Rezension „Nephilim“ von Gesa Schwartz

Moderner düsterer mythischer Fantasy-Roman

Der 17-jährige Teenager Nando wird in seinen Träumen immer wieder von einem schattenhaften Wesen heimgesucht, der ihn in eine andere Welt locken will. Dann taucht plötzlich ein Obdachloser namens Antonio auf, der gar nicht wie ein Obdachloser gekleidet ist, ein merkwürdig farbiger Schmetterling fliegt gegen eine Fensterscheibenfront, Nandos Hand beginnt blaues Feuer von selbst zu produzieren und dann ist auch noch ein Dämon her, der Insekten in sich trägt und Nando töten will. All dies geschieht aus einem Grund: Nando ist ein Nephilim und der Sohn Luzifers, der seine Kräfte wiedererlangen will. Nicht nur die Dämonen wollen Nando nun töten, sondern auch die Boten des Himmels: Engel. Die einzige Möglichkeit zu überleben, besteht für Nando darin, Antonio in die Welt ohne Licht unter der Welt der Menschen zu flüchten und fortan sein Leben dort zu verbringen.

Gesa Schwartz entführt den Leser mit ihrem ersten Band „Nephilim – Die Chroniken der Schattenwelt“ in eine spannende und actionreiche Geschichte um Engel, Dämonen und Nephilim. Sie erschafft einen neuen Mythos um die Geschichte Himmel gegen Hölle und lässt den Leser in eine Welt aus sehr detailierten und bildreichen Beschreibungen mit all ihren Facetten und magischen Effekten eintauchen, so dass man sich die Orte und Charaktere sehr gut vor dem geistigen Auge vorstellen und die Geschichte beinahe selbst als eine der Figuren miterleben kann.

Die Stimmung des Romans ist insgesamt düster und magisch durchsetzt und teilweise auch mit Horrorelementen erweitert, wobei es nicht an Phantasie und Ideenreichtum mangelt, was mich sehr beeindruckte. Diese Geschichte ist eine sehr interessante Interpretation des Höllensturzes mit einer großen Liebe zum Detail, die einem das Lesen unterhaltsam macht.

Jede einzelne Figur wird einzeln vorgestellt und geschickt in die Entwicklung der Geschichte eingebaut, so dass man den Eindruck hat, diese Charaktere beinahe berühren zu können.

Die innere Zerrissenheit des Hauptcharakters Nando in der Konfrontation als Nephilim und Sohn des Teufels wie auch im Kampf um Anerkennung unter den Nephilim sorgen im Verlauf der Geschichte für Spannung und tiefgreifende Momente.

Der erste Band der „Chroniken der Schattenwelt“ ist eine wunderbare mit viel Liebe zur detailierten Beschreibung verfasste Geschichte, die sich durch ihre fantastischen Ideen und Beschreibungen von Orten und Charakteren auszeichnet und diese lebendig wirken lässt. So wird der Mythos um die Geschichte von Himmel und Hölle in einer neuen faszinierenden, düsteren Art und Weise erzählt, so dass der Leser unmöglich das Buch aus seinen Händen legen kann. Die Charaktere ziehen einen von der ersten Seite in ihren Bann, so dass man als Leser unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

Besonders anschaulich empfand ich die Beschreibung von Bantoryn, das weite Mohnblumenfeld, welches an die Stadt angrenzt und die riesigen Felsen, die diesen Ort wie eine Drachenklaue umschließen. Ein beeindruckendes Bild!

Die düstere Stimmung des Romans wird auf dem Cover (der düstere Engel ist in Spotlackoptik hervorgehoben) und der Innenillustration sehr gut dargestellt. Hier bekommt man bereits den ersten Eindruck der erschaffenen finsteren Phantasywelt und dem bildgewaltigen Schreibstil der Autorin, der den Leser mit sich reißt und atemlos zurücklässt.

Dieses Buch nahm mich gleich zu Beginn aufgrund seiner phantastisch detailierten Beschreibungen gefangen, so dass ich mich mit Leichtigkeit in die Phantasiewelt entführen lies und nur ungern wieder auftauche.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung dieses tollen Werkes, wobei ich hoffe, dass der 2. Band nicht allzu lange auf sich warten lässt.

„Nephilim – Die Chroniken der Schattenwelt“ von Gesa Schwartz ist ein gelungener Auftakt zu einer wohl mythischen, spannenden, unterhaltsamen und fantasyreichen Buchreihe, die ich sehr gern vollständig lesen möchte und keinen Teil der Geschichte vermissen möchte.

