[Rezension] Serena Avanlea“Das Flüstern der Träume“

SerenaAvanleaGefühlvoll und spannend

„Das Flüstern der Träume“ ist bereits der dritte wunderbare Roman der Autorin Serena Avanlea.

Der Einstieg in diesen Roman gelang mir sehr gut. Ich fühlte und litt mit der Protagonistin Emma mit. Sie ist so ein herzensguter Mensch und erlebt immer nur Schlechtes. Umso schöner fand ich es, als sie ihre Leidenschaft entdeckte und ein Ziel vor Augen hatte. Ich freute mich über ihre Erfolge und kleine Radio-/Mail-Abenteuer mit Blake, lachte und weinte und bin begeistert von Emmas tollen Freunden. Zu ihnen gehört sie, denn sie sind ihre Familie. Emma ist ein gut ausgebauter Charakter genau wie Jayden und auch Blake, ihre Radiobekanntschaft hat mich auf Anhieb fasziniert und begeistert. Jayden kam mir anfangs zwar wie ein Idiot mit seiner Grummellaune vor, aber er hatte seine Gründe dafür, irgendwie mochte ich ihn trotzdem gern. Jayden ist ein faszinierender Charakter.

Serena Avanlea versteht es, die Gefühle des Lesers zu beeinflussen. Denn ich empfand immer wieder tiefes Mitgefühl für Emma und schöpfte mit ihr Hoffnung und kämpfte. Ein andermal hätte ich Emma gern an den Schultern gepackt und wach gerüttelt, weil sie teilweise auch naiv und blauäugig war.

Das Wiedersehen mit Cassie und Peter hat mich besonders gefreut. Sie sind und bleiben meine absoluten Lieblingscharaktere der Autorin ❤

Schreibstil:

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir bereits in ihren beiden vorangegangenen Romanen sehr gut, da er sehr leicht, locker und flüssig ist, man dadurch schnell in die Geschichte einsteigen kann und das Buch unmöglich aus der Hand legen möchte. Ich hätte zu gern eine Fortsetzung dieses Romans, um zu erfahren, wie es Emma und Jayden nach dem Ende des Buches weiter ergeht und ob und wie Jayden seinen Doktor besteht. Denn von ihm hat man nur seine Dienstzeiten im Erdbeerigel erfahren.

Dieser Roman wird aus zwei Sichtweisen geschrieben – einmal erfahren wir mehr über Emma, dann gibt es wieder Szenen von Jayden. So lernt der Leser beide Hauptprotagonisten sehr gut kennen und kann sprichwörtlich in ihre Köpfe sehen. Der Wechsel zwischen den beiden Charakteren ist der Autorin gut gelungen, es gibt keine unnötigen Szenenwiederholungen. Allerdings war die Geschichte im Großen und Ganzen ein wenig vorhersehbar, was beim Lesen jedoch keinen Abbruch tat. Ich mochte die Entwicklung der Charaktere, die Stärke von Emma und die Hilfsbereitschaft ihrer Freunde sehr gern. All diese Protagonisten wirkten sehr authentisch und sympathisch auf mich, so dass ich alle nur allzu gern ins Herz schloss.

Die Handlung des Romans empfand ich als spannend, unterhaltend, emotional und abwechslungsweich.

Kritikpunkte:

Manche Szenenwechsel sind ein wenig sprunghaft, so dass ich erst einmal überlegen musste, an welchem Ort/zu welcher Zeit sich der jeweilige Protagonist gerade befindet.

Das letzte Kapitel empfand ich ein wenig zu kurz. Ich hätte mir hier mehr Infos gewünscht. Immerhin hat Emma jetzt ihren großen Tag und da hätte ich sehr gern erfahren, ob sie mega nervös und aufgeregt war und ob es ggf. Schwierigkeiten bei den Proben oder kleinere „Unfälle“ etc. gab. Das war mir doch ein wenig zu kurz. Ebenfalls hätte ich mir gern MEHR Szenen – vor allem die romantischen, in denen die Funken zwischen Emma und Jayden flogen – gewünscht. Das kam leider auch viel zu kurz.

