[Rezension] Rena Fischer „Chosen 2 – Das Erwachen“

chosen2Nervenaufreibend spannend

Der Anfang: Emma wird in Senvus Corvi von Fion Farran manipuliert, während Aidan nach seinem Gedächtnisverlust ohne Erinnerungen umherirrt.

Der Einstieg in diesen zweiten Teil gelang mir gut, ich konnte mich problemlos wieder in die Geschichte um Emma, Aidan und Fion Farran einfinden. Dieser Teil startet damit, dass Emma von Fion weiter manipuliert wird, während Aidan versucht, sich in seinem neuen Leben ohne Gedächtnis zu Recht zu finden. Und dann wird es richtig spannend. Es folgt ein Ereignis auf das Nächste, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Hier gibt es Entführungen, Verfolgungne, Kämpfe, Manipulationen, Mobbing (zählt leider auch dazu), Tribunale, Verräter etc. Aber es gibt auch schöne Momente, in denen Liebe und Freundschaft nicht zu kurz kommen.

Mein geliebter Jared aus Band eins wird hier in einigen Szenen erwähnt, was mich sehr freute. Auch wird für eine Szene Schneewittchen mit eingewoben, was ich auch toll fand.

Emma wird in dieser Fortsetzung allmählich erwachsen und zeigt Charakter. Das hat mir gut gefallen. Ich mochte ihre Entwicklung gern, auch wenn ich sie in manchen Szenen gern gepackt und wachgerüttelt hätte, da sie sich irgendwie immer ALLEINE in gefährliche Situationen stürzt bzw. stolpert. Aber das machte irgendwie auch die ganze Spannung aus. Aidan… tja, in Band eins hatte ich weniger Bezug zu ihm, Jared gefiel mir da wesentlich besser. Aber in diesem Band entwickelte sich Aidan und zeigte auch mal seine andere, weichere Seite, die ich gern schon im ersten Band kennengelernt hätte. Aidan zeigt wieder einmal, wie mutig und hilfsbereit er ist, wenngleich er seine Gabe verloren hat. Er steht trotzdem immer Emma zur Seite und kämpft für und mit ihr. Das bewundere ich an ihm.

Fion Farran war von Anfang an nicht so mein Fall, da ich nie wusste, was er wie und warum im Schilde führte – bis zum Schluss nicht. Allerdings fand ich es schön zu erfahren, warum Fion zu dem geworden ist, der er war, das hat seinem Charakter mehr Tiefe verliehen.

Jack ist eine weitere undurchsichtige Person für mich gewesen. Ich wusste und ahnte, dass er irgendetwas im Schilde führte, aber ich stieg anfangs nicht dahinter … bis zum Showdown natürlich … und dieser hatte es in sich.

Emmas Mom mit ihren hilfreichen Ratschlägen etc. vermisste ich genauso wie Jared. Es sind für mich beide lieb gewonnene Charaktere aus Band 1, die ich hier gern irgendwie mehr wiedergesehen hätte. Denn die Ratschläge von Katharina fand ich toll. Diese wurden allerdings von Fion Farrans Ratschlägen ersetzt.

Im hinteren Teil des Buches gibt es auch endlich die von mir herbeigesehnte Aufstellung der aufgeführten Personen mit ihren Gaben und Positionen sowie den Rangordnungen von Farrans Schulen. Das hätte ich mir gern schon im ersten Band gewünscht, da es im ersten Band ohne dieses Verzeichnis sehr verwirrend war. In einem Ebook macht sich das Verzeichnis am Ende des Buches sicher nicht so gut.

Kritikpunkte:

An manchen Stellen fehlten mir einige Erklärungen, die somit ein paar Fragen aufwarfen und ich manche Szenen nicht ganz nachvollziehen konnte. Zum Glück konnte ich diese Fragen in der Lovelybooks-Leserunde der Autorin stellen. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass diese Erklärungen direkt ihren Weg in den zweiten Teil gefunden hätten.

Mich verwirrten auch öfter die Namen, denn Jacob, James, Jamie, Jack, Jared klingen alle irgendwie ähnlich und ich musste an manchen Stellen erst einmal überlegen, wer denn jetzt welche Person mit welchem Hintergrund war. Gut, bei Jared wusste ich, wer er war, da Jared mein Favorit aus Band 1 ist. Schade, dass er es nicht direkt in diesen zweiten Teil geschafft hat. Ich habe ihn echt vermisst.

Der Schreibstil der Autorin war wieder einmal leicht und flüssig, so dass ich sofort in das Buch eintauchte und die beschriebenen Bilder in meinem Kopf entstanden. Die Orte in New York und Irland gefielen mir. Es machte mir Spaß, sie mit Emma zu erkunden und mehr darüber zu erfahren – besonders Irland. ❤ Hier wurde sehr gut recherchiert, wobei ich auch glaube, dass die Autorin selbst vor Ort war, um das Feeling einzufangen und für uns niederzuschreiben. Interessant fand ich, dass diesmal aus 3 Perspektiven geschrieben wurde. Emma und Aidan erzählten selbst ihre Geschichten, während die von Jacob (Emmas Vater) in der dritten Person geschrieben wurde. Diese drei Handlungsstränge laufen letztendlich alle zusammen und ergeben wieder ein rundes Ganzes, auch zeitlich gesehen. Der Verlauf des Buches war an vielen Stellen für mich unvorhersehbar, so dass ich gezwungen war, das nächste Kapitel und das nächste zu lesen, obwohl ich das Buch eigentlich beiseite legen und ins Bett schlafen wollte. Die Autorin versteht es geschickt, mit den Emotionen ihrer Protagonisten und die des Lesers zu spielen.

