich wissen! 😉

Ich öffnete ganz langsam die Augen, Tommy kletterte auf mich drauf und fing sofort an mit mir zu kuscheln und zu schnurren. Ich liebe diese Morgende! Für mich beginnt der Tag immer am Schönsten, wenn ich eine viertel Stunde mit dem kleinen Wuschelkater knuddeln kann. Das ist einfach nur schön!
Vor dem Frühstück musste ich allerdings dem Kater die Pille (sein Antibiotika) verabreichen, weil er noch immer nicht gesund ist. Ich zog mir sicherheitshalber gleich einen langen Pullover an. Dann holte ich Leberwurst aus dem Kühlschrank, die ich extra nur für Tommy besorgt hatte, und machte ein kleines bissl davon ab, drückte die Tablette hinein und formte aus der Leberwurst ein Kügelchen. Tommy saß gespannt auf der Bank und beobachtete mich. Er schnurrte, schließlich gab es gleich was zu fressen. Als ich fertig war, hüpfte er von der Bank und schnupperte die Leberwurst an, die ich ihm hingelegt hatte. Er leckte ein wenig daran und ging weg. Na toll. Ich versuchte den Kater zurückzulocken, was auch funktionierte. Aber an die Leberwurst ging er nicht. Tommy ist wohl der einzige Kater, der Leberwurst nicht mag. Also versuchte ich es mit Nassfutter. Ich nahm einen kleinen Teller und machte ein bisschen davon drauf, drückte die Tablette etwas hinein und rief wieder meinen Kater. Tommy kam angestürmt und fraß alles auf. Bis auf die Tablette, um die er erstaunlicher Weise herumgefressen hatte. Er ahnte wohl was ich damit bezwecken wollte…
Ich gab nicht auf. Ich schnappte mir den Süßen, setzte mich auf den Boden, drückte ihn mit dem rechten Bein runter, hielt ihn mit dem linken Bein fest. Die rechte Hand öffnete sein kleines Mäulchen und mit der Linken versuchte ich die Tablette reinzukriegen. Tommy wehrte sich. Ich versuchte es weiter. Ich hatte es dann endlich geschafft, das Teil reinzubekommen und was macht er? Er spukt sie wieder aus. Mist. Neuer Versuch. Tommy verschwand in der Stube. Ich also hinter ihm her, ihn geschnappt und wieder in die Küche auf den Boden mit uns beiden. Die Tablette löste sich so langsam in ihre Einzelteile auf. Eklig…hoffe das Zeug geht nicht durch die Haut und macht mich irre…Muss mal noch die Packungsbeilage lesen…
Ich versuchte es noch einige Male. Tommy schaffte es aber irgendwie jedesmal sich entweder wegzudrehen, die Tablette wieder auszuspuken oder sonst eine Ausweichvariante, um dieses mittlerweile glibbrige Zeug nicht einnehmen zu müssen. Doch nicht mit mir. Ich startete einen weiteren Versuch. Mein rechtes Bein drückte ihn noch weiter runter, Tommy knurrte ja eh schon lautstark. Das war mir egal. Die Tablette muss da irgendwie rein und sei es mit roher Gewalt. Ich hielt ihm wieder mit rechts das Maul auf, zitterte bereits und versuchte das klebrige gelbe Etwas von Tablette irgendwie in seinen Rachen zu bekommen. Doch das Zeug ging einfach nicht von meinen Fingern. Ich wedelte und wedelte in der Nähe seines Gaumens herum und es flog ab. Scheinbar direkt in seinen Hals hinein, denn Tommy knurrte nun noch lauter und würgte ein bisschen. Es schmeckte sicher ekelhaft bitter. Ich lies den Kater los, der rannte gleich zum Wassernapf und trank wie ein Wilder. Ich beobachtete ihn und hoffte, dass er die Pille nicht wieder hochbringt. Es muss wohl geklappt haben.
Danach stand ich auf und verarztete erstmal meine Wunden an Händen und Armen…Tommy hat echt scharfe Krallen. Ob ich ihm die stutzen kann oder ihm morgen Schuhe anziehe? Ich weiß sonst nicht wie ich morgen hinterher aussehe, falls ich es denn überhaupt schaffe ihm die Medizin einzuwerfen?! Es bleibt also spannend…

Tommy hat letztendlich alle Pillen bekommen, denn ich habe ein wenig getrickst und ihn auf meinem kleinen Flur „eingesperrt“ und somit jegliche Fluchtmöglichkeit verwehrt und ihn zwischen meine Beine geklemmt. Zudem hat er es auch – zumindest bei der letzten Pille – zugelassen, wohl weil er es lieber hinter sich bringen wollte. Ich glaube, wir beide waren heilfroh, als es keine Pillen mehr gab und Tommy wieder gesund war.

Ihm geht es übrigens seither prima und groß geworden ist der kleine Racker!

Euer Schneewittchen

 

 

Wie gibt man einer Katze die Pille?

