[Rezension] Rena Fischer „Chosen 2 – Das Erwachen“

chosen2Nervenaufreibend spannend

Der Anfang: Emma wird in Senvus Corvi von Fion Farran manipuliert, während Aidan nach seinem Gedächtnisverlust ohne Erinnerungen umherirrt.

Der Einstieg in diesen zweiten Teil gelang mir gut, ich konnte mich problemlos wieder in die Geschichte um Emma, Aidan und Fion Farran einfinden. Dieser Teil startet damit, dass Emma von Fion weiter manipuliert wird, während Aidan versucht, sich in seinem neuen Leben ohne Gedächtnis zu Recht zu finden. Und dann wird es richtig spannend. Es folgt ein Ereignis auf das Nächste, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Hier gibt es Entführungen, Verfolgungne, Kämpfe, Manipulationen, Mobbing (zählt leider auch dazu), Tribunale, Verräter etc. Aber es gibt auch schöne Momente, in denen Liebe und Freundschaft nicht zu kurz kommen.

Mein geliebter Jared aus Band eins wird hier in einigen Szenen erwähnt, was mich sehr freute. Auch wird für eine Szene Schneewittchen mit eingewoben, was ich auch toll fand.

Emma wird in dieser Fortsetzung allmählich erwachsen und zeigt Charakter. Das hat mir gut gefallen. Ich mochte ihre Entwicklung gern, auch wenn ich sie in manchen Szenen gern gepackt und wachgerüttelt hätte, da sie sich irgendwie immer ALLEINE in gefährliche Situationen stürzt bzw. stolpert. Aber das machte irgendwie auch die ganze Spannung aus. Aidan… tja, in Band eins hatte ich weniger Bezug zu ihm, Jared gefiel mir da wesentlich besser. Aber in diesem Band entwickelte sich Aidan und zeigte auch mal seine andere, weichere Seite, die ich gern schon im ersten Band kennengelernt hätte. Aidan zeigt wieder einmal, wie mutig und hilfsbereit er ist, wenngleich er seine Gabe verloren hat. Er steht trotzdem immer Emma zur Seite und kämpft für und mit ihr. Das bewundere ich an ihm.

Fion Farran war von Anfang an nicht so mein Fall, da ich nie wusste, was er wie und warum im Schilde führte – bis zum Schluss nicht. Allerdings fand ich es schön zu erfahren, warum Fion zu dem geworden ist, der er war, das hat seinem Charakter mehr Tiefe verliehen.

Jack ist eine weitere undurchsichtige Person für mich gewesen. Ich wusste und ahnte, dass er irgendetwas im Schilde führte, aber ich stieg anfangs nicht dahinter … bis zum Showdown natürlich … und dieser hatte es in sich.

Emmas Mom mit ihren hilfreichen Ratschlägen etc. vermisste ich genauso wie Jared. Es sind für mich beide lieb gewonnene Charaktere aus Band 1, die ich hier gern irgendwie mehr wiedergesehen hätte. Denn die Ratschläge von Katharina fand ich toll. Diese wurden allerdings von Fion Farrans Ratschlägen ersetzt.

Im hinteren Teil des Buches gibt es auch endlich die von mir herbeigesehnte Aufstellung der aufgeführten Personen mit ihren Gaben und Positionen sowie den Rangordnungen von Farrans Schulen. Das hätte ich mir gern schon im ersten Band gewünscht, da es im ersten Band ohne dieses Verzeichnis sehr verwirrend war. In einem Ebook macht sich das Verzeichnis am Ende des Buches sicher nicht so gut.

Kritikpunkte:

An manchen Stellen fehlten mir einige Erklärungen, die somit ein paar Fragen aufwarfen und ich manche Szenen nicht ganz nachvollziehen konnte. Zum Glück konnte ich diese Fragen in der Lovelybooks-Leserunde der Autorin stellen. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass diese Erklärungen direkt ihren Weg in den zweiten Teil gefunden hätten.

Mich verwirrten auch öfter die Namen, denn Jacob, James, Jamie, Jack, Jared klingen alle irgendwie ähnlich und ich musste an manchen Stellen erst einmal überlegen, wer denn jetzt welche Person mit welchem Hintergrund war. Gut, bei Jared wusste ich, wer er war, da Jared mein Favorit aus Band 1 ist. Schade, dass er es nicht direkt in diesen zweiten Teil geschafft hat. Ich habe ihn echt vermisst.

