Rezension “Wolfsgier” von Brigitte Melzer

Spannend, schaurig, schön und offen…

Emma Gordon, eine junge Frau aus gutem Hause, die bei ihrer Tante Mabel in London lebt, wird immer wieder in ihren Träumen von einer reißenden Bestie heimgesucht. Man schenkt ihr keinen Glauben und erklärt sie für verrückt, so dass Emma in die berüchtigte Heilanstalt Bedlam eingewiesen und dort unter Drogen gesetzt wird, so dass sie aus diesem Albtraum nicht mehr herauskommt. Doch Emma gelingt das Unmögliche und kann diesen trostlosen grausamen hoffnungslosen Ort entfliehen. Auf der Suche nach Antworten über ihre Träume kehrt sie in ihr Heimatdorf Dartmoor zurück, um sich ihrer Vergangenheit zu stellen – ohne jede Ahnung, welch grausame Begegnung das Schicksal für sie in dieser gefürchteten Gegend bereit hält.

Geschrieben wurde dieses Buch aus der Sicht von zwei Darstellern – Emma Gordon, der Hauptperson in dieser Geschichte, und Preston Styles, ihrem Verfolger. Durch diese Erzählweise gelang es B. Melzer, die Geschichte in zweierlei Hinsicht voranzutreiben und Einblicke in die Gedankenwelt dieser 2 Protagonisten zu geben, so dass man die Geschehnisse aus zwei Sichtweisen betrachten konnte. Brigitte Melzer versteht es, den Leser eine lange Zeit vorerst im Dunkeln tappen zu lassen und nicht den Ausgang des Romans schon mit den ersten Zeilen zu verraten. Sie versteht es mit Hilfe ihrer Protagonistin Emma, den Leser Schritt für Schritt näher an die Auflösung des Geheimnisses zu bringen und somit die Spannung im gesamten Werk zu halten.

Der Roman besticht durch seinen einfachen, aber flüssigen Schreibstil, so dass ein schnelles Vorankommen der Geschichte ermöglicht wird. Ebenso beeindruckend fand ich wie die Autorin die Moral und Verantwortung anderen Personen gegenüber in diese Geschichte einfließen lies.

Die Charaktere der Protagonisten um Emma, Preston und Gabriel wurden leider kaum tiefgründig beschrieben. Man erfuhr sehr wenig über ihre Vorlieben und Gewohnheiten. Dafür jedoch bestand die Spannung des Romans von der ersten Seite bis zur Letzten und selbst darüber hinaus, da sie ein offenes Ende aufweist und Andeutungen auf eine Fortsetzung der Geschichte um das Biest dadurch nahe legt.

Brigitte Melzer gelang es ihre Idee des Romans eine spannende, actionreiche und blutige wie auch romantische Art und Weise einer grausamen Geschichte aufzuzeigen, so dass ich als Leser dieses Buch nicht aus der Hand legen konnte, so sehr ich auch wollte. Denn die Autorin schaffte es mit ihrem Schreibstil, ihren Handlungswendungen, ihrem Wechsel der Perspektiven immer wieder, dass der Leser gefesselt weiterliest und sich nicht langweilt.

Mir gefielen besonders gut die Beschreibungen der Handlungsorte – also des Londons im 19. Jahrhundert mit seiner verwarlosten Irrenanstalt Bedlam wie auch Cranmoor und Dartmoor, der Natur etc. Der Autorin gelingt es meisterhaft den Leser in diese Welt des vergangenen Jahrhunderts eintauchen zu lassen und aufzuzeigen, wie man damals gelebt und gewohnt hatte.

Das Cover zeigt einen Teil eines älteren unterirdischen Gewölbes, in der sich ein Mann zu einem Werwolf verwandelt, was man anhand seiner sich verändernden klauenartigen Hände, krallenartigen Füße und Wirbelsäule erkennen kann und somit Neugier auf den Buchinhalt macht. Der Schriftzug wurde in rot ausgewählt – das Blut der Verstorbenen. Sehr gelungen.

Fazit

„Wolfsgier“ von Brigitte Melzer ist eines der besten Werwolf-Mythologie-Romanen, die ich bisher gelesen habe. Es war alles dabei was das Leserherz begehrt, so dass ich jedem dieses Buch empfehlen kann, der sich gern als Leser in der mystischen Fantasywelt bewegt.

Von mir gibt es 4/5 Punkten für diese tolle Geschichte über Werwölfe, die sich von anderen Werwolf-Geschichten abhebt!

Produktinformationen

  • Broschiert: 350 Seiten
  • Verlag: Ueberreuter (15. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800054477
  • ISBN-13: 978-3800054473
  • Preis: 14,95 Euro (D)

Über die Autorin

Autorin Brigitte Melzer, alias Kate Logan (eines ihrer Pseudonyme) wurde 1971 geboren und hat mit zahlreichen Romanen ihr Publikum begeistert. Ob magische Abenteuer in fantastischen Welten oder fesselnder Vampirroman Brigitte Melzer ist sowohl in der High Fantasy als auch in der Dark Fantasy zu Hause. Die Autorin lebt in München.

