[Rezension] Jennifer Alice Jager „Prinzessin Fantaghiro – Im Bann der weißen Wälder“

fantaghiroBilliger Abklatsch der Original-Geschichte! Echt enttäuschend!

Ich war sehr gespannt auf diese Geschichte, da ich ein großer Fantaghir-Fan bin. Allerdings ist es im Großen und Ganzen nur eine mehr oder weniger gute Nacherzählung der Original-Bücher und –Filme (Teil 1 + 2). Es wurden lediglich die Namen von Fantaghiros Schwestern geändert (hier: Elenora und Lorena, Original: Caterina und Carolina) und auch der feindliche Königssohn ist namentlich nicht Romualdo, sondern Alessio in einer finsteren Ritterburg. Auch hier gibt es wieder die bekannten Verwirrungen und Täuschungen, weil sich Fantaghiro als männlicher Ritter ausgibt und sich der feindliche Königgsohn in sie verliebt und glaubt, er sei schwul. Das führt zu mehreren Szenen, in der Alessio Fantaghiro darauf testet, ob sie ein Mann oder eine Frau ist.

Es gibt auch noch eine neue Rolle, die so im Original nicht vorkam: Tristan, Krähe und Zauberer und irgendwie auch Diener der Weißen Königin der weißen Wälder, die eigentlich keine Hexe ist. Woher sie ihre Magie hat, ist mir regelrecht schleierhaft, denn sie ist in Wahrheit jemand ganz anderer … aber wer, das müsst ihr schon selbst lesen.

Fantaghiro erscheint mir anfangs stark und trotzig, frech und mutig. Doch ab der Hälfte des Buches schwächelt sie emotional immer zu, hinterfragt viel und verliert ihren Mut und ihre frechen Sprüche. Schade, denn das mochte ich am meisten.

Alessio war für mich anfangs ein großes Fragezeichen, genau wie Tristan, bis ich beide näher kennenlernen durfte und sie schließlich mochte. Ich hätte mir bei beiden Charakteren jedoch mehr Tiefe gewünscht und hätte gern mehr über ihre Vergangenheit, Gedanken und Handlungsweisen erfahren wollen.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Ich kam gut in die Geschichte rein. Manchmal gab es allerdings noch einige Rechtschreib- und Grammatikfehler, die mich stolpern ließen. Auch war manches Mal der Ausdruck bzw. die Wortwahl wünschenswert bzw. wurden manche Wortgruppen zum X-ten Mal wiederholt *genervt Augenroll*

Diese Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Fantaghiro, Alessio und Tristan. Es ist ein wenig verwirrend hin und her zu switschen ohne eine Überschrift für die jeweilige Szene, wer gerade dran ist.

Der erste Teil dieses Romans enthält zu viele Parallelen zu den Original-Büchern und –Filmen der 90er Jahre. Es wurden lediglich ein paar Namen ausgetauscht, ein neuer Charakter hinzugefügt, einer ausradiert und einige Szenen leicht abgewandelt. Ansonsten war es fast eine schlechte 1:1-Kopie.

Die zweite Hälfte des Buches erinnert mich ein wenig an „Die Schneekönigin“, in der keiner mehr etwas fühlt, weil das Herz zu Eis erstarrt ist und alles daran gesetzt wird, die sich einst Liebenden wieder zusammenzuführen. (= absolut vorhersehbar)

Die gesamte Geschichte ist sehr vorhersehbar und hält wenig Überraschungen parat.

Ich hätte mir eine ganz eigenständige Geschichte um Fantaghiro und ihre Abenteuer erhofft, anstatt noch einmal alles „aufgewärmt“ und mit etwas anderen Protagonisten vorgesetzt zu bekommen.

Kritik:

– Es gibt zu viele Parallelen zu den Original-Büchern von Doriana DelGallo aus dem VGS-Verlag, die Mitte der 90er Jahre erschienen sind.

– Das Turnier zur Auswahl des besten Kriegers für das Duell der Könige war eher total lächerlich als das es gut gewählt wurde. Klar hätte Fantaghiro diese Art Turnier nicht gewinnen können, aber es SO darzustellen wirkt eher einfallslos. Ich hätte mir eher ein Turnier beritten mit Lanzen vorgestellt, in der die weiße Hexe Fantaghiro hilft oder es gleich ganz sein gelassen und wie im Original beschrieben, dass der König seine Töchter als verkleidete Ritter aussendet. Denn dieses Buch hängt eh sehr nah am Original und kopiert viele Details. Wieso auch nicht gleich das.

– Da die Geschichte aus Sicht von 3 verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde, wäre es schöner gewesen, wenn die jeweiligen Protagonisten namentlich über ihren Szenen gestanden hätten, damit man die Szenen den richtigen Protagonisten schneller zuordnen kann. So musste man sich erstmal „reinlesen“, um zu verstehen, wer gerade an der Reihe ist.

