Chaos-Morgen, Gym-Besichtigung und Zusammenbruch

Kunstprojekt Metamorphose von 1995

Heute morgen wollte ich eigentlich in das Wurzener Lichtwer-Gymnasium zum Tag der offenen Tür, doch mein Fahrer sagte ab – leider etwas zu spät. Deshalb war ich leider auch VIEL zu spät dran, denn ich wollte die Eröffnungsrede nicht verpassen. Ich hastete zu meinem Wagen hinunter, öffnete die vereiste Tür mit Ziehen und Zerren – und es gelang mir, trotz Eisfinger letztendlich. Mein Auto sprang auch kurioser Weise an, obwohl es mich die letzten Male immer wieder im Stich gelassen hatte. Ich war erstaunt. Warum sprang es diesmal an? Wusste es, dass es heute dringend benötigt wurde??? Ich fuhr los bzw. jagte eher davon und kam … zu spät. Eröffnungsrede verpasst. Das war so klar. Naja. Ich sah mich dann im Gymnasium um und traute meinen Augen nicht, denn dort drüben an der Wand unter der hinaufführenden Treppe befand es sich: Unser damaliges Kunstprojekt „Metamorphose“ von 1995 – unser neu zusammengebauter Flügel. Ich war stolz und überglücklich zugleich. Denn ich hatte damit gerechnet, dass es nach all den vielen Jahren schon abgebaut worden war. Aber es stand und hing noch an der Wand. Mir kamen vor Freude fast die Tränen! Ich eilte hin, zückte meine Kamera und schoss unzählige Fotos von diesem wunderbaren Kunstprojekt. Ich konnte es noch immer kaum glauben, dass es noch da stand. Direkt vor mir. Mit Erfurcht berührte ich die schwarzen und weißen Tasten des Flügels, nur um sicher zu gehen, dass es auch Wirklichkeit war und kein Traum. Es war real. Ich spürte das alte dunkle Holz unter meinen Fingern… Ich hatte fast Freudentränen vergossen. Und schoss noch ein paar Fotos. Ich hätte den Flügel so wie er war am Liebsten mitgenommen, aber ihn sollen noch viele andere Schüler sehen – mit meinem Namen und der meiner Mitschüler daneben. Ich war erfüllt von STOLZ!

Ich besah mir die gesamte Schule, sofern die Türen geöffnet waren. So fand ich meine alten Schließfächer wieder – das braune gleich vorn an der Treppe, das grüne später als ich in die 11. Klasse kam und wir die Schließfächer wechseln mussten. Wow, dass es die noch gab! Cool! 🙂 Ich machte auch hier meine Schnappschüsse. Ja, ich weiß, aber so erinnere ich mich viel zu gern daran. Auch die Schließfächer berührte ich mit meinen Händen, fuhr sacht darüber… Erinnerungen überkamen mich. Erinnerungen aus meiner Schulzeit. Eine tolle, wenn auch manchmal schwere und stressige Zeit. Aber ich habe die Schulzeit geliebt! Ich suchte auch die Bibliothek auf – hier war ich ja noch nie, denn als ich damals zur Schule ging, gab es sie noch nicht. Die Türen blieben dort verschlossen – es gab Gerüchte, dass es noch keine Bücher darin gab. War ja auch kein Wunder, wir waren damals frisch umgezogen und eine Bücherei hatten wir vorher ja nie. Heute sah ich sie mir an. Hier wär ich gern Schüler gewesen. 🙂 Ich fand auch meinen alten Bio-Raum, den Chemiesaal, mein PC-Kabinet (wir hatten früher nur eins, heute gibt es 3!), meinen Kunstraum von unserem Leistungskurs – toll! Ich konnte mich einfach nicht satt sehen! Vieles war noch wie früher, manches neu. Es gab auch mehr Deko als zu meiner Zeit und mehr Räume zur Entspannung – Yogaraum, Frauenraum,… etc. Ich war sprachlos. Später unterhielt ich mich mit 2 Lehrern und erfuhr, dass es zurzeit sehr wenig Schüler gebe – im Abikurs gibt es nur 46 Schüler! Das sind nicht mal 2 Klassen, wir damals waren 6 Klassen à 20-25 Schüler! Es waren wohl schlechte Geburtsjahrgänge… Anders ist dies nicht zu erklären.

Und dann klingelte mein Handy los. Ich bemerkte es anfangs gar nicht, weil es so laut ringsum war. Nur das zarte Vibrieren nahm ich irgendwann war, zog mein Handy aus der Tasche und nahm ab. „Es ist was schlimmes passiert. Komm sofort zurück!“ Mir lief es eiskalt den Rücken runter. Da fährt man EINMAL weg und schon passiert was… Ich verließ die Schule, jagte zu meinem Auto und wollte hineinspringen als ich das nächste Problem sah. Da stand doch direkt neben mir – nur wenige MILLIMETER von meinem parkenden Auto entfernt ein weiteres Auto. Und zwar so unmöglich NAH, dass ich nicht mal den Spiegel meines Wagens umklappen konnte. Ich dachte nur noch: „Mist, wie soll ich denn jetzt aus dieser kleinen Parklücke rauskommen? Verdammt!“ Panisch vor Angst und eines Unfalls schnallte ich mich fest, startete den Motor und kurbelte ständig am Lenkrad herum, fuhr zurück und wieder vor, wieder zurück, vor,… bis ich endlich aus der Lücke kam OHNE das andere Auto anzufahren oder zu beschädigen. Ich hatte gedacht, dass ich es nicht schaffe. Aber irgendwie hatte ich wohl Glück. Und auch, dass mein Auto überhaupt ansprang!!! Ich drückte auf die Tube und fuhr im Eiltempo zu meiner Oma. Sie lag, dank meiner Schwester, die eher am Zielort angekommen war, auf der Couch und ruhte sich aus. Was allerdings der Grund für ihren Sturz war, blieb ungewiss. Sie wollte auch nicht zu einem Arzt, aber gelähmt ist sie nicht – also kein Schlaganfall. Immerhin. Vielleicht ein Schwächeanfall??? Aber Oma redet schon wieder viel. Zum Glück. Das bedeutet, dass es ihr schon wieder etwas besser geht, was mich erleichtert… Dennoch sitzt der Schreck in meinen Knochen.

 

Alle Projektbeteiligten

Stunden später erfuhr ich von einem Arzt, den wir doch noch kommen ließen, dass meine Oma einen Schwächeanfall aufgrund ihrer bösen Grippe erlitten hat. Wir sollen auf sie achten und ggf. helfen, wenn sie die Hilfe benötigt. Ist doch selbstverständlich als Familie! 🙂 Drückt bitte die Daumen, dass es meiner Oma recht bald wieder besser geht!

Weitere Fotos von meiner Besichtigungstour durchs Lichtwer-Gymnasium folgen bald in einem weiteren Beitrag. Also seid gespannt 😉