Lactoseintoleranz: Vorsicht auch vor diesen Produkten

Sie sind harmlos, doch nicht für lactoseintolerante Patienten. Denn da bescheren sie einem u. a. Bauchbeschwerden (z. B. Krämpfe), Blähungen, Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen etc. Manchmal können auch atypische Beschwerden auftreten wie z. B. Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, Hautprobleme. Die Rede ist von Lebensmitteln, wie sie jeder kennt, in denen sich aber auch Lactose verbirgt – manchmal auch getarnt unter einem anderen Namen. Deshalb ist Vorsicht geboten vor Produkten wie:

  • Süßwaren: z. B. Schokolade, Sahne- und Karamellbonbons, Pralinen, Eis, Eiscreme, Milchshake
  • Brot und Backwaren: z. B. Zwieback, Kuchen, Milchbrötchen, Backmischungen
  • Instant-Erzeugnisse: z. B. Suppen, Saucen, Kartoffelpüreepulver
  • Fertiggerichte: z. B. Konserven, Tiefkühlgerichte, Fertigmenüs, Fast Food
  • Sonstiges: z. B. Fleisch und Wurstwaren, Margarine, Gewürzmischungen, Medikamente (ja auch die Pille!), Nahrungsergänzungsmittel, Käseprodukte, Joghurt, Quark und Milch (auch Frauenmilch, Stutenmilch, Kuhmilch, Ziegenmilch, Schafsmilch)

Lactose – besser bekannt unter dem Begriff Milchzucker – versteckt sich u. a. hinter Begriffen wie:

  • Laktose, Lactose
  • Lactosemonohydrat
  • Milch(-pulver)
  • Vollmilch(-pulver)
  • Molke(-pulver)
  • Süßmolke(-pulver)
  • Sauermolke(-pulver)
  • entrahmte Milch
  • Milcherzeugnisse
  • Rahm
  • Sahne(-pulver)
  • saure Sahne
  • Butter

Umso erfreulicher ist es, dass es mittlerweile einige Firmen gibt, die auch lactosefreie Produkte anbieten. Eine der größten Anbieter ist z. B. MinusL. Hiervon gibt es bereits Milch, Joghurt, Pudding, Käse (Scheibenkäse, Käsecreme), Schlagsahne, Butter, …

Ihr müsst einfach nur die Augen offen halten, denn die Produkte sind meist sehr verstreut in ausgesuchten Lebensmittelläden. Entweder nehmt ihr euch Zeit zum Suchen oder ihr fragt lieber direkt einen Verkäufer, denn nur so seid ihr auf der sicheren Seite!!!

Kleiner Tipp: Kocht und backt auch lieber selbst, denn da wisst ihr, welche Produkte verwendet worden!

Milchzuckerfreie Lebensmittel sind z. B.:

  • frisches Obst und Gemüse
  • unverarbeitetes Fleisch, Geflügel, Fisch
  • Öl
  • Eier
  • Marmelade
  • Kaffee, Tee, Frucht- und Gemüsesäfte
  • Kartoffeln, Reis, Nudeln, Getreide
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Salz
  • Sojamilch und Sojadrinks
  • Zucker, Honig, Süßstoff (flüssig)

Osteoporose (Knochenschwund)

Osteoporose (Knochenschwund) ist die häufigste Knochenerkrankung in Deutschland. Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse ab, was sich nachteilig auf Knochenstruktur und Knochenfunktion auswirkt. Das Skelett verliert an Stabilität und das Risiko für Knochenbrüche steigt. Wer sich gesund ernährt und viel bewegt, kann jedoch einiges tun, um einer Osteoporose vorzubeugen.

Zu den wichtigsten Formen der Osteoporose zählen:

  • die Osteoporose nach den Wechseljahren (postklimakterische Osteoporose) und
  • die Altersosteoporose, die etwa ab dem 70. Lebensjahr auftritt.

Mit viel Bewegung können Sie einer Osteoporose vorbeugen.

Insbesondere Frauen nach den Wechseljahren sind von Osteoporose betroffen, aber auch Männer können an Knochenschwund erkranken.

Eine beginnende Osteoporose macht sich zunächst nicht bemerkbar – oft stellt der Arzt die Diagnose erst, wenn es schon zu einem Knochenbruch gekommen ist.

Mithilfe von Medikamenten kann man den Knochenstoffwechsel positiv beeinflussen und somit verhindern, dass die Osteoporose voranschreitet.

Osteoporose: Definition

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine chronische Erkrankung, in deren Verlauf die Knochenmasse allmählich abnimmt. Diese Abnahme geht über das natürliche Maß für Alter und Geschlecht hinaus. Das Skelett wird instabil und porös und das Risiko für Knochenbrüche erhöht sich. Osteoporose kann das gesamte Skelett oder nur einzelne Knochen betreffen.

Das menschliche Skelett unterliegt ein Leben lang einem ständigen Prozess des Knochenabbaus und -aufbaus. Etwa bis zum 40. Lebensjahr baut sich mehr Knochenmasse auf als ab. Danach überwiegt jedoch der Knochenabbau. Bei Menschen mit Osteoporose liegt ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau vor: Sie verlieren viel mehr Knochenmasse als ein gesunder Mensch.

Bei Osteoporose unterscheidet man zwischen der primären und der sekundären Form, wobei die primäre Osteoporose wesentlich häufiger auftritt:

  • Primäre Osteoporose: Sie wird nach dem Zeitpunkt ihres Beginns unterteilt in
    • die postklimakterische Osteoporose, die nach den Wechseljahren (Klimakterium) auftritt (sog. Typ-1-Osteoporose oder postmenopausale Osteoporose) und
    • die Altersosteoporose, die etwa ab dem 70. Lebensjahr entsteht (sog. Typ-2- Osteoporose).
  • Sekundäre Osteoporose: Die sekundäre Form der Osteoporose tritt unabhängig vom Alter auf. Sie entwickelt sich hauptsächlich
    • als Folge von Erkrankungen, bei denen der Stoffwechsel bzw. der Hormonhaushalt gestört sind (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus, rheumatische Erkrankungen) oder
    • als Folge einer langfristigen Medikamenteneinnahme (z.B. Kortisonpräparate) oder
    • als Folge von übermäßigem Alkohol- und Nikotinkonsum.