Das Cover „Chosen – Das Erwachen“ ist silbern 😀 und das ist genau MEINE Farbe und es schillert wunderschön und glänzt und funkelt. Zudem passt es optisch mit dem weiblichen Portrait sehr gut zum ersten Band und harmoniert fantastisch. Es ist eindeutig der Gegensatz zum ersten Cover und der pinke Schrifzug des Haupttitels ist toll. Ich mag den geschwungenen Schrifzug des Autorennamen. Man könnte meinen, dass die Autorin selbst es direkt auf dem Cover signiert hat ❤ Die Farben des Covers sind gut gewählt und ich freue mich schon wahnsinnig, dieses Buch in den Händen zu halten und neben Teil 1 ins Regal zu stellen ❤

Das Ende … Das habe ich so nicht kommen sehen und zeigte mir auf, dass Fion Farran vielleicht doch ein wenig anders war, als ich zu glauben dachte. Ich hatte Tränen in den Augen und eine Gänsehaut breitete sich über meinen gesamten Körper aus. Und doch konnte ich diese Buchreihe mit dieser Abschlussgeschichte zufrieden zuklappen, denn Fragen blieben kaum mehr offen. Dankeschön.

Fazit:

„Chosen – Das Erwachen“ ist eine gelungene Fortsetzung zu seinem Vorgänger mit mehr Spannung und Action, einem abwechslungsreichen Plot und guter Recherche. Und doch habe ich den Eindruck gewonnen, dass er ein wenig gegenüber „Chosen – Die Bestimmte“ schwächelt. Mir fehlten manchmal Erklärungen, die nicht vorhanden waren und ich nachfragen musste. Aber alles in allem war es ein guter Abschluss dieser Dilogie, die ich garantiert nochmals lesen werde.

Ich verleihe dieser Fortsetzung gute 4 von 5 Punkte.

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[Rezension] Michael Ende „Momo“

momoWunderbarer Klassiker für groß und klein, einfühlsam und zeitlos ❤

Vollständiger Titel: „Momo oder die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte“ von Michael Ende

 

Michael Ende schuf 1972 eine wundervolle, einfühlsame und tiefgründige Geschichte über Freundschaft, Magie, dem Zuhören, der Zeit und die grauen Zeitdiebe sowie die Schönheit des Lebens, die mich aufs Tiefste berührte.

Der Autor versteht es, den Leser mit seinen wunderbaren Einfällen, kleinen Geschichten in der Geschichte – auch im Nachwort das mir ein verheißungsvolles Kribbeln über meinen Nacken jagte – in einer leichten, flüssigen Sprache gefangen zu nehmen und in seine magische Welt zu entführen. Gern folgte ich Momo und der magischen Schildkröte Kassiopeia und Meister Hora durch die Geschichte und lauschte den fantastischen und märchenhaften Geschichten von Gigi und hörte Beppo nachdenklich zu.  Michael ist es gelungen, bildhaft, detailreich und farbenfroh geschwungen zu schreiben, so dass es ein Genuss ist, diese Geschichte zu lesen.

Die Geschichte um Momo spielt in keiner bestimmten Zeit und in keiner bestimmten Stadt (vermutlich aber irgendwo in Italien), was sie zeitlos macht und sowohl in der Vergangenheit, der Zukunft und im Hier und Jetzt spielen könnte… Und genau das macht diese Geschichte für mich so besonders.

Was uns dieser Klassiker sagen will? Ganz einfach: Nehmt euch Zeit für euch und für eure Lieben, sonst kommen euch die grauen Herren besuchen und ihr werdet selbst alle stumpf und grau. 😉 Lest sie! Sie wird euch die Augen öffnen und euch aufzeigen, dass wir alle dem Zeitdruck unterlegen sind – egal ob beruflich oder privat. Es ist ein Appell, eine Warnung – und das von 1972! Hier werden Elemente der Phantasie mit sozialkritischen Punkten gekonnt miteinander verwoben und dem Leser vor Augen geführt.

Fazit:

Dieses wundervolle Werk darf in keiner Hausbibliothek fehlen und sollte von jung und alt gelesen und geschätzt werden, da sie wahr sein/werden könnte und wunderbar zeitlos ist!

Ich werde diese fantastische Geschichte garantiert noch mehrmals lesen und mich an der coolen Schildkröte Kassiopeia und an Momo erfreuen ❤

„Momo“ sollte meiner Meinung nach häufiger in der Schule gelesen werden, schon allein der Botschaft wegen.