Cover:

Das Cover ist wunderschön geworden. Es hat mich sofort auf magische Weise in seinen Bann gezogen. Das schöne Himmelblau, das dunkelhaarige Mädchen , die funkelnden Näh-Utensilien wie Nadel, Zwirn, Knöpfe harmonieren wunderbar miteinander. Alles passt perfekt auf Emma. Ich habe sie sofort in dem Cover wiedererkannt J

Fazit:

„Das Flüstern der Träume“ ist eine wunderschöne und gefühlvoll erzählte Geschichte, die den Leser auf eine Reise um Freundschaft und die Liebe mitnimmt und verschiedene Emotionen wachruft.

Ich vergebe diesem schönen Roman über das Erreichen seiner Träume 4 von 5 wunderbaren Punkten.

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[Rezension] Rena Fischer „Chosen 2 – Das Erwachen“

chosen2Nervenaufreibend spannend

Der Anfang: Emma wird in Senvus Corvi von Fion Farran manipuliert, während Aidan nach seinem Gedächtnisverlust ohne Erinnerungen umherirrt.

Der Einstieg in diesen zweiten Teil gelang mir gut, ich konnte mich problemlos wieder in die Geschichte um Emma, Aidan und Fion Farran einfinden. Dieser Teil startet damit, dass Emma von Fion weiter manipuliert wird, während Aidan versucht, sich in seinem neuen Leben ohne Gedächtnis zu Recht zu finden. Und dann wird es richtig spannend. Es folgt ein Ereignis auf das Nächste, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Hier gibt es Entführungen, Verfolgungne, Kämpfe, Manipulationen, Mobbing (zählt leider auch dazu), Tribunale, Verräter etc. Aber es gibt auch schöne Momente, in denen Liebe und Freundschaft nicht zu kurz kommen.

Mein geliebter Jared aus Band eins wird hier in einigen Szenen erwähnt, was mich sehr freute. Auch wird für eine Szene Schneewittchen mit eingewoben, was ich auch toll fand.

Emma wird in dieser Fortsetzung allmählich erwachsen und zeigt Charakter. Das hat mir gut gefallen. Ich mochte ihre Entwicklung gern, auch wenn ich sie in manchen Szenen gern gepackt und wachgerüttelt hätte, da sie sich irgendwie immer ALLEINE in gefährliche Situationen stürzt bzw. stolpert. Aber das machte irgendwie auch die ganze Spannung aus. Aidan… tja, in Band eins hatte ich weniger Bezug zu ihm, Jared gefiel mir da wesentlich besser. Aber in diesem Band entwickelte sich Aidan und zeigte auch mal seine andere, weichere Seite, die ich gern schon im ersten Band kennengelernt hätte. Aidan zeigt wieder einmal, wie mutig und hilfsbereit er ist, wenngleich er seine Gabe verloren hat. Er steht trotzdem immer Emma zur Seite und kämpft für und mit ihr. Das bewundere ich an ihm.

Fion Farran war von Anfang an nicht so mein Fall, da ich nie wusste, was er wie und warum im Schilde führte – bis zum Schluss nicht. Allerdings fand ich es schön zu erfahren, warum Fion zu dem geworden ist, der er war, das hat seinem Charakter mehr Tiefe verliehen.

Jack ist eine weitere undurchsichtige Person für mich gewesen. Ich wusste und ahnte, dass er irgendetwas im Schilde führte, aber ich stieg anfangs nicht dahinter … bis zum Showdown natürlich … und dieser hatte es in sich.

Emmas Mom mit ihren hilfreichen Ratschlägen etc. vermisste ich genauso wie Jared. Es sind für mich beide lieb gewonnene Charaktere aus Band 1, die ich hier gern irgendwie mehr wiedergesehen hätte. Denn die Ratschläge von Katharina fand ich toll. Diese wurden allerdings von Fion Farrans Ratschlägen ersetzt.

Im hinteren Teil des Buches gibt es auch endlich die von mir herbeigesehnte Aufstellung der aufgeführten Personen mit ihren Gaben und Positionen sowie den Rangordnungen von Farrans Schulen. Das hätte ich mir gern schon im ersten Band gewünscht, da es im ersten Band ohne dieses Verzeichnis sehr verwirrend war. In einem Ebook macht sich das Verzeichnis am Ende des Buches sicher nicht so gut.

Kritikpunkte:

An manchen Stellen fehlten mir einige Erklärungen, die somit ein paar Fragen aufwarfen und ich manche Szenen nicht ganz nachvollziehen konnte. Zum Glück konnte ich diese Fragen in der Lovelybooks-Leserunde der Autorin stellen. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass diese Erklärungen direkt ihren Weg in den zweiten Teil gefunden hätten.