95 Prozent aller Menschen mit Osteoporose sind von der primären Form betroffen.

Häufigkeit

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter. Bei Frauen kommt Osteoporose deutlich häufiger vor als bei Männern. In Deutschland sind etwa 30 Prozent aller Frauen nach den Wechseljahren von Knochenschwund betroffen.

Ursachen

Eine Osteoporose (Knochenschwund) kann unterschiedliche Ursachen haben – es gibt viele Faktoren, die die Entstehung begünstigen. Bei Osteoporose ist der Knochenstoffwechsel gestört, sodass sich der etwa ab dem 40. Lebensjahr einsetzende natürliche Knochenabbau verstärkt.

Bis circa zum 40. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse des Menschen zum einen durch das Wachstum in der Jugend, zum anderen durch eine Steigerung der Knochendichte ständig zu, bis eine individuelle maximale Knochenmasse erreicht ist. Danach baut der Körper jährlich etwa ein halbes bis ein Prozent wieder ab. Ist der Aufbau von Knochenmasse in den ersten vier Lebensjahrzehnten vermindert, begünstigt dies, dass später eine Osteoporose entsteht.

Risikofaktoren

Zu den Risikofaktoren für eine Osteoporose zählen zum Beispiel:

  • Untergewicht (Body-Mass-Index unter 20)
  • Rauchen
  • die Einnahme bestimmter Medikamente, die die Knochen schädigen, wie z.B.:
    • Mittel gegen Depressionen (Antidepressiva)
    • Mittel gegen Epilepsie (Antiepileptika)
    • Kortison (Glukokortikoide)
  • ein höheres Lebensalter
  • Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen als Männer
  • Kalzium- und Vitamin-D-Mangel
  • Erkrankungen wie z.B.:
    • Diabetes mellitus Typ 1
    • Cushing-Syndrom (Hyperkortisolismus)
    • schwere Nierenfunktionsstörungen
    • Rheumatoide Arthritis
    • Morbus Crohn
  • Östrogenmangel bei Mädchen und jungen Frauen, beispielsweise bei verzögerter Pubertät
  • zu wenig körperliche Aktivität
  • genetische Faktoren

Osteoporose nach den Wechseljahren

Die weiblichen Sexualhormone spielen bei der Entstehung von Osteoporose (Knochenschwund) eine wichtige Rolle – deshalb sind auch meist Frauen nach den Wechseljahren von einer Osteoporose (sog. postklimakterische Osteoporose) betroffen.

Nach dem Eintritt in die Wechseljahre – also etwa ab dem 50. Lebensjahr – stellt der weibliche Körper Östrogene (Sexualhormone der Frau) nicht mehr her. Dadurch ergibt sich ein natürlicher Östrogenmangel, der die Ursache für die postklimakterische Osteoporose ist. Der Östrogenmangel führt über mehrere Mechanismen zu einem gesteigerten Knochenstoffwechsel, bei dem die Knochenmasse stetig abnimmt: Die Knochen setzen Kalzium frei, wodurch die Kalziumwerte im Blut geringfügig ansteigen. Dadurch vermindern sich gleichzeitig jene Hormone, die für das Kalziumgleichgewicht verantwortlich sind. Da nun mehr Kalzium im Blut ist, verringert sich die Kalziumaufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt, während die Nieren vermehrt Kalzium ausscheiden.

Der Zusammenhang zwischen Östrogenen und dem Knochenstoffwechsel ist insbesondere auch während Schwangerschaft und Stillperiode erkennbar. Während der Stillzeit führt eine Mutter ihrem Säugling täglich etwa 500 Milliliter Milch zu, was einer Menge von etwa 500 Milligramm Kalzium entspricht. Bei etwa zehn Stillperioden entspräche dies der Gesamtkalziummenge des mütterlichen Skeletts. Der hohe Kalziumverlust durch das Stillen gleicht sich jedoch dadurch aus, dass der schwangere Körper vermehrt Östrogene bildet.

Obwohl ein Zusammenhang zwischen Östrogenen und Osteoporose besteht, sind nicht alle Frauen in den Wechseljahren betroffen. Neben der genetischen Veranlagung macht man folgende Gründe dafür verantwortlich:

  • ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D
  • regelmäßige körperliche Bewegung

Altersosteoporose

Im höheren Lebensalter, etwa ab dem 70. Lebensjahr, tritt die als Altersosteoporose bezeichnete Form von Osteoporose (Knochenschwund) auf. Sie führt bei beiden Geschlechtern verstärkt zu Knochenbrüchen.

Eine der Ursachen der Altersosteoporose ist der sinkende Testosteronspiegel, der sich bei Männern schleichend mit dem Alter entwickelt. Das Geschlechtshormon Testosteron spielt im Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle. Als weitere Auslöser der Altersosteoporose gelten vor allem eine schlechte Versorgung mit Kalzium und Vitamin D sowie Bewegungsmangel.

Symptome

Eine Osteoporose (Knochenschwund) zeigt kaum Symptome, solange die Knochenmasse lediglich ein wenig vermindert ist. Im weiteren Verlauf macht sie sich allerdings durch Knochenbrüche bemerkbar, die scheinbar ohne erkennbare Ursache auftreten (sog. Spontanfraktur).

Nach einem Knochenbruch können Schmerzen auftreten, die eine weitere Bewegung mitunter unmöglich machen. Sind lange Röhrenknochen betroffen, wie etwa beim Oberschenkelhalsbruch, kann man auf dem Bein nicht mehr laufen. Wirbelkörperbrüche sind dagegen zwar ebenfalls mit starken Schmerzen verbunden – Betroffene glauben hier jedoch häufig, einen Hexenschuss oder Ischias-Schmerz zu haben. Die langfristigen Folgen von Wirbelkörperbrüchen sind:

  • ein Größenverlust über mehrere Zentimeter
  • die Ausbildung eines Rundrückens,
  • eine verstärkte Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorn.

Diese Veränderungen können so weit voranschreiten, dass die untersten Rippen in direkten Kontakt mit dem Beckenkamm kommen.