– Logikfehler. Erst heißt es, Tristan besäße als Mensch keine Magie mehr außer im weißen Wald und dann vollführt er dunkle Magie im Schlossturm und schießt Blitze aus seinen Händen? Wie bitte geht das ohne Magie???

Woher wusste Tristan, wie er die Herzstücke von A. und F. zurückgeben und trotzdem weiterleben kann? Hat er das vom Waldgeist erfahren, von einer anderen Krähe oder gelesen oder wie? Hier wäre eine Auflösung wünschenswert. Denn ich glaube kaum, dass Tristan in schwarzer Magie bewandert ist, nachdem er nur die weiße Magie kennengelernt hat.

Mein Lieblingszitat:

„Man muss die Augen nachdem Licht offen halten, auch wenn man sich durch Schatten bewegt. Es ist da und es strahlt in Finsternis umso heller.“

Fazit:

Ich hatte mich riesig auf dieses Buch um mein Lieblingsmärchen Fantaghiro gefreut, wurde aber bitter enttäuscht. Denn im Großen und Ganzen ist es nur ein schlechter Abklatsch von den Originaltexten und –filmen der 90er Jahre. Ich hatte wesentlich mehr von so einer bekannten Autorin wie Jennifer Alice Jager erwartet.

Wer „Prinzessin Fantaghiro“ liebt, sollte bei den Originalbüchern aus den 90er Jahren von Doriana DelGallo aus dem VGS-Verlag bleiben.

2 von 5 Punkten

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Weihnachtszeit ist Märchenzeit

Jedes Jahr freue ich mich aufs Neueste, wenn die Weihnachtszeit beginnt und wieder viele Märchenfilme im TV gezeigt werden. Ich liebe diese Zeit so sehr. Das Schönste an Weihnachten ist für mich mein Lieblingsmärchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und seine musikalische Untermalung von Karel Svoboda. Ich liebe diesen Film einfach total, so dass er für mich richtig zu Weihnachten dazugehört.

Die Wangen sind mit Asche beschmutzt, aber der Schornsteinfeger ist es nicht.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
Zum Dritten: Ein silbergewirktes Kleid mit Schleppe zum Ball, aber eine Prinzessin ist es nicht mein holder Herr.

Ausstellung von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in Moritzburg

Vom 5. November 2011 bis 26. Februar 2012 findet die Aschenbrödel-Ausstellung auf Schloss Moritzburg Dienstag bis Sonntag von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr statt (Montag ist Ruhetag). Eintrittspreise findet ihr hier.

Die Treppe, auf der Aschenbrödel ihren Schuh verlor und der Ballsaal, in dem sie dem Prinzen begegnete, sind jährlich Ziele von Touristen. Der Film selbst wird als Teil der Schlossgeschichte dargestellt. Die gleichnamige Sonderausstellung im Winter 2009/2010 hatte mehr als 150.000 Besucher. Die originalen Spielstätten in Moritzburg gelten als Touristenziel auch im Sommer, die Treppe gilt als beliebter Ort für Heiratsanträge. Ab 5. November 2011 folgte eine Fortsetzung der einstigen Sonderausstellung.

Die neue Ausstellungsfläche umfasst über 2000 m² auf vier Etagen gegenüber den 460 m² im Jahr 2009/2010. Die Festsäle des Schlosses und die originalen Filmstätten wurden verstärkt in das neue Konzept einbezogen und bieten den Rahmen nicht nur für die »königlichen« Requisiten des Films, sondern auch für die Kostüme. In die Gesamtkonzeption flossen außerdem Wünsche und Vorschläge von Besuchern ein. Dazu wurde ein Ausstellungsrundgang im winterlich dekorierten Schloss konzipiert. Die Kulissen des Films, wie der Bauernhof der Stiefmutter oder die Gute Stube, sind überarbeitet worden oder neu entstanden. Interviews mit Regisseur und Darstellern über die Entstehungsgeschichte des Films und die Lebensläufe der Akteure wurden abgehalten. Zwei Räume des Schlosses werden zu Kinosälen umfunktioniert. Hier informiert u. a. eine gefertigte Dokumentation des Filmgymnasiums Potsdam über die Entstehung des Ballsaals.

Lebensgroße Wachsfiguren von Aschenbrödel und dem Prinzen sind zur Filmmusik von Karel Svoboda ausgestellt. Ein Modell des Ballsaals im Maßstab 1:8 wurde neu überarbeitet. Einige Filmfiguren können mittels einer Kurbel zum Tanzen animiert werden oder eine Trickkamera zeigt die Verwandlung der Haselnuss in das Hochzeitskleid von Aschenbrödel. (Quelle)

Ebenso sehe ich mir Weihnachten sehr gern die Märchen-Reihe von Prinzessin Fantaghiro an.