Der Schreibstil der Autorin war wieder einmal leicht und flüssig, so dass ich sofort in das Buch eintauchte und die beschriebenen Bilder in meinem Kopf entstanden. Die Orte in New York und Irland gefielen mir. Es machte mir Spaß, sie mit Emma zu erkunden und mehr darüber zu erfahren – besonders Irland. ❤ Hier wurde sehr gut recherchiert, wobei ich auch glaube, dass die Autorin selbst vor Ort war, um das Feeling einzufangen und für uns niederzuschreiben. Interessant fand ich, dass diesmal aus 3 Perspektiven geschrieben wurde. Emma und Aidan erzählten selbst ihre Geschichten, während die von Jacob (Emmas Vater) in der dritten Person geschrieben wurde. Diese drei Handlungsstränge laufen letztendlich alle zusammen und ergeben wieder ein rundes Ganzes, auch zeitlich gesehen. Der Verlauf des Buches war an vielen Stellen für mich unvorhersehbar, so dass ich gezwungen war, das nächste Kapitel und das nächste zu lesen, obwohl ich das Buch eigentlich beiseite legen und ins Bett schlafen wollte. Die Autorin versteht es geschickt, mit den Emotionen ihrer Protagonisten und die des Lesers zu spielen.

Das Cover „Chosen – Das Erwachen“ ist silbern 😀 und das ist genau MEINE Farbe und es schillert wunderschön und glänzt und funkelt. Zudem passt es optisch mit dem weiblichen Portrait sehr gut zum ersten Band und harmoniert fantastisch. Es ist eindeutig der Gegensatz zum ersten Cover und der pinke Schrifzug des Haupttitels ist toll. Ich mag den geschwungenen Schrifzug des Autorennamen. Man könnte meinen, dass die Autorin selbst es direkt auf dem Cover signiert hat ❤ Die Farben des Covers sind gut gewählt und ich freue mich schon wahnsinnig, dieses Buch in den Händen zu halten und neben Teil 1 ins Regal zu stellen ❤

Das Ende … Das habe ich so nicht kommen sehen und zeigte mir auf, dass Fion Farran vielleicht doch ein wenig anders war, als ich zu glauben dachte. Ich hatte Tränen in den Augen und eine Gänsehaut breitete sich über meinen gesamten Körper aus. Und doch konnte ich diese Buchreihe mit dieser Abschlussgeschichte zufrieden zuklappen, denn Fragen blieben kaum mehr offen. Dankeschön.

Fazit:

„Chosen – Das Erwachen“ ist eine gelungene Fortsetzung zu seinem Vorgänger mit mehr Spannung und Action, einem abwechslungsreichen Plot und guter Recherche. Und doch habe ich den Eindruck gewonnen, dass er ein wenig gegenüber „Chosen – Die Bestimmte“ schwächelt. Mir fehlten manchmal Erklärungen, die nicht vorhanden waren und ich nachfragen musste. Aber alles in allem war es ein guter Abschluss dieser Dilogie, die ich garantiert nochmals lesen werde.

Ich verleihe dieser Fortsetzung gute 4 von 5 Punkte.

Seelenpartner

Martina schrieb vor einigen Tagen einen tollen Beitrag über „Was ist eine Seelenpartnerschaft?„, den man gelesen haben MUSS! Denn erst dadurch kann man seine eigenen Gefühle und seine Beziehung zu einem Menschen besser verstehen. Mir hat dieser Beitrag sehr geholfen und bewusst gemacht, dass ich in solch einer Seelenpartnerschaft lebe und meinen Seelenpartner gefunden habe, was mich persönlich sehr glücklich macht, denn wir verstehen uns auch oft ohne Worte. Es genügt ein einziger Blick in die Augen des anderen und wir wissen, was der andere denkt, fühlt und sagen will. So etwas ist sehr selten. Deshalb sollte man seinen Seelenpartner nicht gehen lassen…

Ich danke dir, Martina, für diesen schönen Beitrag! Dankeschön! 🙂

Twilight Breaking Dawn NEWS

In Vancouver stehen sie endlich: Die Häuser von Bella Swan und Jacob Black. Das bedeutet, dass die Dreharbeiten zu Breaking Dawn auch bald losgehen können.