Um die durch den Knochenschwund verursachten Beschwerden zu lindern, bewegen sich viele Betroffene weniger und nehmen nach und nach eine Schonhaltung an, die wiederum zu schmerzhaften Muskelverspannungen führt. Häufig sind Menschen mit fortgeschrittener Osteoporose auf Hilfe angewiesen, was die Lebensqualität erheblich einschränken kann.

Diagnose

Um bei einer Osteoporose (Knochenschwund) die Diagnose zu stellen, befragt der Arzt den Betroffenen zu Vorerkrankungen oder etwaigen Stürzen (Anamnese) und untersucht ihn körperlich. So möchte er etwa wissen, inwiefern Schmerzen auftreten, wie intensiv diese sind und ob bestimmte Risikofaktoren für eine Osteoporose vorliegen (z.B. Fälle in der Familie, Einnahme bestimmter Medikamente). Anhand verschiedener Tests kann der Arzt zudem prüfen, wie beweglich der Betroffene ist. Er ermittelt beispielsweise, wie viel Zeit die Person benötigt, um bestimmte Bewegungen auszuführen.

Am Anfang der Diagnose steht ein Gespräch zur Vorgeschichte der Erkrankung.

Wenn sich dabei ein Verdacht auf Osteoporose ergibt, wendet er weitere diagnostische Verfahren an.

Zur Diagnose kommt oft die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) zum Einsatz. Von Bedeutung ist hier insbesondere die sogenannte DXA-Osteodensitometrie (Dual-X-Ray-Absorptiometrie), welche die Dichte der Knochenmineralien misst. Bei Osteoporose ist die Dichte vermindert. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur einige Minuten. Eine sogenannte quantitative Ultraschallmessung kann ebenfalls zum Einsatz kommen, liefert jedoch nicht so genaue Ergebnisse wie die DXA. Auch eine Computertomographie kann bei der Diagnose helfen.

Im Röntgenbild sehen von Osteoporose betroffene Knochen im Vergleich zu gesunden Knochen durchlässiger (transparenter) aus. Veränderungen der Knochenstruktur als Frühzeichen einer Osteoporose sind jedoch nur selten im Röntgenbild nachweisbar. Da sich eine Entkalkung des Knochens im Röntgenbild erst zeigt, wenn die Knochenmasse bereits um mindestens 30 Prozent abgenommen hat, ist eine Frühdiagnose damit nicht möglich. Im fortgeschrittenen Stadium der Osteoporose ist der Knochenschwund im Röntgenbild dagegen nicht zu übersehen. An der Wirbelsäule können beispielsweise Grund- und Deckplattenbrüche der Wirbelkörper sowie sogenannte Keil-, Fisch- oder Plattenwirbelbildungen ganzer Wirbelkörper sichtbar sein.

Mithilfe einer Knochenbiopsie kann der Arzt im Zweifelsfall die Diagnose sichern. Dabei entnimmt er eine Knochenprobe. Die Knochenbiopsie kommt jedoch nur selten zum Einsatz, so zum Beispiel bei Verdacht auf einen Tumor. Die Blutwerte sind bei einer bestehenden Osteoporose in der Regel unauffällig. Damit lassen sich jedoch andere Erkrankungen ausschließen und der Arzt kann feststellen, ob Erkrankungen vorliegen, die zu einer Osteoporose führen können.

Therapie

Bei Osteoporose (Knochenschwund) ist die Therapie abhängig vom Verlauf der Erkrankung. Im Rahmen der Behandlung versucht der Arzt vor allem, den Knochenstoffwechsel zu beeinflussen und Schmerzen zu lindern. Hat die Osteoporose bereits zu einem oder mehreren Knochenbrüchen geführt, müssen diese versorgt werden. Unbehandelt schreitet der Knochenschwund weiter voran, sodass die Knochen immer brüchiger werden. Daher ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit der Therapie zu beginnen.

Ernährung

Die richtige Ernährung spielt bei Menschen mit Osteoporose (Knochenschwund) eine wichtige Rolle. Mithilfe einer kalziumreichen Ernährung können Sie das Risiko für einen Knochenbruch durch Osteoporose senken. Kalzium ist unter anderem wichtig für den Aufbau und die Stabilität der Knochen. Täglich sollten Sie etwa 1.000 bis maximal 1.500 Milligramm Kalzium mit der Nahrung aufnehmen. Diesen Wert können Sie erreichen, indem Sie kalziumreiche Nahrungsmittel wie Käse, Milch oder andere Milchprodukte zu sich nehmen. Auch in Gemüse wie Brokkoli und Grünkohl ist viel Kalzium enthalten, ebenso in Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide. In Absprache mit dem Arzt können Menschen mit Osteoporose zusätzlich auf Kalziumpräparate zurückgreifen.

In Milch ist viel Kalzium enthalten.

Achten Sie außerdem auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D. Vitamin D trägt dazu bei, Kalzium in die Knochen einzulagern. Der Körper bildet das Vitamin zu 90 Prozent selbst, sobald er Sonnenlicht ausgesetzt wird. Lebensmittel enthalten dagegen eher wenig Vitamin D. Im Rahmen einer Osteoporose-Therapie empfiehlt der Arzt häufig Vitamin-D-haltige Präparate.

Achtung: Kalzium- oder Vitamin-D-haltige Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie generell nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden, da zum Beispiel Menschen mit Nierensteinen keine Kalziumpräparate einnehmen dürfen.

Medikamente

Ist eine Behandlung mit Medikamenten notwendig, eignen sich Wirkstoffe aus der Gruppe der Bisphosphonate (z.B. Alendronat oder Risedronat). Bisphosphonate ähneln chemisch jenen körpereigenen Stoffen, die die innere Knochenstruktur bilden. Sie verringern das Risiko für Knochenbrüche und sorgen dafür, dass die Knochendichte zunimmt. Will man speziell das Risiko für Wirbelkörperbrüche mindern, kann die Langzeit-Einnahme des Antiöstrogens Raloxifen sinnvoll sein.