 

5/5 Punkte

[Rezension] „Magic Girls 1 – Der verhängnisvolle Fluch“ von Marliese Arold

mg1Schöner Auftakt zu einer magischen Reihe

Der Vater wurde in einen grünen Leguan verwandelt, die Familie dank der verrückten Großmutter ins Hexil zu Recherchezwecken geschickt und dann wird der Vater entführt …

Elena und ihre Familie (Mutter und Geschwister) wurden in die Menschenwelt geschickt, um einerseits über die Menschen zu recherchieren, andererseits um den Ruf ihrer Familie wieder herzustellen. Einzig ihre beste Freundin Miranda kann Elena über diese dramatische Erfahrung hinwegtrösten, da sie die Familie begleitet und gemeinsam mit Elena die irrwitzigsten Abenteuer in der Menschenwelt besteht.

Die Geschichte ist flüssig geschrieben und bereitete mir Freude beim Lesen. Die Wortwahl ist leicht und verständlich gewählt, so dass sie für junge Leser gut zu verstehen ist. Es war spannend zu lesen, welches dramatische Ereignis die Familie ins Hexil gezwungen hat und wie sie damit versucht haben umzugehen. Es gibt einige schöne und witzige magische Elemente, bei denen ich schmunzeln musste. Spannung kam allerdings erst im letzten Teil auf, bei dem ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht. Die Lösung war mir jedoch zu einfach gewählt. Ich hätte mit mehr Action und Magie gerechnet, um die Spannung zu erhöhen. So war es eher lahm gelöst.

Allerdings geriet ich was die Freundschaft in der Menschenwelt zwischen Elena und Miranda und den Menschen Nele und Jana etwas Kopfzerbrechen. Denn anfangs sind Nele und Jana sehr skeptisch und neugierig und wollen unbedingt hinter das Geheimnis um Elenas Familie kommen und wollen sie ausspionieren. Und umgekehrt wollen Elena und Miranda über die Menschen mehr in Erfahrung bringen. Und ganz plötzlich sind die 4 die besten Freundinnen? Sorry, aber fehlt hier ein Teil der Geschichte, in der sich die 4 Mädchen besser und näher kennenlernen und aneinander herantasten. Es wirkt unrealistisch und erzwungen. Man kann mit niemandem urplötzlich befreundet sein, selbst wenn Magie wie hier im Spiel war. Ich hatte eher erwartet, dass die Menschenmädchen erst einmal entsetzt/schreiend davonrennen. Aber nein. Sie nehmen alles vollkommen cool hin, als wäre es das normalste der Welt, dass Miranda, Elena samt Familie Hexen sind.

Das Cover mit seiner knalligen rot-pinken Farbe zog meine Aufmerksamkeit direkt auf sich und dann dieser wunderbare samtige Aufdruck. Ich liebe es und konnte selbst während des Lesens kaum widerstehen, über den Samtaufdruck zu streichen. Das ist Magie die bezaubert J Auch die Gestaltung innerhalb des Buches mit seinen pinkfarbenen Ornamenten und den pinkfarbenen Seiten passt optisch sehr gut zum Buch. Allerdings lassen sich die pinken Seiten etwas schwer lesen, hier hätte eine hellere Farbe besser gewirkt. Toll finde ich die kleinen Schaukästen als Zusammenfassung bzw. Rezeptvorstellungen zum Nachmachen. Das gibt sicherlich Anreize, die Rezepte selbst einmal auszuprobieren. Ich mochte auch die einfallsreichen und teils humorvollen Kapitelüberschriften sehr.

Die Charaktere um Elena, Miranda, Jolanda und die verrückte Oma Mona fand ich gelungen. Ich konnte Elena und Miranda sogleich ins Herz schließen, die verrückte Oma hingegen weniger, die allerdings für einige Schmunzler im Buch sorgte. Nele und Jana waren mir zu oberflächlich dargestellt. Ich hoffe, dass sie in den Folgebänden besser ausgearbeitet sind.

Ich vergebe gute 3 Punkte von 5 an diese Geschichte und bin schon auf die Folgebände gespannt, in der Hoffnung, dass hier mehr Spannung und Action angesagt sind und die Charaktere mehr Tiefe haben (besonders Nele und Jana).

 

 

[Rezension] Marah Woolf „Götterfunke 2 – Hasse mich nicht“

götterfunke2Gelungene Fortsetzung

Darum geht es:

Jess ist mit gebrochenem Herzen aus dem Camp in ihre Heimat Monterey zurückgekehrt. Doch Ruhe vor den Göttern findet sie nicht. Denn sie sind ihr gefolgt und das Gefühlschaos und die göttliche Wette gehen in die nächste Runde.

Apoll und Kalchas mag ich auch in „Hasse mich nicht“ sehr und habe mich regelrecht nach Szenen mit den beiden gesehnt und gehofft, dass sie viel mehr Auftritte haben. Ich finde Apoll und Kalchas toll ❤. Athene mag ich auch ganz gern, sie ist ein sehr liebenswerter Charakter. Trotz dessen hätte ich mir gewünscht, dass die drei wenigstens ehrlich mit Jess umgegangen wären …

Robin ist ein Biest, das wusste ich ja schon im ersten Band, aber im Zweiten wurde es noch deutlicher. Ich hätte sie manchmal echt … Cayden kam mir im Gegensatz zu Band eins diesmal wie ein Schoßhündchen und Klette vor. Aber als Jess ihn dringend brauchte – oder einen der anderen Götter – war wieder mal keiner da. Ständig geriet sie unnötig in Gefahr. Das war ziemlich nervenaufreibend. Manchmal hätte ich sie echt schütteln können.