Dieses schöne Werk erhält von mir 4/5 Punkte!

Produktinformationen

  • Broschiert: 602 Seiten
  • Verlag: Lyx; Auflage: 1 (7. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3802584570
  • ISBN-13: 978-3802584572
  • Preis: 12,99 Euro
Über die Autorin
Gesa Schwartz wurde 1980 in Stade geboren. Sie hat deutsche Philologie, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studiert. Nach ihrem Abschluss reiste sie ein Jahr auf den Spuren der alten Geschichtenerzähler durch Europa. Zurzeit lebt sie in der Nähe von Hamburg in einem Zirkuswagen. Mit ihrer Trilogie um den Gargoyle Grim gelang ihr der große Durchbruch.
Mehr Informationen zu Gesa Schwartz auf ihrer offiziellen Homepage: http://www.gesa-schwartz.de
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Ich bedanke mich bei Bücherkinder.de für die befristete Bereitstellung dieses tollen Rezensionsexemplares :) Dankeschön!

Nachgedacht

Ich sehe und lese sehr gern Filme/Bücher über Vampire und stoße in letzter Zeit immer wieder auf Ungereimtheiten, was das Verhalten der Vampire angeht. Im Laufe der vergangenen Jahre wurden Vampire zunehmend romantisiert und einige Fakten verdreht, vertauscht oder neu hinzugedichtet. Aber was ist dran am Vampirmythos und was stimmt so gar nicht?

Fakt 1) Vampire fürchten das Sonnenlicht

In der Serie „True Blood“ ist dies so, denn Will versteckt sich tagsüber in seinem Sarg schlafend.

Auch in „Vampire Diaries“ verbrennen Vampire, sobald sie vom Sonnenlicht berührt werden – außer: Sie tragen einen magischen Ring, der sie beschützt.

Anders ist es allerdings in der Serie „Moonlight“. Da wandelt Alex O`Laughlin als sexy Vampir auch tagsüber durch die Stadt, ohne Ring oder andere magischen Kräfte. Einziges Problem ist: Die Sonne schwächt ihn etwas, aber er stirbt nicht und verbrennt auch nicht.

In „Twilight“ gibt es nichts von alle dem, denn die Vampire – also die Cullens etc. glitzern wie wunderschöne Diamanten, sobald das Sonnenlicht auf ihre eiskalte Haut trifft. Nur deshalb meiden sie die Sonne, damit die Menschen nicht sehen, dass sie anders sind.

Der Ur-Vampir „Vlad Dracul“ ist allerdings ein Mensch und lebte in Transsilvanien. Er zeigte sich auch tagsüber und war kein Vampir. Es ist alles nur ein Mythos. Oder?

Da in jeder Geschichte – egal ob im TV oder in Büchern – die Vampire anders auf Tageslicht reagieren, frage ich mich mittlerweile, ob sie überhaupt auf Licht reagieren – ohne magische Kräfte – oder ob es ihnen wirklich schadet.

Fakt 2) Vampire lähmt man mit Silber

Dies kann ich nicht wirklich bestätigen, allerdings wurde der Vampir Will in „True Blood“ gleich in der ersten Folge der ersten Staffel mit einer sehr langen Silberkette gelähmt. Er lag auf dem Waldboden, die Silberkette lag auf seinen Armen und seinem Hals, so dass er bewegungsunfähig war und Dealer sein Vampirblut abzapfen konnten.

Doch wieso lähmt man Vampire mit Silber? Das klappt doch mythologisch nur bei Werwölfen???

Vampire lähmt man – wie in „Moonlight“ dargestellt wurde – mit einem Pflock ins Herz. Dann bleibt dieser Bewegungsunfähig auf dem Boden liegen und muss darauf hoffen und warten, bis irgendwer ihm den hölzernen Pflock entfernt. Danach steht dieser wieder auf, seine Wunde heilt und alles ist wie zuvor.