Wirkstoffe wie Calcitonin sowie eine Hormontherapie mit Östrogenen gelten als Ausweichmöglichkeiten, falls andere Behandlungen der Osteoporose nicht erfolgreich oder bei den Betroffenen nicht anwendbar sind (z.B. durch eine Medikamentenunverträglichkeit). Calcitonin, ein körpereigenes Hormon, bremst den Knochenabbau. Calcitonin lindert bei einem Großteil der Betroffenen mit Osteoporose die Schmerzen, kann allerdings zu starken Nebenwirkungen führen. Fluoride können ebenfalls zum Einsatz kommen, jedoch gibt es bislang widersprüchliche Ergebnisse darüber, wie wirksam Fluoride wirklich sind.

Hormonersatztherapie mit Östrogenen

Hat die Knochenmasse einmal begonnen, sich zu verringern, ist der Abbau durch eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen nicht mehr zu beeinflussen. Die Hormone werden in der Regel nur dann zur Therapie von Osteoporose eingesetzt, wenn bei den betroffenen Frauen auch ausgeprägte Wechseljahrbeschwerden bestehen. Nach den Wechseljahren überwiegen im Allgemeinen die Risiken den Nutzen einer Hormonersatztherapie. Sie ist nur bei Frauen mit einem hohen Risiko für Knochenbrüche vertretbar, die keine andere Behandlung vertragen.

Sport und Bewegung

Der Verlauf einer Osteoporose (Knochenschwund) kann durch Sport und Bewegung positiv beeinflusst werden. Denn körperliches Training spielt eine bedeutende Rolle für den Aufbau und den Erhalt der Knochenmasse und der Knochenqualität. Der Grund: Während man sich bewegt, üben Muskelzug und Schwerkraft mechanische Reize auf den Knochen aus, an ihm wird quasi „gezogen“ und „gezerrt“. Der Knochen reagiert auf die Reize: Der Knochenstoffwechsel wird angeregt und es werden neue Knochenzellen gebildet.

Aus diesem Grund erkranken sportlich aktive Menschen auch seltener an Knochenschwund. Aber auch in der Behandlung von Osteoporose-Betroffenen können gezielte Bewegungsprogramme zum Erhalt und Aufbau der Knochenmasse beitragen – dies belegen verschiedene Studien. Als besonders geeignet gelten dabei Krafttraining und sogenannte kombinierte Bewegungsprogramme. Letztere fördern neben Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht auch die Koordination der Betroffenen. Krafttraining erweist sich hierbei als besonders wirkungsvoll: Durch das Muskeltraining entstehen größere Druck- und Zugbelastungen auf den Knochen als zum Beispiel bei einem reinen Ausdauertraining – dies regt den Knochenstoffwechsel stärker an.

Aber auch Sportarten wie Walking, Nordic Walking, Tai-Chi oder Gymnastik sowie Alltagsbewegungen wie Treppensteigen wirken sich positiv auf eine Osteoporose aus. Sie tragen dazu bei, dass die Betroffenen sich sicherer bewegen, somit weniger Angst vor Stürzen haben, und in der Folge aktiver sind – was wiederum gut für den Knochenstoffwechsel ist.

Für das allgemeine Wohlbefinden und das Herz-Kreislauf-System sind auch Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren günstig. Allerdings fördern diese Bewegungsformen weniger den Aufbau und Erhalt der Knochenmasse. So ist zum Beispiel beim Schwimmen die Schwerkraft im Prinzip außer Kraft gesetzt – dadurch entstehen weniger Zug- und Druckbelastungen auf den Knochen und der Knochenstoffwechsel wird weniger angeregt.

Generell gilt: Falls Sie an Osteoporose erkrankt sein sollten, sprechen Sie zunächst mit Ihrem Arzt, bevor Sie mit Ihrem Sportprogramm beginnen – er kann Sie an geschulte Sport- und Physiotherapeuten überweisen. Denn gerade bei Trainingsformen wie dem Krafttraining ist es besonders wichtig, die Übungen korrekt auszuführen und die Muskeln und Knochen nicht zu überlasten. Dies gilt besonders für Betroffene, deren Erkrankung weiter fortgeschritten ist und die bereits einen oder mehrere Knochenbrüche erleiden mussten.

Osteoporose: Verlauf

Bei Osteoporose (Knochenschwund) lässt sich der Verlauf durch vorbeugende Maßnahmen sowie durch eine frühzeitige Behandlung entscheidend zum Positiven beeinflussen. Auf diese Weise kann man sowohl ihrer Entstehung als auch ihrem weiteren Verlauf entgegenwirken.

Unbehandelt schreitet eine Osteoporose voran und kann zu dauerhaften Veränderungen führen:

  • Die Körpergröße nimmt ab.
  • Es bildet sich ein Rundrücken.
  • Es treten Knochenschmerzen auf.
  • Es kommt vermehrt zu Knochenbrüchen.

Durch den Dauerschmerz und die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt werden. Eine Osteoporose kann dazu führen, dass der Betroffene auf fremde Hilfe angewiesen ist – gerade ältere Menschen müssen manchmal aufgrund der Beschwerden in ein Pflegeheim.

Komplikationen

Bei fortgeschrittener Osteoporose kann es zu Komplikationen wie einem Knochenbruch kommen, ohne dass ein Unfall vorangegangen ist. Frauen mit nach den Wechseljahren auftretender (postklimakterischer) Osteoporose erleiden oft Wirbelkörperbrüche.

Bei der Altersosteoporose, von der beide Geschlechter betroffen sein können, sind Oberschenkelhalsbrüche besonders häufig. Bei Senioren kommt oft erschwerend hinzu, dass sie aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer verlangsamten Reaktionsfähigkeit häufiger stürzen als in jungen Jahren. Diese Stürze kann die wenig trainierte Muskulatur nicht abfangen: Es kommt zum sogenannten schutzlosen Fallen.

Osteoporose: Vorbeugen

Wer einer Osteoporose (Knochenschwund) vorbeugen möchte, sollte insbesondere auf einem eine gesunde Ernährung, einen ausgeglichenen Lebensstil sowie auf ausreichend Bewegung achten. Da eine bestehende Osteoporose schwer zu behandeln ist, ist es besonders wichtig, rechtzeitig vorzubeugen.