Mateo war für mich von Anfang an ein fragwürdiger Charakter. Ich hatte immer bei ihm das Gefühl, dass da irgendetwas nicht stimmt. Er war irgendwie zu aufmerksam, zu fürsorglich und irgendwie immer zur Stelle, wenn es Cayden oder einer der Götter nicht war. Das machte mich äußerst misstrauisch…

Ariadne war für mich ein schwacher Charakter. Ich weiß noch immer nicht recht, auf welche Seite ich sie einordnen soll. Anfangs dachte ich, sie sei auf der „bösen“ Seite, dann änderte es sich mal kurzfristig, aber irgendwie bin ich mir noch immer nicht ganz sicher, da wir als Leser auch nicht sonderlich viel über diese Frau erfahren. Ich glaube, da kommt noch was in Band 3 auf uns zu und sie spielt eine wichtige Rolle darin.

Mir gefiel gut, dass wir diesmal Jess und ihr Umfeld näher kennen lernen durften und somit auch die alltäglichen Probleme mit Familie, Freunden, Schule, Nebenjob etc. Besonders gut gelungen, ist die Darstellung der Alkoholsucht von Jess´ Mom und die damit verbundenen Probleme, die diese auslösen. Ich finde es nicht unbedingt gut, dass ihre Mom sogleich den nächsten Mann am Hals hat und um sie wirbt. Ich hatte eher gehofft, dass sie sich erst einmal von ihrer Sucht und ihrem Ex emotional löst und zu sich selbst findet ehe sie einen neuen Mann in ihr Leben und das Leben ihrer Kinder lässt. Aber ich hoffe, die Autorin findet auch hier einen guten Weg in Band 3.

Ich mochte, dass Jess in diesem Band stärker war und ihre Entwicklung voranschritt. Sie wirkte erwachsener. Ihre Emotionen waren deutlich zu fühlen, besonders ihre Wut und ihr Hass auf Cayden und Robin. Manchmal hätte ich sie gern in den Arm genommen und getröstet. Da war ich froh, dass sie in Leah eine gute Freundin gefunden hat.

Genervt hat mich tierisch, dass die Götter Jess nicht in die Geheimnisse eingeweiht haben, obwohl sie doch für die Götter so unendlich wichtig ist. Klar, dass es schließlich so kommen musste, wie es letztendlich kam. Ich kann Jess´ Reaktion von daher ziemlich gut verstehen. Da wäre wohl jeder „angepisst“ gewesen. Auch empfand ich Jess erwachsener und reifer, wenn sie sich um ihre Freunde und Familie kümmerte und dann wurde sie wieder zum Kind, das wütend mit dem Bein aufstampfte, wenn es seinen Willen nicht bekam, sobald Cayden auftrat. Da war kein Gleichgewicht vorhanden und ich wurde dank Jess emotional hin und her geworfen.

Ich kann auch nicht ganz verstehen, wie die Mädchen – insbesondere Jess, Robin, Julie etc. –  immer wieder vorgeführt werden und auf die Götter reinfallen. Nur weil sie toll aussehen und es verstehen, sich einzuschleimen? Wo bleibt da der Charakter? Tiefgründig denken diese Mädchen scheinbar nicht ganz …

Gelungen fand ich, dass immer wieder die echte Geschichte der Götter in diesen Roman mit eingeflochten wurde, so dass man als Leser mehr über die Götter und die griechische Geschichte erfährt. Davon hätte ich bitte gern mehr J

Der Schluss: Was für ein Ende! Mir entfährt jetzt noch ein entsetzter Aufschrei aus meiner Kehle, wenn ich daran denke! So ein fieser Cliffhänger aber auch! Ich bin echt neugierig darauf, wie die Geschichte in Band 3 fortgesetzt wird. Leider muss ich mich noch bis 19. März 2018 gedulden … und dann ist die göttliche Geschichte um Cayden alias Prometheus und Jess leider auch vorbei … schnief… Ich frage mich, wie Cayden in Band 3 aussehen wird – wie der Gott Prometheus oder wie Cayden in seiner menschlichen Gestalt?!??

Der Schreibstil ist wieder einmal wunderbar. Ich fand mich schnell in die Fortsetzung ein und fühlte und litt mit Jess mit. Manche Szenen waren sehr vorhersehbar und klar, dass sie so ausgehen / kommen würden. Aber dafür gab es andere, die mir einen Schmunzler oder ein Kreischen entlockten. An Spannung mangelte es diesem Roman nicht, denn ich hatte keine Chance, das Buch nur einen Moment aus der Hand zu legen, ohne mich zu fragen, wie es mit Jess weitergeht und ob sie Cayden verzeihen kann/wird.

Das Cover passt optisch gut zu seinem Vorgänger. Allerdings gefällt mir persönlich die abgebildete Person nicht. Aber das ist nur meine Meinung. Farblich finde ich das Cover gelungen und der Buchumschlag fasst sich auch toll an. ❤ Mich stört allerdings, dass der Titel und der Autorenname so durcheinander aufgedruckt wurde. Hier hätte ich mir eine ordentliche Reihenfolge gewünscht, die Schrift hätte auch kleiner und geschwungener sein dürfen.