Weitere Fotos vom Swan-Haus findet ihr unter

http://www.zimbio.com/pictures/HqylzJUrycQ/GV+Bella+House+Twilight+Breaking+Dawn/YD81VAaXXtJ

Des Weiteren gibt es die ersten Informationen über die Dreharbeiten in Vancouver – also welche Szenen gedreht werden.

Achtung: Spoiler! Wer es nicht wissen will, sollte nicht weiterlesen! 😉

  • Bellas erste Jagd als Vampir
  • Renesmee wird beigebracht, wie sie jagt
  • ein paar Alaska-Szenen (Denali Clan)
  • Vorstellung der rumänischen Vampire
  • Edward FLASHBACK und Szenen mit einem Kino
  • Bella verhaut Jacob
  • Jacob trainiert Babywölfe
  • Bella trainiert ihr Schutzschild
  • eine Vater-Sohn-Konversation über Basebal zwischen Carlisle und Edward
  • die Hochzeit von Bella und Edward
  • eine glückliche Familienszene, als Renesmee ausgewachsen ist
  • und die Finalszene, die die beiden Liebenden auf einer Lichtung zeigt.

Es dürfte also interessant werden Breaking Dawn Im November 2011 zu sehen! Bis dahin heißt es leider noch: Warten!

Verfolgungsjagd

Lilith (17 jähriger weiblicher Teenager mit langen pechschwarzen Haaren, schlanker Figur und katzengrünen Augen) und ihr 4 Jahre jüngerer Bruder Jeremy (ein „Normalo“ wie Lilith die Menschen ohne besondere paranormale Fähigkeiten bezeichnet) sind auf der Flucht vor einer Gruppe Soldaten, die Lilith gern wieder einfangen würden, um weitere Tests an dem jungen Mädchen mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten durchzuführen. Die beiden fliehen, werden bei ihrer Flucht allerdings von einem Hubschrauber aufgefunden, der sie verfolgt und mit seinen donnernden fliegenden Maschinengewehrkugeln zum Anhalten und Lilith zum Aufgeben zwingen will.

Auf einer verlassenen Landstraße mitten in der Wüste

Der alte klapprige Jetta hatte den Geist aufgegeben, nachdem die Gewehrkugeln aus dem bewaffneten Helikopter direkt hinter uns den Motor und das Kühlaggregat außer Gefecht gesetzt hatten. Heißer Dampf stieg auf, der Motor ließ und ließ sich einfach nicht mehr starten. Ich versuchte es noch einige Male, doch erfolglos. Der Wagen bewegte sich keinen einzigen Milimeter mehr weiter. Verdammter Mist! Fluchend schlug ich auf das lederumsäumte alte Lenkrad des Jettas ein, dessen Nähte sich bereits begannen aufzulösen und das Leder vom Lenkrad allmählich auseinander ging und abzufallen drohte. Ich griff anschließend meine Tasche mit dem allernotwendigsten Utensilien – ja, auch mein MP3-Player gehörte dazu, denn er beruhigte immer meine Nerven, damit ich nichts ausversehen in die Luft sprengte. Ich sprang aus dem Wagen, holte Jeremy vom Rücksitz und rannte mit ihm am Arm davon. Wieder einmal.

Die Hubschrauberblätter surrten ganz knapp über unsere Köpfe hinweg, ich hörte schon beinah, wie sie meine langen schwarzen Haare kürzten.

Wie tief wollte dieser idiotische Pilot denn noch fliegen? Will er uns die Köpfe von unseren Schultern schneiden oder was?

Jeremy stolperte beim Rennen über einen kleinen Stein auf der sandigen Straße und fiel beinah hin. Ich konnte ihn gerade noch auffangen und mit ihm weiter rennen, damit die Soldaten uns nicht sofort schnappen konnten. Ich jagte mit Jeremy so schnell uns unsere Füße trugen über die leere Landstraße, doch der Hubschrauber folgte uns noch immer. Verdammt. Was machen wir nur?