  1. Nehmen Sie die Katze in die Beuge Ihres linken Armes, so als ob Sie ein Baby halten. Legen Sie den rechten Daumen und Mittelfinger an beiden Seiten des Mäulchens an und üben Sie sanften Druck aus, bis die Katze es öffnet. Schieben Sie die Pille hinein und lassen Sie die Katze das Mäulchen schließen.
  2. Sammeln Sie die Pille vom Boden auf und holen Sie die Katze hinterm Sofa vor. Nehmen Sie sie wieder auf den Arm und wiederholen Sie den Vorgang.
  3. Holen Sie die Katze aus dem Schlafzimmer und schmeißen Sie die angesabberte Pille weg.
  4. Nehmen Sie eine neue Pille aus der Verpackung, die Katze erneut auf den Arm und halten Sie Tatzen mit der linken Hand fest. Zwingen Sie den Kiefer auf und schieben Sie die Pille in den hinteren Bereich des Mäulchens. Schließen Sie es und zählen Sie bis 10.
  5. Angeln Sie die Pille aus dem Goldfischglas und die Katze von der Garderobe. Rufen Sie Ihren Mann aus dem Garten.
  6. Knien Sie sich auf den Boden und klemmen Sie die Katze zwischen die Knie. Halten Sie die Vorderpfoten fest. Ignorieren Sie das Knurren der Katze. Bitten Sie Ihren Mann, den Kopf der Katze festzuhalten und ihr ein Holzlineal in den Hals zu schieben. Lassen Sie die Pille das Lineal runterkullern und reiben Sie anschließend den Katzenhals.
  7. Pflücken Sie die Katze aus dem Vorhang. Nehmen Sie eine neue Pille aus der Packung. Notieren Sie sich, ein neues Lineal zu kaufen und den Vorhang zu flicken.
  8. Wickeln Sie die Katze in ein großes Handtuch. Drapieren Sie die Pille in das Endstück eines Strohhalmes. Bitten Sie Ihren Mann, die Katze in den Schwitzkasten zu nehmen, so dass lediglich der Kopf durch die Ellenbogenbeuge guckt. Hebeln sie das Katzenmäulchen mit Hilfe eines Kugelschreibers auf und pusten Sie die Pille in ihren Hals.
  9. Überprüfen Sie die Packungsbeilage um sicher zu gehen, dass die Pille für Menschen harmlos ist. Trinken Sie ein Glas Wasser, um den Geschmack loszuwerden. Verbinden Sie den Arm Ihres Mannes und entfernen Sie das Blut aus dem Teppich mit kaltem Wasser und Seife.
  10. Holen Sie die Katze aus dem Gartenhäuschen des Nachbarn. Nehmen Sie eine neue Pille. Stecken Sie die Katze in einen Schrank und schließen Sie die Tür in Höhe des Nackens, so dass der Kopf herausschaut. Hebeln Sie das Mäulchen mit einem Dessert-Löffel auf. Flitschen Sie die Pille mit einem Gummiband in den Rachen.
  11. Holen Sie einen Schraubenzieher aus der Garage und hängen Sie die Tür zurück in die Angeln. Legen Sie kalte Kompressen auf Ihr Gesicht und überprüfen Sie das Datum Ihrer letzten Tetanusimpfung. Werfen Sie Ihr blutgesprenkeltes T-Shirt weg und holen Sie eine neues aus dem Schlafzimmer.
  12. Lassen Sie die Feuerwehr die Katze aus dem Baum auf der gegenüberliegenden Straße holen. Entschuldigen Sie sich beim Nachbar, der in den Zaun gefahren ist, um der Katze auszuweichen. Nehmen Sie die letzte Pille aus der Packung.
  13. Binden Sie die Vorder- und Hinterpfoten der Katze mit Wäscheleine zusammen. Knüpfen Sie sie an die Beine des Esstisches. Ziehen Sie sich Gartenhandschuhe über, öffnen Sie das Mäulchen mit Hilfe eines Brecheisens. Stopfen Sie die Pille hinein, gefolgt von einem großen Stück Filetsteak. Halten Sie den Kopf der Katze senkrecht und schütten sie Wasser hinterher, um die Pille herunter zu spülen.
  14. Lassen Sie sich von Ihrem Mann ins Krankenhaus fahren. Sitzen Sie still, während der Arzt Finger und Arm näht und Ihnen die Pille aus dem rechten Auge entfernt. Halten Sie auf dem Rückweg am Möbelhaus und bestellen Sie einen neuen Tisch.
  15. Erschießen sie die Katze und kaufen sie sich einen Hund.

Ein ähnliches Erlebnis hatte ich auch mit meinem Kater Tommy als er 2008 erkrankte und wir deshalb zum Tierarzt mussten, wo er ein Antibiotika mit 7 Tabletten (wovon täglich eine Tablette verabreicht werden musste) erhielt.