Fazit:

„Götterfunke 2 – Hasse mich nicht“ ist eine gelungene Fortsetzung mit einem fiesen Cliffhanger, der es mir echt schwer machen wird, auf den letzten Teil zu warten – schon allein wegen der Leseprobe zu Band 3! Ich habe die Szenen mit Jess, Apoll, Kalchas und Cayden sehr genossen und freue mich auf mehr. Hoffentlich finden alle ihr Happy End und die Welt der Götter findet zum Frieden zurück.

Ich vergebe wundervolle 4 von 5 Punkten für diese Fortsetzung um Jess und Cayden!

 

[Rezension] „Palast der Finsternis“ von Stefan Bachmann

51coverDüsteres, spannendes Abenteuer mit Gänsehautfeeling

Es sollte eine Expedition in einen lang verschütteten unterirdischen Palast werden. Doch stattdessen entpuppt sich der als Expedition geplante Trip als eine Entführung, die nur eines aufzeigt: Anouk und ihre Freunde sollen sterben. Können Sie den unterirdischen Palast trotz all der Fallen, Täuschungen und unheimlichen Wesen überleben und entkommen?

Genau das fragte ich mich, nachdem ich in die Geschichte eintauchte und sofort von ihr gefangen genommen wurde. Ich liebte anfänglich die Erzählungen um Aurelie im Jahre 1789 in Paris, die Sprache und die Beschreibungen des Palastes. Und ich mochte Anouk, ihren Sarkasmus und ihre Gedankengänge. Sie waren auf eine interessante Art sehr unterhaltsam. Anouk hat Pepp. Mit jeder Seite, die ich las, legte die Geschichte an Schwung und Spannung zu und ich dachte nur noch: Wow! Was für eine Story!

An Spannung und Einfallsreichtum mangelt es dem Autor absolut nicht. Denn jedes Mal, wenn ich dachte, gut, jetzt wird es wieder etwas ruhiger und die Protagonisten können sich endlich mal ausruhen, geschieht das nächste Unheil und mein Adrenalin schoss wieder in die Höhe. Der Autor gönnt einem auch gar keine Erholungspause 😀

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Der Palast wird sehr bildhaft beschrieben, so dass ich ihn mir im Geiste sehr gut vorstellen konnte und glaubte, selbst im Palast umherzuschweifen bzw. zu hetzen.

Es ist in zwei Erzählsträngen geschrieben: Einmal aus der Perspektive von Anouk (Gegenwart) und Aurelie (1789), so dass wir in ihre Gedanken und Gefühle problemlos eintauchen können. Die Spannung war die meiste Zeit über präsent und sehr greifbar. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen, ohne mich zu fragen, wie es mit Anouk, Will, Jules und Lilly weitergeht und was Aurelie in ihrer Vergangenheit erlebt haben musste. Es ist einfach ein gigantisches, spannendes Werk voller Adrenalin! „Palast der Finsternis“ ist ein reiner Horrortrip durch einen unterirdischen Palast, verziert mit unendlich viel Reichtum und Leben vergangener Zeiten.

Mir gefiel, dass wir im letzten Drittel der Geschichte mehr über Anouk und ihre Freunde erfahren, weil sie sich einander öffnen. Anfangs sind sie noch Fremde, doch man merkt immer mehr, wie die ganze Situation sie immer mehr fordert und sich freundschaftliche Bände knüpfen, was mir sehr gefallen hat. Die Charaktere um Anouk, Jules, Will und Lilly waren anfangs so flach, wurden aber ab dem letzten Drittel richtig tiefgründig – besonders Anouk, worüber ich mich sehr freute. Sie zeigten alle eine Stärke, ganz besonders Anouk und Lilly, die ich den beiden anfangs gar nicht zugetraut hätte. Mir tut trotz allem Jaques sehr leid. Ich hatte mir ein schöneres Ende im Buch für ihn gewünscht.

Kritikpunkte:

Ich hatte anhand des Klappentextes mit einer Geschichte über eine Expedition nach einem geheimen unterirdischen Palast gehofft. Stattdessen entpuppt sich das Buch als eine Art Entführungs-Gejagten-Buch a la Tribute von Panem.

Ich rechnete auch aufgrund des blau schimmernden Covers, der Geisterfrau und den goldenen Schmetterlingen mit Geistern und anderen übernatürlichen Wesen, die in dem unterirdischen Palast über Jahrhunderte eingeschlossen gewesen sind. Aber diese Geschichte ist ganz anders als gedacht. Also lasst euch vom Klappentext und vom Cover nicht in die Irre führen. Dieses Buch ist also ganz anders als ich es erwartet hatte.

Homunculus. Der Schmetterlingsmann. Was für ein eigenartig erschaffenes Wesen. Warum dieses „Monster“ erschaffen, wenn sie ihr Ziel hätten selbst erreichen können? Meiner Meinung nach hätte dieses Buch den Schmetterlingsmann gar nicht gebraucht. Die Geschichte ist so schon spannend und heftig genug, als dass noch solch ein Wesen erschaffen werden musste. Es ist zu viel, zu überfrachtet und zu skurril.

Den Schmetterlingsmann an sich fand ich jetzt nicht so gruslig, wie er wohl rüberkommen sollte. Er hätte problemlos gestrichen werden können.

Haydens Rückkehr kann ich allerdings noch immer nicht wirklich nachvollziehen. Was war er und was genau ist mit ihm passiert? Hier hätte ich sehr gern mehr erfahren.