Mich verwirrten auch öfter die Namen, denn Jacob, James, Jamie, Jack, Jared klingen alle irgendwie ähnlich und ich musste an manchen Stellen erst einmal überlegen, wer denn jetzt welche Person mit welchem Hintergrund war. Gut, bei Jared wusste ich, wer er war, da Jared mein Favorit aus Band 1 ist. Schade, dass er es nicht direkt in diesen zweiten Teil geschafft hat. Ich habe ihn echt vermisst.

Der Schreibstil der Autorin war wieder einmal leicht und flüssig, so dass ich sofort in das Buch eintauchte und die beschriebenen Bilder in meinem Kopf entstanden. Die Orte in New York und Irland gefielen mir. Es machte mir Spaß, sie mit Emma zu erkunden und mehr darüber zu erfahren – besonders Irland. ❤ Hier wurde sehr gut recherchiert, wobei ich auch glaube, dass die Autorin selbst vor Ort war, um das Feeling einzufangen und für uns niederzuschreiben. Interessant fand ich, dass diesmal aus 3 Perspektiven geschrieben wurde. Emma und Aidan erzählten selbst ihre Geschichten, während die von Jacob (Emmas Vater) in der dritten Person geschrieben wurde. Diese drei Handlungsstränge laufen letztendlich alle zusammen und ergeben wieder ein rundes Ganzes, auch zeitlich gesehen. Der Verlauf des Buches war an vielen Stellen für mich unvorhersehbar, so dass ich gezwungen war, das nächste Kapitel und das nächste zu lesen, obwohl ich das Buch eigentlich beiseite legen und ins Bett schlafen wollte. Die Autorin versteht es geschickt, mit den Emotionen ihrer Protagonisten und die des Lesers zu spielen.

Das Cover „Chosen – Das Erwachen“ ist silbern 😀 und das ist genau MEINE Farbe und es schillert wunderschön und glänzt und funkelt. Zudem passt es optisch mit dem weiblichen Portrait sehr gut zum ersten Band und harmoniert fantastisch. Es ist eindeutig der Gegensatz zum ersten Cover und der pinke Schrifzug des Haupttitels ist toll. Ich mag den geschwungenen Schrifzug des Autorennamen. Man könnte meinen, dass die Autorin selbst es direkt auf dem Cover signiert hat ❤ Die Farben des Covers sind gut gewählt und ich freue mich schon wahnsinnig, dieses Buch in den Händen zu halten und neben Teil 1 ins Regal zu stellen ❤

Das Ende … Das habe ich so nicht kommen sehen und zeigte mir auf, dass Fion Farran vielleicht doch ein wenig anders war, als ich zu glauben dachte. Ich hatte Tränen in den Augen und eine Gänsehaut breitete sich über meinen gesamten Körper aus. Und doch konnte ich diese Buchreihe mit dieser Abschlussgeschichte zufrieden zuklappen, denn Fragen blieben kaum mehr offen. Dankeschön.

Fazit:

„Chosen – Das Erwachen“ ist eine gelungene Fortsetzung zu seinem Vorgänger mit mehr Spannung und Action, einem abwechslungsreichen Plot und guter Recherche. Und doch habe ich den Eindruck gewonnen, dass er ein wenig gegenüber „Chosen – Die Bestimmte“ schwächelt. Mir fehlten manchmal Erklärungen, die nicht vorhanden waren und ich nachfragen musste. Aber alles in allem war es ein guter Abschluss dieser Dilogie, die ich garantiert nochmals lesen werde.

Ich verleihe dieser Fortsetzung gute 4 von 5 Punkte.

[Rezension] „Beautiful Liars“ von Katharine McGee

91LrVvZu9ZLDramatische Geschichte der Schönen und Reichen voller Machtspiele, Intrigen und Geheimnisse

Klappentext:
“Pretty Little Liars” meets “Gossip Girl”: noch herzzerreißender, noch glamouröser, noch gefährlicher!

Manhattan, 2118: Im Penthouse des höchsten Gebäudes der Welt feiern die Reichen und Schönen eine rauschende Party. Für fünf von ihnen wird nach dieser Nacht nichts mehr so sein wie zuvor. Die wunderschöne Avery, die intrigante Leda, die verführerische Eris, die verzweifelte Rylin, der ehrgeizige Watt – einer von ihnen wird den Abend nicht überleben.

