Adventskalender: Türchen #6

Knecht Rupprecht

Von drauß vom Walde komm‘ ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht‘ durch den finstern Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:
„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt‘ und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens ruhn;
Und morgen flieg‘ ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!“
Ich sprach: „O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.“ –
„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier;
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern.“ –
„Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“
Von drauß vom Walde komm‘ ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find‘!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?

Theodor Storm

Adventskalender: Türchen #5 – Legende des Stiefelputzens zu Nikolaus

Wie jedes Jahr am 6. Dezember ist es auch dieses Jahr wieder Zeit für artige Kinder, ihre Stiefel und Schuhe vor die Tür zu stellen und auf die süßen Gaben des Nikolaus zu warten. An keinem anderen Tag des Jahres polieren Kinder ihre Schuhe mit so viel Sorgfalt und Motivation. An keinem anderen Morgen eilen sie schneller an die Tür, um zu schauen, ob der Nikolaus in der Nacht da war und ihnen Süßes und Geschenke gebracht hat.

Aber woher kommt dieser beliebte Brauch? Er geht auf den heiligen Bischof Nikolaus von Myra zurück, um dessen Wohltätigkeit sich zahlreiche Legenden ragen. Ganz genau lässt sich nicht sagen, wie die Tradition zustande kam, aber die folgende Geschichte, von der mehrere Versionen bestehen, hat sicher eine Menge damit zu tun. Noch bevor der junge Nikolaus Bischof wurde, hörte er eine traurige Geschichte.

Der arme Vater dreier Töchter konnte diese nicht verheiraten, da ihm das Geld für die Mitgift fehlte. Das Familienoberhaupt sah sich schon gezwungen seine Mädchen in die Prostitution zu schicken, als Nikolaus ihnen doch noch ein ehrenhaftes Leben ermöglichte. Als er von den armen Mädchen erfuhr, beschloss er zu helfen. Nikolaus hatte gerade ein großes Vermögen geerbt, das er dafür nutzte. In drei aufeinanderfolgenden Nächten warf er Gold durch den Kamin des Hauses des Vaters und seiner Töchter. Dabei verfingen sich die Goldklumpen in den, am Kamin zum Trockenen aufgehängten, Strümpfen der Mädchen. So rettete der heilige Nikolaus die Ehre der drei Mädchen und schuf einen schönen Brauch.

Wegen dieser Legende wird der heilige Nikolaus oft mit drei goldenen Bällen oder auch Äpfeln dargestellt. Und hier entstand auch der Brauch Stiefel oder Strümpfe am Nikolaustag mit Süßigkeiten zu füllen, um anderen eine Freude zu machen. Im angelsächsischen Bereich hängt man bis heute in der Adventszeit Socken an den Kamin, die der Nikolaus oder auch Santa Claus, mit Leckereien und kleinen Geschenken füllt. Bei diesen köstlichen Aussichten, lohnt es sich mal wieder kräftig die Stiefel zu bürsten!

Adventskalender: Türchen #4

Advent (von lateinisch adventus ‚Ankunft‘ zu venire ‚kommen‘) bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Hochfest der Geburt von Jesus von Nazaret, Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt auch das neue Kirchenjahr.

Zwischen der Konfession der Adventisten und der kirchlichen Jahreszeit „Advent“ besteht kein direkter Zusammenhang, sondern eine mittelbare Verbindung, da sich beide Bezeichnungen auf die Ankunft Christi beziehen.

Geschichte

Ursprünglich entsprach der Begriff Advent dem griechischen Begriff epiphaneia („Erscheinung“, siehe Epiphanias) und bedeutet die Ankunft, Anwesenheit, Besuch eines Amtsträgers, insbesondere die Ankunft von Königen oder Kaisern. Es konnte aber auch die Ankunft der Gottheit im Tempel ausdrücken. Dieses Wort übernahmen nun die Christen, um ihre Beziehung zu Jesus Christus zum Ausdruck zu bringen.

Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit, die die Alte Kirche auf die Tage zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar festlegte. Außerdem galten die Fastenzeit sowie die Adventszeit als „geschlossene Zeiten“, In diesen geschlossenen Zeiten durfte nicht getanzt und aufwendig gefeiert werden. Auch feierliche Trauungen durften in geschlossenen Zeiten nicht stattfinden, stille Trauungen dagegen schon. Seit 1917 wird das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt.

Die Adventszeit in der heutigen Form geht zurück auf das 7. Jahrhundert. In der römischen Kirche des Westens gab es zunächst zwischen vier und sechs Sonntage im Advent, bis Papst Gregor der Große ihre Zahl auf vier festlegte. Die vier Sonntage standen symbolisch für die viertausend Jahre, welche die Menschen gemäß kirchlicher Geschichtsschreibung nach dem Sündenfall im Paradies auf den Erlöser warten mussten. Diese Regelung wurde von dem Konzil von Trient bestätigt, nachdem sich abweichende regionale Traditionen etabliert hatten. Die rechtsverbindliche Regelung erfolgte 1570 durch Papst Pius V. In einigen Diözesen, die im Ambrosianischen Ritus verblieben sind, z. B. im Erzbistum Mailand, hat sich die sechswöchige Adventszeit bis heute gehalten.

Man betonte im gallischen Bereich das endzeitliche Motiv der Wiederkunft Christi, das zur Ausgestaltung des Advents als Zeit einer ernsthaften Buße führte, wohingegen im römischen Einflussbereich das weihnachtlich-freudige Ankunftsmotiv der Menschwerdung Gottes Einfluss gewann. Dieser Ambivalenz wird an den unterschiedlichen Adventssonntagen in der Liturgie Rechnung getragen.

Die Adventszeit in der Liturgie

Die Adventszeit beginnt mit der ersten Vesper des ersten Adventssonntags und endet am Heiligen Abend mit der ersten Vesper von Weihnachten. Die westliche christliche Adventszeit dauert 22 bis 28 Tage und hat immer vier Sonntage, mit Ausnahme der Bistümer, die am Ambrosianischen Ritus festhalten.

Der Grund für die unterschiedliche Länge der Adventszeit (im Gegensatz zur Fastenzeit, die eine feste Länge hat) liegt in der Tatsache, dass der Beginn an einen Sonntag gebunden ist, das Ende aber einen Monatstag, den 24. bzw. 25. Dezember. Der letzte Adventssonntag ist dabei der Sonntag vor dem 25. Dezember, womit sich als frühestmögliches Datum der 18. und als spätestmögliches der 24. Dezember ergibt. Daraus folgt, dass die Adventszeit am Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember beginnt.

In der Adventszeit wird in der Liturgie das Gloria nur an Festen gesungen. Die liturgische Farbe ist Violett.

Der dritte Adventssonntag, im römisch-katholischen, altkatholischen, anglikanischen und lutherischen Kirchenjahr Gaudete, trägt seinen Namen nach den lateinischen Anfangswort des Introitus „Gaudete in Domino semper“, „Freut Euch im Herrn allezeit!“ Diese Vorfreude drückt sich in der römisch-katholischen, altkatholischen, anglikanischen und in der Liturgie der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie der Evangelical Lutheran Church in America durch die mögliche Verwendung rosafarbener (rosa = aufgehelltes Violett) Paramente aus.

Im Mittelpunkt der biblischen Verkündigung in der Liturgie der einzelnen Adventssonntage steht – bei den verschiedenen Konfessionen in unterschiedlicher Reihenfolge – die erhoffte Wiederkunft des Herrn, der Einzug Jesu in Jerusalem, Johannes der Täufer als „Vorläufer Jesu“ und Maria, die Mutter Jesu.

