[Rezension] Kolbe, Karolin – Granatapfeltage – Mein Roadtrip quer durch Spanien

granatapfeltageLeichte seichte Reiselektüre über einen Roadtrip

Dies ist eine Roadtrip-Geschichte um eine junge Frau, die von Berlin (Deutschland) mit dem Fahrrad nach Spanien reisen möchte und von ihrem Kumpel Artjom begleitet wird.

Da man in diese Geschichte aufgrund ihrer leichten Sprache und der Gegenwartsform schnell eintaucht, fühlt man sich als Teil dieser kleinen Reisegruppe und hofft auf spannende Abenteuer und atemberaubende Landschaftsbilder. Doch die Geschichte verlief leider ganz anders als gedacht.

Auch wurde ich mit der Protagonistin Greta nicht warm. Sie war so ganz anders wie ich sie mir vorgestellt hatte und ihre Emotionen sprangen unentwegt hin und her. Es ist das reinste Chaos. Sie wusste nicht was sie wollte. Selbst ihren Fahrradtrip wandelte sie nach einem platten Reifen in eine Bahn-/Tramper-Reise. Ich hatte mich anfangs richtig gefreut als ich die ersten Kapitel las und erfuhr, dass Greta und Artjom mit dem Fahrrad unterwegs quer durch Deutschland, durch Frankreich bis Spanien gemeinsam reisen wollen. Ich wollte erfahren, was sie auf dieser gemeinsamen Radtour erleben und wie sie während des Radfahrens zu sich selbst finden. Stattdessen entpuppte es sich nach nur wenigen Kapiteln in eine Reise per Anhalter und Bahn. Es war nicht mehr der Selbstfindungstrip, den ich erwartet hatte und den Greta dringend gebraucht hätte.

Die beiden Hauptcharaktere waren gegensätzlicher als gedacht. Während Artjom all das war, wie man sich einen besten Freund wünscht: treu, lieb, hilfsbereit, aufopfernd, zielstrebig, … war Greta das komplette Gegenteil von ihm. Sie war egoistisch, unselbstständig, plan- und ziellos und hat keine Ahnung, was sie eigentlich wollte, abgesehen davon vor ihren Eltern zu fliehen und sich nicht der Realität und ihren Pflichten zu stellen.

Echte Sorgen habe ich mir gemacht, als sich Greta und Artjom trennten, um ihre eigenen Reisepläne zu verwirklichen. An dieser Stelle begann ich mir ernsthafte Sorgen um sie zu machen, denn sie war zuvor bei Artjom immer gut aufgehoben und wurde von ihm umsorgt und beschützt. Doch so ganz allein auf sich gestellt, hatte ich die Befürchtung, dass Gretas Reise in einer Katastrophe endet. Das das doch nicht geschah, war eher ein glücklicher Zufall, denn ihr hätte sonst was passieren können, wäre José nicht so ein liebevoller umsorgender Mensch, der mich sehr an Artjom erinnerte.

Schön fand ich den letzten Absatz als Greta die allerletzte Postkarte an Sophie auf dem Flughafen schrieb. Ich hatte Tränen in den Augen, weil diese Szene mich so sehr rührte.

Ich finde, der einzige, der sich in diesem Roadtrip wirklich weiterentwickelt hat, war Artjom. Denn er wusste was er wollte und ging seinen eigenen Weg. Er hatte sich anfangs immer nur Greta und ihren Wünschen und Zielen gewidmet, doch dann hat er echte Durchsetzungskraft bewiesen und sich seinem eigenen Ziel gewidmet und dies durchgezogen. Das fand ich sehr schön an ihm.

Greta ist für mich eigentlich immer nur so dahingeplätschert und ist von einem glücklichen Zufall zum nächsten gestolpert ohne wirklichen Plan. Wie will es ihr dann gelingen mit ihrer Freundin Sophie ein Kind groß zu ziehen und zu ernähren, wenn sie so unselbstständig ist und sich ständig von irgendjemandem umsorgen lassen hat ohne selbst anzupacken? Ich kann mir das beim besten Willen nicht so richtig vorstellen.