Ernährung und Lebensstil

Um den natürlichen Knochenaufbau bis zum 40. Lebensjahr zu fördern und einen Knochenabbau soweit wie möglich zu vermindern, ist es wichtig, den Körper ausreichend mit Vitamin D und Kalzium zu versorgen. Zu empfehlen ist eine tägliche Kalziummenge von etwa 1.000 bis höchstens 1.500 Milligramm. Diese können Sie zum einen durch kalziumreiche Lebensmittel wie Milch und Käse, zum anderen nach Absprache mit dem Arzt durch Kalziumpräparate in Form von Nahrungsergänzungsmitteln erreichen. Damit Ihr Körper ausreichend Vitamin D bilden kann, empfiehlt der Dachverband Osteologie e.V. in seinen Leitlinien, sich täglich für mindestens 30 Minuten im Freien aufzuhalten, um natürliches Tageslicht abzubekommen. Dafür ist keine luftige Bekleidung notwendig: Es genügt, wenn Gesicht und Hände unbekleidet sind.

Alkohol und Rauchen begünstigen die Entstehung einer Osteoporose. Es ist deshalb sinnvoll, möglichst auf beides zu verzichten beziehungsweise beides nur in Maßen zu genießen. Ebenso wichtig ist es, dass Sie täglich genügend Kalorien zu sich nehmen, wenn Sie zu wenig wiegen: Denn Untergewicht in jungen Jahren erhöht insbesondere für Frauen später das Risiko für Knochenbrüche infolge von Osteoporose.

Körperliche Bewegung

Bei der Vorbeugung der Osteoporose spielen Sport und Bewegung – neben einer ausgewogenen Ernährung und dem Verzicht auf Rauchen und Alkohol – eine besondere Rolle. Denn körperliche Aktivität regt den Körper dazu an, neue Knochenzellen zu bilden – und damit Knochenmasse aufzubauen.

Besonders Krafttraining hat sich dabei in vielen Studien als wirkungsvolle Trainingsform erwiesen. Denn wer zum Beispiel an Fitnessgeräten Gewichte stemmt, der kurbelt besonders den Knochenstoffwechsel und damit die Bildung neuer Knochenzellen an. Zu weiteren, empfehlenswerten Kraftsportarten zählen Klettern, Rudern oder Bergwandern.

Auch Sportspiele wie Tennis, Fußball oder Badminton sind gut für unsere Knochen. Allerdings sind diese Sportarten nicht für jedermann geeignet, weil Sie je nach Intensität sehr belastend für den Körper sein können – kleine oder größere Verletzungen an Muskeln, Gelenken oder Bändern können entstehen. Deswegen sollten besonders ältere Menschen und Personen mit Übergewicht sich vorher sportmedizinisch untersuchen lassen, bevor sie den Tennisschläger in die Hand nehmen. Dies gilt auch für Sportmotivierte, die schon seit einigen Jahren nicht mehr sportlich aktiv waren.

Aber auch Ausdauersportarten wie Nordic Walking oder Joggen wirken einer Osteoporose entgegen. Sie regen zwar den Knochenstoffwechsel nicht so intensiv an, wie beispielsweise Kraftsportarten – trotzdem fordern sie die Knochen und beugen ganz nebenbei Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen effektiv vor.

Radfahren und Schwimmen sind hingegen zur Vorbeugung einer Osteoporose eher ungeeignet, weil sie weniger Zug- und Druckbelastungen auf die Knochen ausüben. Ideal ist es, einen gesunden Mix aus all den genannten Trainingsformen zu finden – und diese vielleicht durch Bewegungsformen wie Gymnastik, Tai-Chi oder Yoga zu ergänzen. Dadurch trainieren Sie alle Teilbereiche der körperlichen Fitness: Kraft, Ausdauer, Koordination, Beweglichkeit und Gleichgewicht – und stärken damit Ihren Körper nicht nur gegen Osteoporose, sondern auch gegen viele andere Erkrankungen.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Osteoporose-Risikotest

Arzneimittelinformationen zu Osteoporose

Linktipps:

Dachverband Osteologie

Kuratorium Knochengesundheit e.V.

Die größte und älteste Non-Profit-Organisation Deutschlands, die im Kampf gegen die Volkskrankheit Osteoporose aktiv ist.

Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.
Kirchfeldstr. 149
40215 Düsseldorf
Telefon: 0211-301314-0
Fax: 0211-301314-10
www.osteoporose-deutschland.de

(Quelle: http://www.onmeda.de)

http://www.onmeda.de/krankheiten/

Morbus Crohn (chronische Darmentzündung)

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Beschreibung

Morbus Crohn (Abkürzung: M. Crohn) ist eine chronische, schubweise verlaufende Entzündung aller Schichten der Darmwand. Typische Krankheitszeichen sind Bauchschmerzen, wie bei einer Blinddarmentzündung im rechten Unterbauch mit Durchfällen ohne Blut.

Die Krankheit betrifft bei etwa 30 Prozent der Patienten ausschließlich den letzten Teil des Dünndarms (Ileum) und circa 25 Prozent isoliert den Dickdarm (Kolon). In etwa 45 Prozent der Fälle sind sowohl Dünndarm als auch Dickdarmabschnitte betroffen. M. Crohn kann jedoch auch andere Bereiche des gesamten Magen-Darm-Trakts befallen.

In gewisser Hinsicht ähnelt Morbus Crohn der manchmal nur schwer zu unterscheidenden Colitis ulcerosa (chronische Dickdarmentzündung), die jedoch auf den Dickdarm beschränkt ist. Beide Krankheiten zählen zu den sogenannten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED).

Meistens tritt Morbus Crohn im Alter zwischen 15 und 34 Jahren erstmals in Erscheinung, seltener bei kleinen Kindern. Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig betroffen. In Deutschland gibt es jährlich rund fünf Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner. Morbus Crohn ist bis heute nicht heilbar, es lassen sich nur die Beschwerden lindern.