Das Stundengebet im Advent ist dadurch ausgezeichnet, dass für jeden Tag ein eigener Text für Kurzlesung, Antiphonen zu Benedictus und Magnificat sowie Schlussoration besteht. Die Responsorien von Laudes und Vesper sind an allen Tagen gleich. An den letzten sieben Tagen vor dem Heiligen Abend bilden die sieben O-Antiphonen, dem Alten Testament entnommene Anrufungen des Messias, die Antiphonen zum Magnificat in der abendlichen Vesper.

In der katholischen Kirche verbreitet sind sogenannte Roratemessen, das heißt Messfeiern im Schein von Kerzenlicht.

Die orthodoxen Kirchen begehen den Advent bis heute sechswöchig als Fastenzeit, und zwar ab dem 15. November (des entsprechenden Kalenders) bis zum 24. Dezember. Der Begriff „Advent“ ist dort nicht so verbreitet und wird erst in jüngerer Zeit verwendet. Man spricht eher vom Philippus-Fasten oder Weihnachtsfasten. Das Kirchenjahr beginnt in der orthodoxen Kirche nicht am 1. Advent, sondern am 1. September.

In den Advent fallen einige Feste, die vom Festgedanken nicht mit dem Advent in Beziehung stehen, z. B. das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria am 8. Dezember, der Barbaratag am 4. Dezember und der Nikolaustag am 6. Dezember. Das Marienfest steht in enger Beziehung zum Fest Mariä Geburt am 8. September, neun Monate später. Insbesondere die beiden genannten Heiligenfeste sind inzwischen mit vorweihnachtlichem Brauchtum verbunden: Am Fest der heiligen Barbara werden Barbarazweige geschnitten, die dann zu Weihnachten blühen sollen, und der Gaben bringende Bischof Nikolaus von Myra ist seit der Reformation in die Nähe zu Christkind und Weihnachtsmann gerückt.

Adventstradition

Adventskalender

Zurückgehend auf verschiedene im 19. Jahrhundert entstandene Bräuche des Abzählens der Tage bis zum Weihnachtsfest aus dem evangelischen Umfeld, entstanden zunächst in Deutschland seit Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere für Kinder, Adventskalender verschiedenster Ausprägung, seit 1920 mit zu öffnenden Türen. Adventskalender haben meist 24 Türen, von denen vom 1. bis zum 24. Dezember jeweils eine geöffnet wird („Dezember-Kalender“) im Unterschied zu liturgischen Adventskalendern, die jeweils am 1. Advent beginnen und Türchen bis zum 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, haben. Außerdem haben sie vier zusätzliche Türchen für die Adventssonntage.

Adventskalender gibt es auch im Internet und als Mobilfunkangebote. Hierbei kann es sich um Angebote einzelner Webseiten handeln, die entsprechende Inhalte oder Aktivitäten vermitteln[2], oder um Mailinglisten, deren Teilnehmer in der Adventszeit täglich Texte zugesandt werden[3]. Andere Anbieter versenden mittels SMS[4].

Adventskranz

Der Adventskranz weist mit seinen vier Kerzen auf das Licht hin, das Christus in die Welt gebracht hat.[5] 1839 ließ der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808–1881) im Betsaal des „Rauhen Hauses“ in Hamburg zum ersten Mal einen hölzernen Leuchter mit 23 Kerzen aufhängen – 19 kleine rote für die Werktage bis Weihnachten, vier dicke weiße für die Sonntage.[6] In den Ostkirchen ist der Adventskranz heute teilweise übernommen und auf sechs Kerzen erweitert worden.

Der ursprünglich evangelische Brauch des Adventskranzes hat auch in die katholische Kirche Eingang gefunden. Mancherorts haben die Kerzen traditionell die liturgischen Farben der Adventssonntage: drei violette Kerzen für den ersten, zweiten und vierten Adventssonntag sowie eine rosa Kerze für den dritten Adventssonntag (Gaudete). Das Benediktionale enthält einen Ritus für die Segnung des Adventskranzes.