Sehr schön fand ich die Thematik, dass auf das viele Essenweggewerfe aufmerksam gemacht wurde! Denn das passiert viel zu häufig und nicht nur in Spanien! Diese Thematik ist äußerst wichtig und bewegt mich sehr. Schön, dass sie in diesem Buch aufgegriffen und eingepflegt wurde!

Ich möchte das spanische Olivenöl nun auch auf Weißbrot kosten, welches im Buch so oft appetitlich beschrieben wurde. Ebenfalls habe ich noch nie Granatapfelsaft getrunken, jetzt möchte ich ihn unbedingt mal probieren, um herauszufinden, ob er wirklich so köstlich ist, da Greta immer von diesem Saft schwärmte. Ich möchte die Orte gern real bereisen, die Greta und Artjom entdeckt hatten. Denn es gefiel mir, wie die Gebäude, Städte und abgelegenen Gegenden beschrieben wurden, so dass mich die Reiseneugier packte.

Mich würde auch brennend interessieren, wie es mit Sophie und ihrem Baby weitergeht? Werden sie und Greta das Kind gemeinsam schaukeln? Werden sich Greta und José noch einmal wiedersehen oder war es nur ein kleiner Urlaubsflirt? Kommt José eventuell sogar nach Deutschland? Auch würde ich ein Wiedersehen mit anderen getroffenen Protagonisten herbeisehnen, wie z. B. Nino, den Magier und Teressa. Gibt es womöglich eine Romanfortsetzung?

In diesem Werk wurde ziemlich mit den Gefühlen des Lesers gespielt. Ich wurde regelrecht hin- und hergeworfen zwischen der Verliebtheit von Artjom, der mir immer sympathischer wurde und mein Mitleid bekam je mehr Greta ihn verletzte, und seiner Aufopferung bis hin zu seinem eigenen Weg und Greta, dem totalen seelischen Chaos. Man spürte deutlich, dass sie die Reise mit dem Rad dringend gebraucht hätte. Leider war diese dann viel zu schnell beendet. Ich hätte mir gewünscht, dass Greta während dieser Zeit zu sich selbst findet, für sich selbst, für ihre Zukunft und für ihre Freunde.

Mir gefielen die wichtigen angesprochenen Thematiken der Ökologie, der Speisenverschwendung und des Couchsurfings, die immer präsenter werden. Deshalb gebe ich diesem Werk 4 von 5 Punkten.

 

Prinzipien der Arbeit

  1. Alles ist klar, aber keiner weiß Bescheid.
  1. Wir wissen zwar nicht was wir wollen, aber das mit ganzer Kraft.
  1. Wer schon die Übersicht verloren hat, muss wenigstens den Mut zur Entscheidung haben.
  1. Gefährlich ist es, wenn Dumme fleißig werden.
  1. An der Spitze stehen, ist immer noch zu weit hinten.
  1. Jeder macht was er will – keiner macht was er soll – aber alle machen mit.
  1. So alt, wie wir heute aussehen, werden wir nie.
  1. Wo wir sind, geht alles durcheinander – leider können wir nicht überall sein.
  1. Wo wir sind ist vorn, wenn wir mal hinten sind, ist hinten vorn.
  1. Wir sind zu allem fähig – jedoch zu nichts zu gebrauchen.
  1. Wir sparen mit jedem Gramm, jedem Pfennig, koste was es wolle.
  1. Bei uns ist jeder zu gebrauchen – und sei es als abschreckendes Beispiel.
  1. Man sagt, es gibt keine Probleme, aber wo wir sind, gibt es immer welche.
  1. Wir kennen zwar den Plan nicht, aber wir bringen das Doppelte.
  1. Wer viel arbeitet, macht viele Fehler – wer wenig arbeitet, macht wenig Fehler – wer keine Fehler macht, wird prämiert und befördert.
  1. Bei uns kann jeder werden was er will – ob er will oder nicht.
  1. Wissen ist Macht – nichts wissen macht nichts.
  1. Verstand ist unser Reichtum – Armut schändet nicht.

>>>>>>>>>> E R G Ä N Z U N G E N <<<<<<<<<<

  1. Man muss nicht unbedingt verrückt sein, um in diesem Betrieb zu arbeiten. Bist du es aber, so erleichtert das wesentlich deine Arbeit.
  1. Sei höflich zu den Dummen, er könnte morgen dein Vorgesetzter sein.
  1. Es bleibt alles ganz anders.
  1. Kommunismus ist, wenn jeder von jedem genug hat.