Ursachen

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Die Ursachen für Morbus Crohn sind trotz intensiver Forschung noch nicht geklärt. Vermutlich gibt es ein Zusammenspiel zwischen erblichen, infektiösen, psychischen, vor allem aber immunologischen Faktoren:

  • Mittlerweile wurden mehrere Erbfaktoren entdeckt, die das Risiko für die Krankheit erhöhen.
  • Welche Umweltfaktoren eine Rolle spielen, ist unklar. Es wird vermutet, dass Rauchen das Erkrankungsrisiko erhöht.
  • Psychosozialer Stress steht im Verdacht, bei entsprechender Veranlagung zur Krankheitsaktivierung zu führen. Zudem kann Stress bei Morbus-Crohn-Patienten zum Auftreten erneuter Entzündungen führen.

Symptome

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

In den befallenen Darmabschnitten entzünden sich bei Morbus Crohn alle Schichten der Darmwand, wobei zwischen den Entzündungsherden immer wieder gesunde Stellen liegen. Heilen die erkrankten Regionen ab, hinterlässt die Entzündung Narben, die den Darm verengen. Die vernarbten Abschnitte können Darmverschlüsse verursachen.

Zusätzlich bilden sich bei Morbus Crohn abgekapselte Eiteransammlungen (Abszesse) und fehlerhafte Verbindungsgänge (Fisteln) zu benachbarten Geweben oder Organen (andere Darmabschnitte, Blase, Bauchhaut). In entzündeten Darmabschnitten werden Nahrungsbestandteile nicht mehr ausreichend aufgenommen.

Je nachdem, wie weit sich Morbus Crohn im Darm ausgebreitet hat, sind die Beschwerden sehr unterschiedlich. Viele Patienten haben über eine längere Zeit hinweg nur geringe Symptome, und es vergehen oft Jahre, bis die Erkrankung erkannt wird.

Typische Anzeichen für Morbus Crohn

Häufig sind Fisteln im Afterbereich das erste Anzeichen für einen Morbus Crohn. Durchfall, Bauchschmerzen und Gewichtsabnahme über mehr als sechs Wochen gelten als weitere Hinweise auf die Erkrankung, genauso wiederkehrende Vereiterungen (Abszesse) im Unterleib und am Darm.

  • Mehr als sechs Wochen andauernder Durchfall (drei- bis sechs Mal am Tag), meist ohne Blut
  • Schmerzen in der unteren rechten Seite des Bauches – ähnlich einer Blinddarmentzündung
  • Leichtes Fieber
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Allgemeines Krankheitsgefühl

Daneben treten bei Morbus Crohn in manchen Fällen auch noch Beschwerden außerhalb des Verdauungstrakts (extraintestinale Manifestationen) auf. Beispiele sind Gelenkentzündungen, Hautveränderungen wie Erythema nodosa (knotige und entzündliche Verdickungen der Haut) oder Wundstellen der Mundschleimhaut (Aphthen), Augenentzündungen (zum Beispiel Uveitis, Keratitis), Osteoporose, Leberentzündung.

Morbus Crohn verläuft entweder chronisch – das heißt, die Beschwerden dauern länger als sechs Monate – oder schubweise. Im zweiten Fall verschwinden die Symptome zeitweise vollständig, kommen aber nach einer bestimmten Zeit wieder. Die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall beträgt nach einem Jahr etwa 30 Prozent, nach zwei Jahren steigt sie auf bis zu 70 Prozent.

Diagnose

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Am Anfang der Diagnose von Morbus Crohn stehen eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese), die auch eine Familienanamnese umfasst, und eine körperliche Untersuchung. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung prüft der Arzt unter anderem, ob ein Druckschmerz im Bereich des Bauches vorliegt. Zudem untersucht er Mundhöhle und den After des Patienten auf typische Krankheitszeichen.

Darmspiegelung und Gewebeprobe

Die geeignetste Methode für die Diagnose des Morbus Crohn ist die Darmspiegelung (Ileokoloskopie). Dabei werden Gewebeproben aus den untersuchten Darmsegmenten entnommen. Die Proben werden im Labor unter dem Mikroskop untersucht. So lässt sich abklären, ob eine Entzündung vorliegt, wie diese beschaffen und wie sie verteilt ist. Zudem sind mögliche Fisteln oder Darmverengungen (Stenosen) erkennbar. Zusätzlich sollten auch der Magen und der Zwölffingerdarm untersucht werden (Magenspiegelung).

Die Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) der Darmwand spielt bei Morbus Crohn eine große Rolle als Screeningmethode und in der Verlaufskontrolle. Zudem können auch Röntgen-Untersuchungen unter Verwendung eines Kontrastmittels durchgeführt werden, um die Diagnose zu stellen.

Kernspintomografie (MRT) und Computertomografie (CT) zeigen Veränderungen in den Dünndarmteilen, die nicht bei der Darmspiegelung eingesehen werden können. Bei einer Blutanalyse werden zum Beispiel der CRP – ein Wert der auf Entzündungen hinweist– bestimmt, und ein Blutbild angefertigt.

Therapie

Dr. med. Nina Buschek

Schub-Therapie

Die Mehrzahl aller Patienten mit leichtem oder mittelschwerem Morbus Crohn sind ambulant behandelbar. Manchmal lässt sich ein Krankenhausaufenthalt jedoch nicht vermeiden.

Verschiedene Laborwerte können für die Entscheidung, welche Therapie bei Morbus Crohn anzuwenden ist, wichtig sein. So hilft etwa die CRP-Bestimmung, den Krankheitsverlauf zu beurteilen oder das Risiko für einen Rückfall abzuschätzen. Bei Entzündungsprozessen ist die Menge des C-reaktiven Proteins (CRP) im Blut erhöht. Zudem werden Anzahl und Beschaffenheit der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) untersucht, um eine Blutarmut (Anämie) aufzudecken.

Die Therapie eines akuten Krankheitsschubs bei Morbus Crohn wird in Stufen gesteigert – je nachdem, wie schwer der Schub verläuft:

Geringe Aktivität: Die lokale Therapie von Morbus Crohn mit dem Kortikosteroid (Kortison) Budesonid (pro Tag als Einmalgabe oder verteilt über drei Einzeldosen) ist hier das Mittel der Wahl.