Die Geschichte im Jahr 2118 wird aus Sicht von 5 Protagonisten geschrieben: Avery, Rylin, Leda, Watt und Eris. Anfangs hat es mich sehr gestört und verwirrt, weil es für den Start dieses Buches einfach zu komplex war. Denn jeder der 5 Protagonisten kam kapitelweise zu Wort, so dass ich mir erstmal Notizen machen musste, um beim nächsten Kapitel noch zu wissen, wer wer ist. Aber nach einer Weile bekam ich den Dreh raus und tauchte tiefer in die Geschichte ein, die immer mehr an Spannung und Chaos zulegt. Auch verweben sich die Geschichten der einzelnen anfangs vorgestellten Protagonisten immer mehr. Dennoch hoffte ich immer wieder auf meine beiden Lieblingsprotagonisten Avery und Rylin, mit denen ich regelrecht mitgefiebert habe. Beide gefielen mir von Anfang an gut und ich fühlte und litt mit ihnen.
Im Gegenzug zu Leda, bei der ich von der ersten Seite an irgendwie ein ungutes Gefühl hatte.
Einigen Charakteren fehlte es an Tiefe, andere hingegen waren gut ausgearbeitet, so dass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte. Andere wiederum blieben noch außen vor. Hier hoffe ich auf den 2. Band, um mehr über sie zu erfahren.

Die Schauplätze sind wunderbar bildhaft und detailreich beschrieben, so dass ich mir die Orte sehr gut gedanklich vorstellen konnte. Die Technologie fand ich besonders beeindruckend: Augenscanner, Bots wohin das Auge schaut, verbotene Quants, fliegende gesteuerte Autos, technisierte Kontaktlinsen mit denen man flickern kann (= zum Nachrichten versenden und telefonieren) etc. Ich bin begeistert. Hier hat die Autorin wirklich eine hervorragende Fantasie bewiesen und ich bin ehrlich: Diese Zukunft gefällt mir irgendwie. Wären da nicht die ärmlichen Bereiche und Wohnungen ohne Fenster in den unteren Etagen des XXL-Towers. Das hat mich dann eher weniger beeindruckt.
Mich hätte auch noch ein wenig mehr das Leben außerhalb des Towers interessiert oder findet das ganze Leben der Stadt nur im Tower statt? Denn im Tower scheint es alles zu geben: Kleidung, Lebensmittel, Restaurants, Hotels, Spielhallen, Fitnesscenter etc. Es ist im Grunde genommen, eine eigene Stadt innerhalb eines riesigen 1.000-stöckigen Gebäudes. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie nah man da am Himmel ist, welche fantastische Aussicht man von dort oben genießt und wie windig es dort oben sein muss.

Manche Szenen und Ereignisse sind sehr vorhersehbar, andere hingegen absolut überraschend, vor allem, was das Ende betrifft. Denn mit diesem Ende hätte ich im Leben nicht gerechnet. Ich hätte eher mit dem „Flug“ einer anderen Person gerechnet und bin noch immer regelrecht geflashed deshalb. Gut, wenn man es logisch betrachtet, war es klar, dass es so enden musste, da es schließlich noch eine Fortsetzung geben wird, aber dennoch. Diesem Protagonisten hätte ich dieses Ende nicht gewünscht. Schon gar nicht, weil nach all dem Schlechten es sich endlich angedeutet hat, dass sich das Blatt wieder wendet und es bergauf geht und dann DAS! Ich bin schockiert und sprachlos.
Der Folgeband verspricht auch wieder sehr spannend zu werden und ich habe da auch schon so einige Gedanken, wie sich dieser zweite Band entwickeln könnte. Ich bin neugierig, ob ich richtig liege. Leider muss ich mich noch bis Juli 2018 gedulden, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, ohne Stolperstellen etc. Ich konnte gut in die Geschichte der einzelnen Protagonisten und deren Dramen eintauchen und fühlte mich gut unterhalten.