Was mich außerdem tierisch genervt hat, sind die vielen französischen Begriffe und Sätze, die leider nicht übersetzt werden – weder in Fußnoten, noch im Anhang, noch irgendwie anders. Dabei beherrscht nicht jeder Leser die französische Sprache. Hier hätten Autor und Verlag mal besser nachdenken sollen. Ich habe auf diese Stellen echt keinen Bock gehabt und auch keine Lust ständig das Wörterbuch um Rat zu fragen. Mir wäre es lieber gewesen, wenn diese Textstellen ins Deutsche übersetzt worden wären. So aber habe ich das Gefühl, als würde mir hier ein Teil der Geschichte entgehen. Klar versteht Anouk die Worte der Franzosen, weil sie ja mehrere Sprachen beherrscht, aber ich eben nicht und vermutlich auch viele andere Leser nicht. Manchmal wurden sie von Anouk oder Will übersetzt, aber das genügt nicht, da es einfach zu viele französische Worte gab.

Zitate:

„Wenn andere dich haben weinen sehen, ist es, als besäßen sie einen Teil von dir.“

„Alles wovon man träumt , ist möglich, Anouk. Manchmal träumt man einfach nur zu früh.“ (Seite 344)

„Wenn wir arm sind, wollen wir reich sein, wenn wir reich sind, wollen wir geliebt werde, und wenn wir geliebt werden, wünschen wir uns Freiheit von Schmerzen, endlosem Lebe und immerwährendes Glück. Es ist ein großes, unaufhaltsames Verhängnis. Tief in unserem Verstand ist eine Krankheit verborgen, eine Finsternis, die alle Übel verursacht. Man kann nichts dagegen tun. Man kann sie nur auslöschen.“ (Seite 383)

Die Menschen besitzen ein besonderes Talent, nämlich, dass sie überall unglücklich sein können, egal, wo sie sind. (Seite 397)

Fazit:

„Palast der Finsternis“ von Stefan Bachmann ist eine spannende Horror-Trip-Geschichte, die man nicht aus der Hand legen kann. Mir gefällt die bildhafte Sprache der Vergangenheit und die Beschreibungen des unterirdischen Palastes sehr gut. Es gibt so viele wundervolle Zitate, die ich aus diesem Buch mitnehmen werde und sage deshalb: Danke, Stefan Bachmann. Danke für all diese wunderbaren Worte, die mich sehr berühren!Und das Tempo, dass dieser Roman vorlegt, so dass er mich beinahe atemlos und doch irgendwie auch glücklich und mit einem traurigen Auge zurücklässt.

Ich gebe diesem Werk gute 4 von 5 Punkten.

[Rezension] „Beautiful Liars“ von Katharine McGee

91LrVvZu9ZLDramatische Geschichte der Schönen und Reichen voller Machtspiele, Intrigen und Geheimnisse

Klappentext:
“Pretty Little Liars” meets “Gossip Girl”: noch herzzerreißender, noch glamouröser, noch gefährlicher!

Manhattan, 2118: Im Penthouse des höchsten Gebäudes der Welt feiern die Reichen und Schönen eine rauschende Party. Für fünf von ihnen wird nach dieser Nacht nichts mehr so sein wie zuvor. Die wunderschöne Avery, die intrigante Leda, die verführerische Eris, die verzweifelte Rylin, der ehrgeizige Watt – einer von ihnen wird den Abend nicht überleben.

Die Geschichte im Jahr 2118 wird aus Sicht von 5 Protagonisten geschrieben: Avery, Rylin, Leda, Watt und Eris. Anfangs hat es mich sehr gestört und verwirrt, weil es für den Start dieses Buches einfach zu komplex war. Denn jeder der 5 Protagonisten kam kapitelweise zu Wort, so dass ich mir erstmal Notizen machen musste, um beim nächsten Kapitel noch zu wissen, wer wer ist. Aber nach einer Weile bekam ich den Dreh raus und tauchte tiefer in die Geschichte ein, die immer mehr an Spannung und Chaos zulegt. Auch verweben sich die Geschichten der einzelnen anfangs vorgestellten Protagonisten immer mehr. Dennoch hoffte ich immer wieder auf meine beiden Lieblingsprotagonisten Avery und Rylin, mit denen ich regelrecht mitgefiebert habe. Beide gefielen mir von Anfang an gut und ich fühlte und litt mit ihnen.
Im Gegenzug zu Leda, bei der ich von der ersten Seite an irgendwie ein ungutes Gefühl hatte.
Einigen Charakteren fehlte es an Tiefe, andere hingegen waren gut ausgearbeitet, so dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Andere wiederum blieben noch außen vor. Hier hoffe ich auf den 2. Band, um mehr über sie zu erfahren.