Hat der von Morbus Crohn betroffene Patient keine Beschwerden außerhalb des Verdauungstraktes (extraintestinale Manifestationen), kann eine Ernährungstherapie oder eine symptomatische Therapie (zum Beispiel mit Mitteln gegen die Schmerzen, Krämpfe und den Durchfall) ausreichen.

Mäßige Aktivität: Budesonid oder systemische (im gesamten Körper wirksame) Kortisonpräparate. In einigen Fällen ist auch eine Ernährungstherapie sinnvoll. Zusätzlich werden Antibiotika verabreicht, wenn der Verdacht auf bakterielle Infektionen besteht.

Hohe Aktivität: Kortisonpräparate und gegebenenfalls weitere Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (zum Beispiel Azathioprin). Hilft diese Behandlung nicht und ist eine Operation nicht sinnvoll, werden Antikörper gegen Entzündungsfaktoren (TNF-Antikörper) gegeben.

Therapie in der Ruhephase (Remissionserhalt)

Bei vielen Patienten mit Morbus Crohn wechseln sich Krankheitsschübe mit beschwerdefreien Zeiten (Remissionsphasen) ab. Eine spezielle Behandlung während dieser Ruhephasen ist nicht in jedem Fall notwendig. Individuelle Faktoren (zum Beispiel der jeweilige Krankheitsverlauf) bestimmen, ob und wie lang eine remissionserhaltende Therapie durchgeführt wird und welche Medikamente dabei eingesetzt werden.

Medikamente

Die Ursachen des Morbus Crohn sind nicht ausreichend bekannt. Deshalb lassen sich oft nur die Entzündung dämpfen und die Beschwerden lindern. Mit Medikamenten kann über einen gewissen Zeitraum auch ein Rückfall verhindert werden.

Folgende Medikamente werden zur Behandlung von Morbus Crohn eingesetzt:

5-ASA: Mesalazin oder Sulfasalazin wirken gezielt entweder im Dünndarm oder erst im Dickdarm. Sie sind bei Morbus Crohn weniger wirksam als bei der Colitis ulcerosa und werden nur bei leichtem Verlauf gegeben.

Kortisonpräparate: Das körpereigene Hormon Kortison wirkt entzündungshemmend, zudem drosselt es die Aktivität des Immunsystems. Chemisch hergestellte Kortisonverbindungen sind wichtige Medikamente während eines akuten Morbus Crohn-Schubs. Bei milden und mäßigen Beschwerden und wenn sich der Entzündungsort im unteren Teil des Dickdarms befindet, wirken sie direkt vor Ort (als Zäpfchen oder Einlaufpräparate). So verursachen sie weniger Nebenwirkungen. Stärkere Beschwerden werden mit Tabletten behandelt, deren Wirkstoff sich im ganzen Körper verteilt (systemisch).

Antibiotika wie Metronidazol und Ciprofloxacin werden vor allem dann eingesetzt, wenn zusätzlich zu der Darmentzündung eine bakterielle Infektion vorliegt oder zu entstehen droht. Die Behandlung ist vor allem bei Fisteln wichtig. Fisteln sind neu entstandenen Verbindungen zwischen Darm und umliegendem Gewebe oder Organen. Durch sie besteht die Gefahr, dass Darmbakterien außerhalb des Darms Infektionen auslösen.

Mittel, die das Immunsystem bremsen (Immunsuppressiva) werden bei schweren Verläufen von Morbus Crohn eingesetzt. Wenn Kortisonpräparate nicht ausreichend wirken, zu starke Nebenwirkungen verursachen oder aus einem anderen Grund nicht eingenommen werden dürfen, weicht man ebenfalls auf diese Medikamente aus. Häufig wird der Wirkstoff Azathioprin eingesetzt.

TNF-Antikörper: Für manche Patienten mit Morbus Crohn und sehr schwerem Krankheitsverlauf gibt es neue entzündungshemmende Medikamente mit den Wirkstoffen Infliximab oder Adalimumab (TNF-Antikörper). Diese Substanzen binden Botenstoffe (Zytokine) zwischen den Entzündungszellen und verhindern ein Ausbreiten der Entzündungsreaktion.

Operativer Eingriff

Bei 70 Prozent der Morbus Crohn-Patienten ist innerhalb der ersten fünfzehn Krankheitsjahre ein chirurgischer Eingriff nötig – trotz medikamentöser Therapie. Nicht selten sind auch wiederholte Operationen notwendig. Bei einer Operation passiert Folgendes:

  • Verengte Stellen im Darm werden mit einem Ballon aufgedehnt.
  • Fisteln werden verschlossen, Abszesse aufgeschnitten
  • Stark befallene Darmabschnitte werden chirurgisch entfernt; dieser Eingriff wird erst bei schwerwiegenden Komplikationen durchgeführt, z.B. Darmdurchbruch, Bauchfellentzündung oder Darmverschluss.

Richtige Ernährung

Die richtige Ernährung ist bei Morbus Crohn-Patienten wichtig, wenn es auch keine allgemein gültigen Richtlinien dafür gibt. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, wie Sie einem Mangel an Vitaminen, Eiweißen, Eisen oder Nährstoffen vorbeugen können. Während eines akuten Schubs lindert eine ballaststofffreie Kost (Astronautennahrung) häufig die Beschwerden. Patienten mit besonders schweren Schüben werden über den Tropf ernährt, was den gereizten Darm entlastet.

Was Sie selbst tun können

Achten Sie auf Anzeichen einer Krankheitsverschlechterung, wenn Sie an Morbus Crohn erkrankt sind. Blut im Stuhl, neue oder andersartige Schmerzen sowie unerklärliches Fieber können auf eine Verschlechterung hinweisen.

Während eines akuten Morbus Crohn-Schubs ist körperliche Ruhe wichtig. Zwischen den Schüben können Sie Ihrer gewohnten Arbeit nachgehen.

Bezüglich der Ernährung gibt es bei Morbus Crohn zwar keine allgemeinen Einschränkungen, Sie müssen aber besonders auf eine gesunde Kost achten. Aufgrund des angegriffenen Darms kommt es sonst schneller zu einer Mangelernährung.