Das Cover ist wunderschön, mir gefallen die Farben und die Sterne vor dem dunklen Nachthimmel. Schon allein deswegen hätte ich das Buch, wenn ich es im Buchhandel entdeckt hätte, nicht aus der Hand legen können
Das abgebildete Mädchen wirkt sehr traurig, als würde ihr Herz in ihrer Brust vor Schmerz zerspringen. Sie wirkt auf dem Cover trotz des ganzen Glamors der Stadt unter ihr und des nächtlich-funkelnden Himmels sehr einsam und sucht Wärme und Liebe, Liebe, die sie vielleicht niemals haben darf. Der dunkle Himmel im Hintergrund wirkt dadurch kalt und düster, was die Einsamkeit nur noch mehr hervorhebt. Es wirkt ein wenig gegensätzlich: Alles funkelt, glänzt und strahlt äußerlich, aber innerlich ist alles düster, kalt, einsam und zerbrochen.

Fazit:
Diese Geschichte um Avery & Co. ist eine krasse Story aus Liebe, Sex, Party, Drogen, Stalker, eine „verbotene“ Liebe, Geheimnisse, Freundschaften, die auseinander brechen etc. Da sind Chaos und Drama regelrecht vorprogrammiert. Hier bekommt jeder Fan von „Gossip Girl“, was das Herz begehrt.

Mich hat diese doch leicht chaotische Geschichte der Schönen und Reichen in einer fernen Zukunft mit all ihrer Technik und Dramen sehr fasziniert und gefangen genommen. Denn so viele Geheimnisse, Intrigen, Dramen und Machtspiele habe ich in keinem Buch bisher erlebt wie in „Beautiful Liars“. Ich bin sehr auf die Fortsetzung gespannt. Ich vergebe gute 4 von 5 Punkten.

#beautifulliars #katharinemcgee #zukunft #2118 #drama #gossipgirl #littleprettyliars #rezension #bibliomantik #verboteneliebe

[Rezension] Christian Handel „Rosen und Knochen“

51GoDuIrzAL._SX350_BO1,204,203,200_Düster, schockierend und schön zugleich

Ich mag Märchen und Märchenadaptionen in all den verschiedenen Variationen sehr. Als ich hörte, dass Christian Handel eine düstere Version von Schneeweißchen und Rosenrot veröffentlicht, wurde ich neugierig. Schon der Klappentext klingt verheißungsvoll, spannend und gruslig! Darin heißt es, dass Muireann und Rose unter ihren Decknamen Schneeweißchen und Rosenrot als Dämonenjägerinnen durch die Lande ziehen. Sie bekämpfen und jagen Wassermänner, Trolle, Hexen, Kobolde etc.

Schon allein diese Grundidee hat mir gefallen, um mich auf dieses Buch aufmerksam zu machen. Und dann dieses düstere, faszinierende Cover! Da konnte ich nicht widerstehen, ich MUSSTE dieses Buch unbedingt haben.

Mit seiner ganz eigenen Märchenversion entführt uns Christian Handel in den überaus gefährlich-geführchteten düsteren Märchenwald, der von kleinen Geisterkindern bevölkert wird und Unwesen ihr Unheil treiben. Mitten im finsteren Wald steht ein Hexenhaus, das grusliger nicht sein kann. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber nicht verraten.

Um der Geschichte einen Hauch Dramatik, Hintergrundinformationen und Emotionen beizumischen, ist die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Muireanns Sicht geschrieben.

Ich mag den bildhaften, wortgewandten, düsteren Schreibstil des Autoren sehr. Er schreibt leicht und flüssig und sehr bildreich. Manchmal ist es sogar so gut, dass mir dank seiner Worte und der bildhaften Beschreibung einiger Szenen regelrecht schlecht wurde wie den Protagonisten selbst. Ein andermal war mir richtig Angst und Bange, ich bekam regelrechte Beklemmungen und hatte Angst, nachts vor lauter Alpträumen nicht schlafen zu können. Trotzdem las ich weiter und ich fieberte einem hoffentlich positiven Ausgang entgegen. Ja, Christian Handel versteht es mit seinen Worten, Spannung und Gefühle im Leser zu wecken und aufrecht zu erhalten. Mich hat diese Geschichte von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte und konnte und ständig nur über den Fortgang der Geschichte nachdachte, wenn ich das Buch doch mal zur Seite legen musste.

Wunderbar gelang Christian Handel die Verwebung zweier bekannter Märchen mit Teilen schottischer Sagen und Legenden, die mich besonders faszinierten. (Lest unbedingt den Anhang!!!!!)