Fakt 3) Vampire vertragen keinen Knoblauch

In alten Filmen konnten die Bewohner von Städten Vampire fernhalten, in dem sie überall an Fenster und Türen Knoblauchketten und -zöpfe aufgehängt hatten. Wie auch z. B. im Musical „Tanz der Vampire“. Doch in „True Blood“ zeigt Will, dass er keine Probleme mit Knoblauch hat – so auch die Cullens aus „Twilight“, Mick St. John in „Moonlight“, Damon & Stephan in „Vampire Diaries“ usw. Sie alle widerlegen Fakt 3. Allerdings werden Damon & Stephan in „Vampire Diaries“ von Eisenkraut außer Gefecht gesetzt und würden sogar davon sterben, wenn sie zu wenig menschliches Blut zuvor getrunken hätten. Stephan wäre dies beinah passiert, doch er „überlebte“ gerade noch so.

Fakt 4) Vampire töten heißt, ihnen einen Pflock ins Herz rammen

Dies funktionierte nur in den alten Filmen und in „Tanz der Vampire“. In den neumodischen Serien werden Vampire nicht durch Pflöcke getötet, sondern meist nur für eine gewisse Zeitspanne gelähmt. Will man Vampire töten, sollten diese in Stücke gerissen und verbrannt werden. Die verbliebene Asche sollte dann in mehrere Teile getrennt voneinander aufbewahrt/vergraben werden. Nur so kann ein Vampir getötet werden.

Fakt 5) Vampire trinken Blut

Das bestätigen alle bisher erschienenen TV-Filme, Bücher und Serien, denn ohne Blut würden Vampire „nicht überleben“. Allerdings gibt es auch so genannte „Vegetarier“ unter den Vampiren. Diese trinken „nur“ tierisches Blut und sind dadurch schwächer als Vampire, die menschliches Blut (sei es aus Blutkonserven, künstlich hergestelltem menschlichen Blut oder direkt vom Menschen) trinken. Vegetarier-Vampire sind demnach schwächer, langsamer, haben schlechter ausgeprägte Sinne etc…

Fakt 6) Ein Kreuz hält Vampire fern

In alten Filmen bekommen Vampire Angst und flüchten, sobald sie ein Kreuz sehen bzw. sie betreten den entsprechenden Raum nicht. In „True Blood“ allerdings betritt Will sogar eine Kirche und berührt beinah das riesige Kreuz, während er seine Rede vor einer Gruppe Menschen hält.

Fakt 7) Alle Vampire können die Gedanken der Menschen manipulieren

In „Twilight“ z. B. kann Edward Cullen zwar die Gedanken aller Menschen und Vampire – außer Bellas – hören, aber er kann sie nicht beeinflussen. Er ist allerdings der Einzige seiner Familie, der dieses Talent aufweist. Die anderen haben dafür andere Fähigkeiten (z. B. in die Zukunft sehen usw.) Ebenso wenig Mick St. John aus „Moonlight“. Er beobachtet und recherchiert seine Fälle als Privatdetektiv mit Hilfe seiner schnellen Auffassungsgabe. Er kann keine Menschen beeinflussen. Allerdings können dies wiederum Damon und Stephan in „Vampire Diaries“ – außer die entsprechende Person trägt Eisenkraut an sich (z. B. als Armband, Halskette oder hat es getrunken/gegessen). Will in „True Blood“ kann ebenfalls Menschen dank seiner Kraft der Gedanken beeinflussen. Allerdings funktioniert dies nicht bei Szookie. Sie ist der einzige Mensch, der nicht von Will manipuliert werden kann. Grund hierfür ist ihre Fähigkeit, die Gedanken aller anwesenden Menschen zu hören, was sie so vermutlich immun gegen Vampirkräfte macht.

Fakt 8 ) Ein Werwolfbiss tötet einen Vampir

Diesen Mythos gab es lange Zeit nicht, denn Vampire trafen nie auf Werwölfe. Erst mit Entstehung der ersten amerikanischen Filme und Serien „Underworld“, „Vampire Diaries“ etc. heißt es, dass Werfolfbisse Vampire umbringen können. Zuvor gab es entweder nur Vampir-Filme oder Werwolf-Filme. Aber nie beide gemeinsam in einem Film…

Was von all diesen Tatsachen ist nun wahr und was nicht? Wieso wurden Vampire im Laufe der Zeit immer „immuner“ gegen Knoblauch, Kreuze, Sonnenlicht etc?

Kennt ihr noch weitere kuriose sich im Laufe der Jahre verändernde Fakten über Vampire? Wenn ja, dann schreibt sie mir! Ich danke euch!

Wer mehr über den Ur-Vampir „Vlad Dracul“ wissen möchte, schaue einfach hier.