Die Schauplätze sind wunderbar bildhaft und detailreich beschrieben, so dass ich mir die Orte sehr gut gedanklich vorstellen konnte. Die Technologie fand ich besonders beeindruckend: Augenscanner, Bots wohin das Auge schaut, verbotene Quants, fliegende gesteuerte Autos, technisierte Kontaktlinsen mit denen man flickern kann (= zum Nachrichten versenden und telefonieren) etc. Ich bin begeistert. Hier hat die Autorin wirklich eine hervorragende Fantasie bewiesen und ich bin ehrlich: Diese Zukunft gefällt mir irgendwie. Wären da nicht die ärmlichen Bereiche und Wohnungen ohne Fenster in den unteren Etagen des XXL-Towers. Das hat mich dann eher weniger beeindruckt.
Mich hätte auch noch ein wenig mehr das Leben außerhalb des Towers interessiert oder findet das ganze Leben der Stadt nur im Tower statt? Denn im Tower scheint es alles zu geben: Kleidung, Lebensmittel, Restaurants, Hotels, Spielhallen, Fitnesscenter etc. Es ist im Grunde genommen, eine eigene Stadt innerhalb eines riesigen 1.000-stöckigen Gebäudes. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie nah man da am Himmel ist, welche fantastische Aussicht man von dort oben genießt und wie windig es dort oben sein muss.

Manche Szenen und Ereignisse sind sehr vorhersehbar, andere hingegen absolut überraschend, vor allem, was das Ende betrifft. Denn mit diesem Ende hätte ich im Leben nicht gerechnet. Ich hätte eher mit dem „Flug“ einer anderen Person gerechnet und bin noch immer regelrecht geflashed deshalb. Gut, wenn man es logisch betrachtet, war es klar, dass es so enden musste, da es schließlich noch eine Fortsetzung geben wird, aber dennoch. Diesem Protagonisten hätte ich dieses Ende nicht gewünscht. Schon gar nicht, weil nach all dem Schlechten es sich endlich angedeutet hat, dass sich das Blatt wieder wendet und es bergauf geht und dann DAS! Ich bin schockiert und sprachlos.
Der Folgeband verspricht auch wieder sehr spannend zu werden und ich habe da auch schon so einige Gedanken, wie sich dieser zweite Band entwickeln könnte. Ich bin neugierig, ob ich richtig liege. Leider muss ich mich noch bis Juli 2018 gedulden, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, ohne Stolperstellen etc. Ich konnte gut in die Geschichte der einzelnen Protagonisten und deren Dramen eintauchen und fühlte mich gut unterhalten.

Das Cover ist wunderschön, mir gefallen die Farben und die Sterne vor dem dunklen Nachthimmel. Schon allein deswegen hätte ich das Buch, wenn ich es im Buchhandel entdeckt hätte, nicht aus der Hand legen können
Das abgebildete Mädchen wirkt sehr traurig, als würde ihr Herz in ihrer Brust vor Schmerz zerspringen. Sie wirkt auf dem Cover trotz des ganzen Glamors der Stadt unter ihr und des nächtlich-funkelnden Himmels sehr einsam und sucht Wärme und Liebe, Liebe, die sie vielleicht niemals haben darf. Der dunkle Himmel im Hintergrund wirkt dadurch kalt und düster, was die Einsamkeit nur noch mehr hervorhebt. Es wirkt ein wenig gegensätzlich: Alles funkelt, glänzt und strahlt äußerlich, aber innerlich ist alles düster, kalt, einsam und zerbrochen.

Fazit:
Diese Geschichte um Avery & Co. ist eine krasse Story aus Liebe, Sex, Party, Drogen, Stalker, eine „verbotene“ Liebe, Geheimnisse, Freundschaften, die auseinander brechen etc. Da sind Chaos und Drama regelrecht vorprogrammiert. Hier bekommt jeder Fan von „Gossip Girl“, was das Herz begehrt.

Mich hat diese doch leicht chaotische Geschichte der Schönen und Reichen in einer fernen Zukunft mit all ihrer Technik und Dramen sehr fasziniert und gefangen genommen. Denn so viele Geheimnisse, Intrigen, Dramen und Machtspiele habe ich in keinem Buch bisher erlebt wie in „Beautiful Liars“. Ich bin sehr auf die Fortsetzung gespannt. Ich vergebe gute 4 von 5 Punkten.

#beautifulliars #katharinemcgee #zukunft #2118 #drama #gossipgirl #littleprettyliars #rezension #bibliomantik #verboteneliebe

[Rezension] Christian Handel „Rosen und Knochen“

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Ich mag Märchen und Märchenadaptionen in all den verschiedenen Variationen sehr. Als ich hörte, dass Christian Handel eine düstere Version von Schneeweißchen und Rosenrot veröffentlicht, wurde ich neugierig. Schon der Klappentext klingt verheißungsvoll, spannend und gruslig! Darin heißt es, dass Muireann und Rose unter ihren Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot als Dämonenjägerinnen durch die Lande ziehen. Sie bekämpfen und jagen Wassermänner, Trolle, Hexen, Kobolde etc.

Schon allein diese Grundidee hat mir gefallen, um mich auf dieses Buch aufmerksam zu machen. Und dann dieses düstere, faszinierende Cover! Da konnte ich nicht widerstehen, ich MUSSTE dieses Buch unbedingt haben.

Mit seiner ganz eigenen Märchenversion entführt uns Christian Handel in den überaus gefährlich-geführchteten düsteren Märchenwald, der von kleinen Geisterkindern bevölkert wird und Unwesen ihr Unheil treiben. Mitten im finsteren Wald steht ein Hexenhaus, das grusliger nicht sein kann. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten.