Lichterbögen

Moderner Schwibbogen

Als Relikt erzgebirgischer Bergarbeitertradition findet sich während der Advents- und Weihnachtszeit ab Einbruch der Dunkelheit in vielen Fenster ein mit Kerzen beleuchteter Schwibbogen. In der dunklen Jahreszeit brachte er die Sehnsucht der Bergleute nach dem Sonnenlicht zum Ausdruck, die während der Wintermonate noch bei Dunkelheit in den Stollen einrückten und erst nachts wieder auf dem Heimweg waren. Jedes Licht stellte ursprünglich eine aus dem Berg zurückgebrachte Grubenlaterne dar. Ein „vollständiger“ Lichtbogen am Haus bedeutet, dass alle Arbeiter dieses Hauses wohlbehalten aus der Grube zurückgekommen sind.

Neben den traditionellen Motiven aus dem Arbeits- und Lebensalltag der Bergarbeiter finden in die Gestaltung von modernen Schwibbögen auch Natur-, Winter- und Landschaftsthemen sowie die Darstellung von lokalen Sehenswürdigkeiten (z.B. Dresdner Frauenkirche) Eingang.

Besondere Verbreitung dieses Adventsbrauches hat der Schwibbogen in Sachsen, Thüringen und in der Oberpfalz gefunden. Er ist vermehrt auch in anderen Teilen Europas vorzufinden.

(Quelle)

Adventskalender: Türchen #3

Schneeflöckchen, Weißröckchen

Schneeflöckchen, vom Himmel
da kommst du geschneit,
du warst in der Wolke,
dein Weg ist gar weit.
Ach setz dich ans Fenster,
du niedlicher Stern,
gibst Blätter und Blumen,
wir haben dich gern!

Schneeflöckchen, ach decke
die Saaten geschwind.
Sie frieren, du wärmst sie,
so bittet das Kind.
Schneeflöckchen, Weißröckchen
so kommet doch all’,
dann wird bald ein Schneemann,
dann werf’ ich den Ball.

Mehr Infos zu diesem Lied findet ihr hier.

Adventskalender: Türchen #1

Die vorweihnachtliche Zeit hat mit dem Öffnen des Adventskalenders heute  begonnen. Aus diesem Grund möchte ich auch eine kleine weihnachtliche Aktion ins Leben rufen  „Phoenics` Adventskalender“. So wird ab heute jeden Tag ein virtuelles „Türchen“ hier auf diesem Blog geöffnet. Jeden Tag gibt es etwas anderes zu entdecken – Fotos, Gedichte, Geschichten (Sagen, Erzählungen, etc.), auch wird es ein Gewinnspiel geben usw. Wann dieser besondere Tag ist, verrate ich hier nicht, besucht einfach täglich meinen Blog und ihr werdet es schon entdecken 😉

Beginnen möchte ich mit Türchen Nr. 1

Habt alle eine wundervolle Adventszeit!

~ phoenics ~

Online Weihnachtskalender

Ab heute können wir wieder jeden Tag ein Türchen unserer Weihnachtskalender öffnen. Damit es nicht nur Schokolade oder Spielzeug gibt und auch die Erwachsenen etwas Spaß in der Vorweihnachtszeit haben, gibt es wieder verschiedene tolle Online-Weihnachtskalender-Gewinnspiele.

Einige habe ich gefunden:

Bittersweet

Chaos-Adventskalender

Fotokasten

Ich & Ich

MyFanbase

Sheego

Eine tolle Seite mit Übersicht vielen verschiedenen Online-Advents-Kalendern gibt es auch hier.

Kennt ihr auch noch schöne weihnachtliche Online-Adventskalender? Wenn dies so ist, so hinterlasst bitte einen Kommentar mit dem Link zur entsprechenden Seite, dankeschön 🙂