SO WIE WIR`S HEUTE LERNEN, WERDEN WIR MORGEN LEBEN!!!

 

 

 

„Dinner for One“

Heute läuft wieder eine meiner Lieblingssendungen im TV: „Dinner for one“! Es ist schon richtige Tradition bei uns, diese Sendung anzuschauen, selbst wenn sie zum hundertsten Mal über den Bildschirm flimmert. Ich liebe sie trotzdem 🙂

Damit ihr diesen Kult-Sketch nicht verpasst, habe ich für euch mal aufgelistet, wann und wo ihr diese tolle Sendung anschauen könnt:

  • 10:40 Uhr (RBB)
  • 12:30 Uhr (ARD)
  • 16:45 Uhr (ARD)
  • 17:40 Uhr (NDR)
  • 18:00 Uhr (WDR)
  • 19:00 Uhr (RBB)
  • 19:00 Uhr (BR)
  • 19:00 Uhr (MDR)
  • 19:10 Uhr (HR)
  • 19:25 Uhr (SWR/SR)
  • 19:40 Uhr (wieder NDR)
  • 23:35 Uhr (und noch mal NDR)

Von diesem Kult-Sketch gibt es auch noch diverse Versionen, die ihr euch (nur heute) anschauen könnt:

  • „Dinner for One – up Platt“: NDR, 13:45 Uhr
  • „Dinner for One“ auf Hessisch: HR, 16:45 Uhr
  • „Dinner op Kölsch“: WDR, 17:35 und 23:30 Uhr
  • „Dinner for One“ auf Nordhessisch: HR, 18:45 Uhr
  • „Dinner vor Wan(ne)“ (aus Wanne-Eickel): WDR, 21:45 Uhr

Und nun wünsche ich euch viel Spaß und einen fröhlichen Rutsch ins Jahr 2016! Mögen wir uns auch im neuen Jahr wieder auf „Schneewittchen`s Welt“ lesen.

Euer Schneewittchen

 

Adventskalender 2015 ~ Türchen 10

rot10Diese Krippe habe ich neulich in einem Schaufenster entdeckt und musste erst einmal genauer hinsehen, denn es ist zu kurios. Und genau deshalb musste ich es fotografieren und euch präsentieren …

IMG_0480-1(Zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken.)

IMG_0482-1

Euer Schneewittchen

Adventskalender 2014 ~ Türchen 29

29

Der motorisierte Erlkönig

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Wer rattert so spät durch Nacht und Wind?

Es ist der Vater mit seinem Kind.

Der Vater mit seinem Sohne Fritz,

auf LKW mit Soziussitz.

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Mein Sohn, was birgst du das Gesicht so bang?

Siehst Vater du nicht den Bahnübergang?

Den unbewachten in nebliger Ferne?

Mein Sohn, ich hab `ne Boschlaterne.

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Mein Vater, siehst du den Schupo nicht?

Mit Bleistift, Notizbuch und strengem Gesicht?

Sei stille mein Sohn, das geht uns nichts an,

ich hab eine falsche Nummer dran.

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Mein Vater, mein Vater, nun halt dich dazu,

da hinten kommt einer auf NSU.

Der hat mein Sohn, das erklär ich dir später,

nur 250 Kubikzentimeter.

.

Und hinter ihm Vater, da kommt noch ein andrer,

ich sehe es ganz deutlich, es ist ein Wandrer.

Sei ruhig, mein Sohn, ich sage dir es,

wir haben mehr bei weitem mehr PS.

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Die Hupe schreit, der Motor kracht,

so rast das Unheil in stockfinstre Nacht.

Mein Vater, mein Vater, ich hör ihn schon johlen,

gleich wird uns der Wandrer überholen.

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Dem Vater graust es, er gibt doppelt Gas,

halte dich fest mein Sohn, sonst passier dir was,

er erreicht als erster das Gasthaus am Meer,

der Soziussitz hinter ihm aber war leer.

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Wiederentdeckt in meiner alten Abizeitung, die ich heute zufällig in den Händen hielt 😉

Euer Schneewittchen