Um der Geschichte einen Hauch Dramatik, Hintergrundinformationen und Emotionen beizumischen, ist die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Muireanns Sicht geschrieben.

Ich mag den bildhaften, wortgewandten, düsteren Schreibstil des Autoren sehr. Er schreibt leicht und flüssig und sehr bildreich. Manchmal ist es sogar so gut, dass mir dank seiner Worte und der bildhaften Beschreibung einiger Szenen regelrecht schlecht wurde wie den Protagonisten selbst. Ein andermal war mir richtig Angst und Bange, ich bekam regelrechte Beklemmungen und hatte Angst, nachts vor lauter Alpträumen nicht schlafen zu können. Trotzdem las ich weiter und ich fieberte einem hoffentlich positiven Ausgang entgegen. Ja, Christian Handel versteht es mit seinen Worten, Spannung und Gefühle im Leser zu wecken und aufrecht zu erhalten. Mich hat diese Geschichte von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und konnte und ständig nur über den Fortgang der Geschichte nachdachte, wenn ich das Buch doch mal zur Seite legen musste.

Wunderbar gelang Christian Handel die Verwebung zweier bekannter Märchen mit Teilen schottischer Sagen und Legenden, die mich besonders faszinierten. (Lest unbedingt den Anhang!!!!!)

Die beiden Protagonisten Murieann und Rose sind vielschichtiger als ich es anfangs erwartet hatte. Besonders Murieann und ihre tiefen Gedankengänge halfen mir, sie mehr und mehr in kürzester Zeit zu mögen und sie und ihre Beweggründe gut zu verstehen. Sie wirkte auf mich realistisch und authentisch, gern würde ich sie mal real treffen. Ihre Gedankenwelt und die Rückblenden aus ihrem früheren Leben unterstützten die Geschichte in ihrer Spannung und hielten diese oben. Schade finde ich nur, dass Rose in dieser Novelle etwas zu kurz kam. Aber ich hoffe sehr, dass es noch weitere Geschichten der beiden Dämonenjägerinnen gibt und wir mehr über Rose erfahren werden! Erfrischend fand ich, dass die beiden Protagonistinnen sich bereits über viele Jahre kannten und liebten und nicht erst in dieser Geschichte zusammenfanden. So war auch der Zusammenhalt besser und verständlicher, die Gefühle intensiver und schöner wie auch die Sorge darum, Liebe und Freundschaft zu verlieren.

Mein Lieblingszitat aus „Rosen und Knochen“ ist deshalb auch: „Liebe überwindet alles. Sie hat die Macht, Flüche zu brechen. Verwandelt Frösche in Prinzen und erweckt Prinzessinnen aus ihrem Schlaf. Und Liebe kann verzeihen.“

Mir gefiel die düstere Kurzgeschichte mit dem Flötenspieler, die als kleines Extra in dieses Buch eingefügt wurde. Es ist düster, aber auch mysteriös und gut geschrieben. Der Flötenspieler ist gescheit, geschickt und hinterlistig. Christian Handel hat sein Wesen sehr gut erfasst und umgesetzt, so dass es mich gruseln würde, dem höllischen Flötenspieler persönlich zu begegnen. Ich denke selbst nach ein paar Tagen Abstand von der Novelle noch immer an den Flötenspieler zurück und frage mich, wieso wir Menschen immer glauben, jedem „Ding“ einen Namen verpassen zu müssen und über allem stehen zu wollen… Der Flötenspieler stimmt mich in dieser Hinsicht sehr nachdenklich.

Ich danke dem Autor auch sehr für all die vielen Informationen über die Märchen der Gebrüder Grimm, H. C. Andersen und all die tollen Links zu Märchen, Blogs und Hinweise über Fabelwesen. Daher mein Tipp an euch: Lest euch unbedingt das Nachwort durch, denn hier erfahrt ihr wirklich wissenswerte Hintergründe über Märchen und ihre „Beschönigung“ im Laufe der Zeit.

Das Cover von Marie Graßhoff ist passend zur Novelle schön düster und geheimnisvoll gehalten. Man erkennt Schneeweißchen und Rosenrot vor einem dunklen Wald mit einem rauchenden Hexenhäuschen. Fast schwarze Rosendornen und blutroten Rosenblätter bilden den Rahmen um das Bild mit Schneeweißchen und Rosenrot auf einer saftig grünen Wiese und versetzen das uns dargebotene Bild in eine Mischung aus fantastischen Märchen, Liebe und Grusel. Es wirkt an den Rändern zudem ein wenig frostig und neblig, was den Gruseleffekt noch anheizt. Das düstere Cover passt beeindruckend gut zu der grusligen Märchenadaption, das mir schon allein vom Betrachten ein leichter Schauer über den Rücken läuft.

Mit dem Auftakt „Rosen und Kochen“ ist Christian Handel ein wunderbar düsterer Auftakt zu den Hexenwald-Chroniken gelungen, in die ich sehr gern wieder eintauchen möchte. Ich liebe diese Novelle, sie ist eine absolute Kauf- und Leseempfehlung! Deshalb vergebe ich 5 von 5 Sternen und hoffe auf viele weitere spannende Geschichten aus dem Hexenwald!

Hinweis:

Die Geschichte ist düster und teils auch grausam, deshalb würde ich davon abraten, sie (Klein-)Kindern vorzulesen.