Die beiden Protagonisten Murieann und Rose sind vielschichtiger als ich es anfangs erwartet hatte. Besonders Murieann und ihre tiefen Gedankengänge halfen mir, sie mehr und mehr in kürzester Zeit zu mögen und sie und ihre Beweggründe gut zu verstehen. Sie wirkte auf mich realistisch und authentisch, gern würde ich sie mal real treffen. Ihre Gedankenwelt und die Rückblenden aus ihrem früheren Leben unterstützten die Geschichte in ihrer Spannung und hielten diese oben. Schade finde ich nur, dass Rose in dieser Novelle etwas zu kurz kam. Aber ich hoffe sehr, dass es noch weitere Geschichten der beiden Dämonenjägerinnen gibt und wir mehr über Rose erfahren werden! Erfrischend fand ich, dass die beiden Protagonistinnen sich bereits über viele Jahre kannten und liebten und nicht erst in dieser Geschichte zusammenfanden. So war auch der Zusammenhalt besser und verständlicher, die Gefühle intensiver und schöner wie auch die Sorge darum, Liebe und Freundschaft zu verlieren.

Mein Lieblingszitat aus „Rosen und Knochen“ ist deshalb auch: „Liebe überwindet alles. Sie hat die Macht, Flüche zu brechen. Verwandelt Frösche in Prinzen und erweckt Prinzessinnen aus ihrem Schlaf. Und Liebe kann verzeihen.“

Mir gefiel die düstere Kurzgeschichte mit dem Flötenspieler, die als kleines Extra in dieses Buch eingefügt wurde. Es ist düster, aber auch mysteriös und gut geschrieben. Der Flötenspieler ist gescheit, geschickt und hinterlistig. Christian Handel hat sein Wesen sehr gut erfasst und umgesetzt, so dass es mich gruseln würde, dem höllischen Flötenspieler persönlich zu begegnen. Ich denke selbst nach ein paar Tagen Abstand von der Novelle noch immer an den Flötenspieler zurück und frage mich, wieso wir Menschen immer glauben, jedem „Ding“ einen Namen verpassen zu müssen und über allem stehen zu wollen… Der Flötenspieler stimmt mich in dieser Hinsicht sehr nachdenklich.

Ich danke dem Autor auch sehr für all die vielen Informationen über die Märchen der Gebrüder Grimm, H. C. Andersen und all die tollen Links zu Märchen, Blogs und Hinweise über Fabelwesen. Daher mein Tipp an euch: Lest euch unbedingt das Nachwort durch, denn hier erfahrt ihr wirklich wissenswerte Hintergründe über Märchen und ihre „Beschönigung“ im Laufe der Zeit.

Das Cover von Marie Graßhoff ist passend zur Novelle schön düster und geheimnisvoll gehalten. Man erkennt Schneeweißchen und Rosenrot vor einem dunklen Wald mit einem rauchenden Hexenhäuschen. Fast schwarze Rosendornen und blutroten Rosenblätter bilden den Rahmen um das Bild mit Schneeweißchen und Rosenrot auf einer saftig grünen Wiese und versetzen das uns dargebotene Bild in eine Mischung aus fantastischen Märchen, Liebe und Grusel. Es wirkt an den Rändern zudem ein wenig frostig und neblig, was den Gruseleffekt noch anheizt. Das düstere Cover passt beeindruckend gut zu der grusligen Märchenadaption, das mir schon allein vom Betrachten ein leichter Schauer über den Rücken läuft.

Mit dem Auftakt „Rosen und Kochen“ ist Christian Handel ein wunderbar düsterer Auftakt zu den Hexenwald-Chroniken gelungen, in die ich sehr gern wieder eintauchen möchte. Ich liebe diese Novelle, sie ist eine absolute Kauf- und Leseempfehlung! Deshalb vergebe ich 5 von 5 Sternen und hoffe auf viele weitere spannende Geschichten aus dem Hexenwald!

Hinweis:

Die Geschichte ist düster und teils auch grausam, deshalb würde ich davon abraten, sie (Klein-)Kindern vorzulesen.

Daily Pictures #724 ~ Rosenherz

Ich entdeckte heute diese wunderschöne Rosenblüte in Herzform. Sieht sie nicht bezaubernd aus?! ❤

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Euer Schneewittchen