Ich bedanke mich beim Ueberreuter-Verlag für die Zusendung dieses tollen Rezensionsexemplares. Herzlichen Dank!

Rezension „Nicht alle Geister lieben mich“ von Kate Logan

Buchinhalt

Das erste Buch „Der Geist, der mich liebte“ von Kate Logan alias Brigitte Melzer endet damit, dass Sam nur knapp dem Tod entgeht, da Adrian, Nicholas böser Bruder ihr nach dem Leben trachtete, um seines zu verjüngen. Nur durch Nicholas Atem überlebte Sam und kehrte zurück in das Haus ihrer verstorbenen Tante in Cedars Creek.

In „Nicht alle Geister lieben mich“ schließt die Handlung genau an dieser Stelle an, so dass ein nahtloser Übergang von Band 1 zu Band 2 geschaffen wurde, was mir sehr gut gefiel.

Sam renoviert weiter das Haus ihrer Tante, doch das Zusammenleben mit Nicholas als Geist in körperloser Form weist immer mehr Schwierigkeiten auf, so z. B. steigt Nicholas Gier nach Sams Atem drastisch an, so dass er ihr beinahe das Leben aussaugt.

Ebenso ändert sich die Situation in Cedars Creek, denn das Anwesen des verstorbenen Adrian wurde grundlegend gereinigt, all das Blut im Haus und die Instrumente im Keller sowie die Hexenbücher sind verschwunden. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Und dann schleicht auch noch eine Reporterin in Cedars Creek herum und stellt Fragen über Adrian senior, es werden Einbrüche verübt, Geister beschworen, Morde verübt, etc.

Es ist eine durchaus sehr spannende emotionale Fortsetzung des ersten Buches, bei der ich allerdings die witzigen Dialoge zwischen Sam und Nicholas vermisst habe. Das lag aber sicherlich daran, dass die Probleme der Situation zwischen den beiden als Mensch und Geist problematisch ist. Denn nur Sam kann Nicholas sehen und das auch nur nachts. Zudem steigt Nicholas` Gier nach Sams Atem dramatisch an, so dass er nicht nur einmal in Versuchung gerät. Doch er will Sam beschützen und nicht ihr Leben nehmen, deshalb entfernt er sich zusehends. Diese körperlose Situation wird für beide immer schwerer und gerät immer mehr die Kontrolle über beide zu gewinnen bis man das Gefühl hat, dass Nicholas alles einfach aufgeben und Sam alleine lassen will.

Gleichzeitig versucht der Sheriff von Cedars Creek Adrians Geist zu beschwören, um ihm all die Fragen zum Geschehen im Crowley-Haus zu stellen, die ihm Sam nicht beantwortet, sondern ausweicht oder schweigt. Doch etwas geht schief und stürzt Cedars Creek in eine Katastrophe, bei der Geister auftauchen, Leute entführt und Morde begangen werden etc.

Positiv überrascht hat mich das kurze Auftreten einer mir liebgewonnenen Protagonistin aus Band 1, mit der ich gar nicht mehr gerechnet hatte. Es rührte mich zu Tränen und ließ mich gleichzeitig lächeln, wieder von ihr zu lesen. Dennoch hinterließ es ein trauriges Gefühl bei dem Gedanken, dass es für sie und ihre zurückgebliebene Liebe keine Zukunft geben wird, doch ich hege die leise Hoffnung, dass sie sich irgendwann einmal wiederfinden werden.

Toll fand ich auch wieder den Schreibstil der Autorin, die es diesmal aber nicht nur aus Sicht von Samantha und Nicholas schrieb, sondern auch in die Perspektiven von anderen Protagonisten tauchte. So erfuhr man mehr über den Sheriff und seine Beweggründe sowie auch über die durchaus gelungene neue Persönlichkeit Laura Martin, die neugierige Journalistin, die in eine Situation gerät, die eine wichtige Entscheidung von ihr abverlangt, in der es nicht nur um Leben und Tod geht.

Das Cover dieses Buches fand ich sehr ansprechend. Es wirkt mysteriös und gibt schon die ersten Hinweise auf den Inhalt dieser Fortsetzung. Selbst der Titel ist gut gewählt, wenn man bedenkt, welche Geister auftauchen.

Mein Fazit

Ich finde diese Geschichte als eine gute Fortsetzung des ersten Buches um Sam und Nicholas. Mir fehlte jedoch etwas die Tiefgründigkeit der Beziehung zwischen den beiden wegen der Problematik mit Nicholas` Körperlosigkeit und seiner damit verbundenen Gier nach Atem. Dennoch fand ich es sehr spannend und immer wieder überraschend (besonders das Ende) geschrieben, so dass ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen konnte!

Ich gebe dieser guten Fortsetzung 4 von 5 Punkten und bleibe der Autorin auch weiterhin eine treue Leserin, denn ihr Schreibstil gefällt mir sehr!