Sollten Sie ein bestimmtes Nahrungsmittel nicht vertragen, streichen Sie es von Ihrem Speiseplan. Etwa 30 Prozent der Patienten mit Morbus Crohn vertragen beispielsweise keinen Milchzucker (Laktose-Unverträglichkeit). In diesen Fällen empfiehlt sich eine Ernährung ohne Milch und Milchprodukte, beziehungsweise laktosefreie Kost. Andere Menschen leiden an einer Fruktoseintoleranz und müssen Fruchtzucker meiden.

Oft bestimmt Morbus Crohn das gesamte Leben eines Patienten. Hier hilft möglicherweise eine Psychotherapie, in der Sie einen besseren Umgang mit der Krankheit lernen. In vielen Fällen steigert dies das Wohlbefinden und verringert manchmal auch die Beschwerden.

Prognose

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Die Prognose bei Morbus Crohn hängt vor allem davon ab, wie ausgeprägt die Erkrankung ist. Morbus Crohn ist nicht heilbar, aber die Beschwerden lassen sich lindern. Außerdem gibt es oft jahrelange Phasen, in denen ein Patient beschwerdefrei ist – bis sich die Krankheit erneut bemerkbar macht. Eine konsequente Selbstbeobachtung der Patienten und regelmäßige Arztbesuche sind erforderlich, um Anzeichen eines neuen Krankheitsschubs und eventuelle Komplikationen des Morbus Crohn so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Zu diesem Aspekt gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen auf bösartige Wucherungen.

Wird Morbus Crohn richtig therapiert, haben die meisten Patienten eine normale Lebenserwartung. Wichtig ist deshalb, dass Sie einen erfahrenen Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen.

Vorbeugen

Dr. med. Nina Buschek

Da die Ursachen von Morbus Crohn nach wie vor nicht bekannt sind, lässt sich auch nicht sagen, ob und wie man der Erkrankung vorbeugen kann. Mediziner kennen mittlerweile allerdings einige vermeidbare Risikofaktoren wie Rauchen und psychosozialen Stress.

Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend viel Schlaf, regelmäßiger Bewegung und einer reizarmen Ernährung unterstützen die beschwerdefreien Intervalle.

(Quelle: netdoktor.de)

Darmerkrankung – Symptome und Laborbefunde

Im letzten Jahr fand ich eine ausgesprochen interessante Tabelle in einem Programm namens „TurboMed“ während meiner Arbeit über die Symptome und Laborbefunde bei Maldigestion (= schlechte Verdauung) und Malabsorption (=schlechte Aufnahme) von Nährstoffen aus der Nahrungsaufnahme. Genau die Probleme, die mich selbst betreffen.

Um die Begriffe besser verstehen zu können, habe ich euch die Definitionen aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, kopiert und eingefügt. Die oben erwähnte Tabelle findet ihr im Anschluss daran (siehe weiter unten).

Malassimilation

Unter Malassimilation – von lateinisch malus (schlecht, schädlich, böse) und assimilare (angleichen, ähnlich machen) – wird eine beeinträchtigte, das heißt verminderte Nährstoffausnutzung aufgrund unterschiedlichster Störungen im Verdauungstrakt bezeichnet. Damit handelt es sich um einen Oberbegriff für die „Maldigestion“ und „Malabsorption“.

Maldigestion

Bei der Maldigestion (lateinisch „schlechte Verdauung“) liegt eine Störung der (enzymatischen) Spaltung der Nahrung vor. Die Ursachen können im Bereich des Magens (Magenresektion), der Bauchspeicheldrüse, der Leber bzw. der Gallenwege liegen sowie angeborene Enzymdefekte wie bei der Lactoseintoleranz sein.

Malabsorption

Klassifikation nach ICD-10: K90 Intestinale Malabsorption

Unter einer Malabsorption (latein „schlechte Aufnahme“) versteht man einen chronischen krankhaften Zustand, bei dem die Aufnahme zuvor schon aufgespaltener (vorverdauter) Nahrungsbestandteile durch die Darmwand in die Lymph- oder Blutbahn (enterale Resorption) vermindert ist.

Ursächlich können u. a. angeborene Erkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, Überempfindlichkeitserkrankungen (Zöliakie), Infektionen (z. B. Morbus Whipple) oder postoperative Zustände (ausgedehnte Dünndarmentfernung) sein.

Erkrankungen, die mit einer Malabsorption einhergehen, werden als Malabsorptionssyndrome bezeichnet.

Leitsymptome sind dabei:

  • Massenstühle (>300 g Stuhlgewicht)
  • übelriechende Fettstühle (Steatorrhoe); Flatulenz
  • Gewichtsabnahme
  • Unterversorgung mit den Vitaminen A, D, E, K, B12, Folsäure, sowie mit Mineralstoffen (z. B. Kalzium, Eisen), Eiweiß und Spurenelementen
  • Muskelschwäche
  • Haut- und Schleimhautveränderungen
  • Anämie (Blutarmut)

Verschiedene Verfahren der Adipositaschirurgie, der Chirurgie zur Bekämpfung des krankhaften Übergewichts (Adipositas), nutzen die Malabsorption therapeutisch, um krankhaft übergewichtigen Patienten eine nachhaltige Reduktion ihres Übergewichts zu ermöglichen. Bei diesen Patienten wird die Malabsorption durch verschiedene chirurgische Verfahren zur Manipulation des Verdauungstraktes erreicht.

PDF-Dateil als Download zum Herunterladen (einfach anklicken, es öffnet sich im neuen Fenster!)

Symptome und Laborbefunde bei Maldigestion und Malabsorption

 

Wer von euch ähnliche Symptome aufweist und/oder Hilfe bzw. Tipps benötigt, kann sich gern an mich wenden. Ich selbst habe ja auch schon einiges durch/erlebt/überstanden.

Folgendes witziges Video fand ich bei youtube.com. Es spiegelt wirklich die Erlebnisse textlich wieder, die wohl jeder Laktoseintolerante von uns mit Sicherheit kennt. Lauscht einfach mal auf den Text. Es trifft wirklich voll ins Schwarze!