Spontan änderte ich meine Richtung, zog Jeremy an der Hand hinter mir her und spurtete über den goldgelben Wüstensand. Mitten hinein ins Nichts – außer ein paar rötlichen Felsen und Steinen, stacheligen grünen Kakteen und hohen Bergen. Letztere waren allerdings noch viel zu weit weg, als das wir die fliegenden Soldaten hätten abhängen können. Ich zermarterte mir das Hirn, mir fiel aber nichts brauchbares ein.

Wieso hatten sich die Soldaten nicht längst vom Hubschrauber absetzen lassen und jagten uns zu Fuß weiter? So schnell waren wir beide nun auch wieder nicht, dass die uns nicht hätten einholen können. Merkwürdig. Das bedeutete allerdings auch, dass alle sich noch im Hubschrauber befanden. Wir mussten ihn zerstören oder irgendwie vom Himmel holen, damit wir so wenigstens ein klein wenig zeitlichen Vorsprung hatten. Aber wie holt man einen bewaffneten Hubschrauber vom Himmel, wenn man nichts bei sich trug außer einem kleinen Taschenmesser, einer Umhängetasche mit Lebensmitteln, einem Handy, einem MP3-Player, einer silbernen Digicam und einer Flasche Wasser. Wir waren auch von nichts wirklich brauchbarem umringt in dieser trostlosen verlassenen Gegend. Was sollten wir nur machen? Jeremy rannte neben mir keuchend her und blieb plötzlich stehen. Mitten in der Verfolgungsjagd.

„Mach doch was, bitte! Die erschießen uns sonst noch.“ bat er drängelnd.

„Was soll ich denn machen? Soll ich die etwa mit meiner Wasserflasche bewerfen?“ fragte ich ihn irritiert.

„Du weißt schon was. Das Paradingsda… Das mit deinen Gedanken.“

„Das kann ich nicht.“

„Doch, das kannst du.“

„Nein. Kann ich nicht.“

„Oh doch! Ich habe gesehen wie du deinen MP3-Player in deinem Zimmer angeschaltet hast ohne ihn überhaupt zu berühren.“

„Ein MP3-Player ist aber auch viel einfacher und wesentlich kleiner als das riesen Vogelvieh dort oben!“ brüllte ich jetzt ihn fast an.

„Du kannst es doch wenigstens versuchen. Welche Wahl haben wir denn sonst.“

Gar keine. Doch das sagte ich Jeremy nicht.

Mist. Verdammter Mist. Warum müssen diese kleine Nervzwerge immer an meiner Seite sein und Recht haben wollen? Und warum kann sich dieses blöde Hubschrauberding nicht einfach in Luft auflösen oder einfach vom Himmel fallen und explodieren?

Der schwarze metallene Riesenvogel kreiste noch immer lautstark dröhnend über unseren Köpfen hinweg und entlud seine Kugeln in unsere Richtung.

„Lilith!“ schrie es direkt neben mir als gelboranger Sand in die Luft stob, als die Kugeln den sandigen Boden extrem nah neben uns trafen, so dass recht schnell ein leichter hauchdünner sandiger Nebelschleier entstand. Ich packte Jeremy am Arm, rannte wieder los und zog meinen kleinen Bruder hinter sich her.

„Wir müssen hier weg, sonst erwischen die uns noch. LAUF!“ befahl ich ihm barsch und jagte davon.

„Wir können aber nicht ewig davon laufen, Lilith.“

Ich weiß, dachte ich.

„Aber zuvor müssen wir erst einmal irgendwo Unterschlupf finden. Also halt die Augen offen. Irgendwo muss doch etwas sein, wo wir uns verstecken können. Die Frage bis dahin ist nur, wie wir den Heli loswerden können.“

Dieser verfluchte Hubschrauber ließ sich einfach nicht abhängen. Wie sollten wir beide uns nur verstecken können, wenn der immer wieder über unseren Köpfen kreist und uns mit seiner scharfen Munition befeuert?

Vielleicht hatte Jeremy ja doch recht. Ich sollte es vielleicht doch auf einen Versuch ankommen lassen. Okay, los gehts. Mehr als schief gehen, kann es ja nicht.

Ich atmete tief durch, schloss meine Augen, versuchte das störende lautstarke Motorengeräusch des Helikopter auszublenden und machte mich an die Arbeit. Ich ließ meine Gedanken in Richtung Hubschrauber gleiten, in sein Innerstes, in seine Elektronik. Denn nur diese konnte ich gegen die bewaffneten Männer einsetzen und ggf. zerstören. Aber zuvor musste ich erst einmal wissen, wie so ein Helikopter funktioniert.

Tausend mal berührt

Ihr kennt doch sicher alle diesen Song „Tausend mal berührt, tausend mal ist nichts passiert…“ von Klaus Lage. Ich dachte immer, so etwas gäbe es nur in Büchern oder Filmen, bis es mir jetzt selbst passiert war. Silvester 2010 mit Basti, einem Kumpel meiner Schwester, der auch wie ich zur Party eingeladen war.

Ich war nach langer unglücklicher Zeit wieder Single, Basti schon etwas länger. Wir kannten uns schon seit Jahren über meine Schwester und hatten uns auch schon öfter gesehen, aber wir waren füreinander tabu, denn immer wenn wir uns trafen, war einer von uns in einer Beziehung. Also nichts für den anderen. Bis zu Silvester 2010. Da waren wir beide Single und es traf Basti wie von einem Blitz so heftig, als ich den Raum betrat. Er ließ es sich kaum anmerken, neckte mich aber hin und wieder und wollte meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Mir war das anfangs gar nicht aufgefallen, weil so viele Leute im Raum waren. Aber ich unterhielt mich mega gern mit ihm und fühlte mich wohl in seiner Nähe. Irgendwie klebten wir fast den ganzen Silvesterabend aneinander bis Basti gehen musste. Ich fühlte mich urplötzlich so unglaublich allein ohne ihn und hatte nicht einmal seine Telefonnummer. Das stimmte mich zutiefst traurig. Einen kleinen Hoffnungsschimmer hatte ich zum Glück aber noch, denn wir waren beide im gleichen sozialen Netzwerk angemeldet und ich schrieb ihm umgehend eine Nachricht als ich von der Silvesterparty allein zu Hause ankam. Stunden später traten wir unseren E-Mail-Kontakt an. Unsere Mails wurden länger und länger, wir schrieben bald darauf via MSN miteinander, doch das genügte uns nicht. Letztendlich tauschten wir unsere Nummern aus und telefonierten Stunden- und auch Nächtelang miteinander und hätten nie ein Ende gefunden, wenn wir nicht auf Arbeit gemusst hätten. Samstag stand Basti plötzlich vor meiner Tür. Er hatte sich nach mir gesehnt. Ich war einerseits sichtlich überrascht, andererseits auch glücklich ihn nach „so langer Zeit“ (eigentlich war ja nur 1 Monat vergangen) wiederzusehen. Es trieb mir kleine Tränen in die Augen, die ich jedoch umgehend unterdrückte, damit er sie nicht sah. Wir waren bald wieder in unsere Gespräche vertieft, hielten irgendwann Händchen, kuschelten miteinander beim DVD kucken und wollten nicht, dass der schöne Tag endete. Spontan planten wir seine Übernachtung bei mir. So schnell durfte noch nie ein Mann bei mir übernachten. Mit Basti ist das allerdings etwas anderes. Zwischen uns besteht diese unglaublich tiefe Vertrautheit, dass es einem beinahe Angst machen könnte. Vielleicht liegt diese Vertrautheit daran, dass wir beide ähnliche Denker und Fühler sind, vieles schon immer gleich oder ähnlich gemacht haben und ähnlich ticken. Irgendwie unheimlich manchmal seinem „Spiegelbild“ gegenüber zu sitzen. Dennoch finde ich es toll und könnte heulen bei dem Gedanken daran, dass uns in der Woche über 420 km trennen und wir uns meist nur am WE sehen können, wenn überhaupt. WE`s sind allerdings VIEL zu kurz für Liebende… Es ist die reinste Folter, wenn ihr mich fragt. Ich hatte schon einige Fernbeziehungen, aber diese hier wird mit Sicherheit die Schlimmste für mein Herz und auch für seins. Wir wollen beide, dass es dem anderen gut geht und er nicht verletzt wird. Wir fühlen beide schon so stark füreinander, dass es beinahe weh tut, wenn wir uns nicht jede Sekunde berühren können…

Basti übernachtete bei mir. Es war toll ihn bei mir zu wissen und noch toller, dass er nicht einmal nachts schnarcht. Das ist für mich der Himmel auf Erden, denn Schnarcher hielten mich immer vom Schlafen ab und ich war extrem genervt und gereizt am nächsten Morgen, weil ich übernächtigt war. Aber nicht mit Basti. Er war so leise. Ich konnte ihn kaum hören. Da schnarcht selbst mein Kater lauter als Basti, lach. Am nächsten Morgen frühstückten wir zusammen – toll! Das hatte mir so sehr gefehlt während meiner Singlezeit. Das Mittagessen kochten wir gemeinsam, gingen zusammen spazieren, wärmten uns hinterher gegenseitig kuschelnd auf und schliefen müde auf der Couch ein… Und dann musste er heim fahren. 420 km weit weg von mir. Es zerriss uns fast die Herzen. Ich wollte ihn gar nicht los lassen, er mich auch nicht, wie mir seine tiefe Umarmung deutlich machte…

Auf der ganzen Fahrt telefonierten wir via Handy miteinander – kostenlos über O2, denn er hatte mir am Samstag ein neues Handy geschenkt (ich habe ein anderes Handynetz), mit einer Partnerkarte, so dass wir uns untereinander kostenlos anrufen können. Jederzeit. Ich erklärte ihn anfangs für verrückt, finde diese Idee aber seit unserem ersten Telefonat auf seinem Heimweg grandios. 🙂

Dennoch verstehen wir beide absolut nicht, wieso wir nicht schon vor vielen Jahren zusammengekommen sind, obwohl wir uns schon beinahe ewig kannten. Uns fällt nicht einmal mehr der Zeitpunkt ein, an dem wir uns das erste Mal begegnet waren – vermutlich weil wir damals noch tabu für einander waren, weil einer von uns in einer Beziehung steckte… Deshalb genießen wir jetzt jeden Augenblick intensiv miteinander, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Ich freue mich bereits auf das kommende WE, wenn Basti wieder – diesmal geplant – vor meiner Tür steht und läutet 🙂

„Tausend und eine Nacht und es hat ZOOM gemacht…“ Wie wahr!

Ich kann es noch immer nicht glauben, dass ich endlich MEINEN Mann nach all den Reinfällen gefunden haben soll und frage mich, womit ich so viel Glück verdient habe. Es macht mich nur unendlich glücklich 🙂

Mein Engel

Schule. Gymnasium. Fremde neue Klasse der 8d in einer fremden neuen Schule. Einige unbekannte fremde Gesichter meiner neuen Mitschüler und noch fast leere Bänke und Sitzplätze.

Ich war eine der ersten, die ihr neues Klassenzimmer der 8 d des städtischen Gymnasiums betrat und ihren Platz nach reichlicher Überlegung auswählte, denn Zeit hatte ich, weil bisher noch kaum jemand anwesend war, weil ich überpünktlich angekommen war. Wie immer, wenn es etwas wichtiges zu regeln gab. So eben die Sitzplätze. Da saß ich nun, inmitten eines fast leeren Klassenzimmers mit ein paar mir völlig fremden unbekannten neuen Mitschülern. Ich fühlte mich unbehaglich und absolut nicht wohl. Immer, wenn die Klassenzimmertür sich öffnete, drehte ich mich um. Ich war neugierig, wer als nächstes unser Klassenzimmer betrat und mein neuer Mitschüler war.

Draußen schien die Sonne. Leider befand sich unser Klassenzimmer nicht auf der Sonnenseite, sondern auf der entgegengesetzten. Das bedeutete, dass der Schulflur vom Licht wunderbar durchflutet wurde. Ich wäre so gern draußen gewesen und hätte die warmen Strahlen der Sonne genossen, aber ich wollte mir meine neuen Mitschüler von Anfang an anschauen. Und dann ging die Tür auf. Sonnenlicht fiel in unser Klassenzimmer und ER trat in mein Leben. Mein Engel. Michael. Er stand im Türrahmen, ließ seinen Blick durch das neue Klassenzimmer und über die neuen Mitschüler gleiten und suchte sich einen Platz aus. Ich hingegen war wie gefesselt von seinem atemberaubenden Anblick. Er sah aus wie ein Engel. So wunderschön. So elegant. So strahlend. Letzteres lag vielleicht auch ein klein wenig an der Sonne, die durch den Hausflur auf ihn fiel. Aber dennoch, er strahlte selbst eine Gelassenheit und Selbstsicherheit aus, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Ich vergaß Zeit und Raum um mich herum, ich wusste ja nicht einmal mehr wo ich war, so sehr hatte er mich in seinen magischen Bann gezogen. Ich hatte mich augenblicklich unsterblich verliebt…

So in etwa musste sich wohl auch Basti gefühlt haben, als ich vor Kurzem einen Raum betrat, in dem er sich bereits befand. Er sah mich auch als Engel, wie ich vor vielen Jahren meinen persönlichen Engel Michael. Basti war wie verzaubert. Er dachte nur noch: „Wow, ist die heiß!“ und setzte an diesem Tage alles daran meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zu richten. Er wollte mir in die Augen sehen, sich mit mir unterhalten, mir nahe sein… Sein Wunsch sollte bald in Erfüllung gehen. Denn als wir uns am Tisch gegenüber saßen und uns mit den anderen Anwesenden unterhielten, klaute er mir plötzlich meinen Hausschuh mit seinen unbeschuhten Füßen. Ich blickte sofort unter den Tisch, um den Übeltäter zu identifizieren und entdeckte meinen Hausschuh zwischen seinen Füßen. Wie fies! Basti grinste breit und schelmisch. Und er hatte meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Wir unterhielten uns den ganzen Abend angeregt miteinander. Es war ein schöner Abend. Ich hatte mich schon lange nicht mehr so angeregt und tiefsinnig mit jemandem unterhalten bzw. konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern mich je mit jemandem so gut verstanden zu haben wie mit Basti. Erstaunlich. Umso trauriger wurde ich, als ich von ihm erfuhr, dass er gehen musste. Mein Blick sank und meine Laune merklich mit ihr. Ich wollte ihn noch nach seiner Nummer fragen, doch ich traute mich nicht. Mist verdammter! Warum nur musste ich auch so verdammt schüchtern sein?! Ich haste es, an diesem Abend besonders. Ich hoffte, dass Basti meine Freundschaftseinladung bei dem Sozialnetzwerk annehmen würde, in dem wir beide schon seit langem angemeldet waren. Ich hoffte es und bat ihn mit bebender Stimme darum ehe er ging und mich allein lies. Ich hätte losheulen können. Da hatte ich endlich mal jemanden getroffen, der mit mir auf einer Wellenlänge lag und dann verschwand er wieder aus meinem Leben – einfach so? Ich hasste die Welt und sah Basti mit tränenden Augen nach, wie er die Straße überquerte und zu seinem parkenden Auto ging, einstieg und davonfuhr. Ich dachte, ich sehe ihn nie wieder…

Am nächsten Tag.

„Sie haben Post“ posaunte mir mein E-Mail-Account in blauen großen Lettern freudig entgegen. Vermutlich wieder diese Werbemails, die kein Mensch braucht, dachte ich und klickte meinen Posteingang an. Ich fand eine E-Mail mit der Nachricht vor, dass Basti mir eine Freundschaftseinladung über unser gemeinsam genutztes soziales Netzwerk gesendet hatte. Ich traute meinen Augen kaum, so erfreut und überglücklich war ich in diesem Moment und las die Nachricht gleich noch einmal. Diesmal bemerkte ich auch die Uhrzeit der Nachricht. Es war kurz nach Mitternacht, als sie bei mir einging. Mein Gesicht erstrahlte immer mehr. Er hatte es also wahr gemacht und mir die Einladung gleich geschickt, nachdem er bei sich zu Hause angekommen sein musste. Toll! 🙂 Er hatte wohl die Traurigkeit in meiner Stimme bei unserer Verabschiedung am Vorabend herausgehört. Toller Typ! Ich loggte mich umgehend in unser gemeinsam genutztes soziales Netzwerk ein und sah seine Einladung. Ich nahm sie umgehend an und betrachtete mir eingehend sein Profil, sein Foto, seine Daten… Ich konnte mein Glück kaum fassen. Ich schrieb ihm sogleich eine E-Mail, mit Geschichten zum Vorabend, was sich nach seiner Abreise noch ereignet hatte – nur, um ihn auf dem Laufenden zu halten – und ja, ich gebe es zu, um mit ihm in Kontakt zu treten. 😉 Es funktionierte! 🙂