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 365 Seiten
  • Verlag: Ueberreuter (Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800056062
  • ISBN-13: 978-3800056064
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,6 x 4,4 cm

Ich bedanke mich bei Ueberreuter für die freundliche Bereitstellung dieses schönen Buches! Herzlichen Dank!

Rezension „Der Geist, der mich liebte“ von Kate Logan

Buchinhalt

Die 21-jährige Samantha hat soeben ihr Studium abgeschlossen und will ins Berufsleben einsteigen, als sie ein altes renovierungsbedürftiges Haus ihrer verstorbenen Tante in Cedars Creek erbt. Um es allerdings verkaufen zu können, fährt sie nach Cedars Creek und beginnt selbst mit den Renovierungsarbeiten am Haus. Schon von Beginn an begegnet ihr eine eisige Kälte sobald sie das Haus betritt, die ihr auf unnatürliche Weise zu folgen scheint. Gleich am Grundstück des Hauses grenzt ein alter Friedhof, der Sam noch mehr Angst macht. Dennoch beginnt sie mit den Renovierungsarbeiten und lernt in der Stadt bei ihren täglichen Besorgungen u. a. auch Tess, den Sheriff, einen blendend jungen Mann namens Adrian und einige andere Leute kennen.

Als Sam nach einem erschöpfendem Tag die heiße Dusche verlässt, spürt sie wieder diese deutliche eisige Kälte und lernt so Nicholas, einen Geist, kennen. Anfangs läuft Sam vor ihm davon, doch nach und nach nähern sich die beiden an. Wären da nicht die Vergangenheit, Ängste, Lügen und andere Dinge, die Sam dazu bringen nicht mehr zu wissen, wem sie glauben soll: Nicholas, dem Geist in ihrem Haus oder Adrian, dem attraktiven Mann aus dem alten Herrenhaus hoch oben auf einem Berg.

Bald darauf gerät Sam in eine mörderische Geschichte, in der es um Hexen, Geister, Zaubersprüche etc. geht und ihr jemand nach dem Leben trachtet. Aber wer will sie töten?

Rezension

Kate Logan alias Brigitte Melzer schrieb eine tolle mysteriöse Geschichte über Geister, Hexerei, düstere Magie und Liebe, in denen mir die Hauptfiguren Sam und Nicholas sehr ans Herz gewachsen sind. Selbst Tess, die etwas schrille Nebendarstellerin einer Bibliothek war mir sympathisch und der Sheriff als Helfer in Not. Ich mochte den sarkastischen und leichten Humor und lockeren Schreibstil der Autorin, was ihre Figuren so real wirken ließ.

Toll fand ich auch die witzigen, sarkastischen Gedankengänge von Sam in Ich-Form, die mich immer wieder zum Schmunzeln brachten und ich mir vorkam, als wäre ich selbst die Hauptdarstellerin. Die Begegnungen mit Nicholas, dem Geist, ließen mir hin und wieder einen warmen bzw. kalten Hauch über die Haut streifen, so dass ich mich immer wieder freute, wenn er in der Geschichte auftauchte.

Die Autorin beginnt in ihrer Geschichte harmlos mit den Renovierungsarbeiten am Haus, doch das ändert sich rasch nachdem sie auf eine bestimmte Figur stößt, die alles verändert und Sam somit im Strudel schwarzer Magie, Intrigen, Todesereignisse, Freundschaft und Liebe eintaucht. Kate Logan ist es gelungen, eine unvorhersehbare Geschichte zu schreiben, in der der Leser erst langsam an die wirklichen Tathintergründe herangeführt wird. Dadurch entsteht ein angenehmes Lesevergnügen, das Lust auf mehr macht und ich es kaum erwarten kann den 2. Band von dieser Geschichte zu lesen.

Von mir gibt es deshalb 5/5 Punkten für diese tolle Geschichte!

Produktinformationen

  • Gebundene Ausgabe: 287 Seiten
  • Verlag: Ueberreuter (Januar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800052903
  • ISBN-13: 978-3800052905
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 13 Jahre

Ich bedanke mich beim Ueberreuter-Verlag für die freundliche Bereitstellung dieses tollen Buches! Herzlichen Dank!

Osterüberraschung = Bücherpost #5

In diesem Jahr bescherte mir der Osterhase „Basti“ (mein Schatz) eine tolle Bücherüberraschung, denn es gab gleich drei tolle Bücher von ihm in meinem „Osterkörbchen“:

  

Ich bin schon sehr gespannt auf diese Triologie von Gegenwart und Geschichte von Kerstin Gier.

Doch zuvor möchte ich erst einmal die Rezension zum heute fertig gelesenen Buch „Love Trip“ von Lauren Barnholdt schreiben. Diese folgt morgen. Im Anschluss daran beginne ich mit dem Buch „Der Geist, der mich liebte“ von Kate Logan (Ueberreuter-Verlag) und dem zweiten Teil davon gleich danach. Also, wie ihr seht, habe ich noch genug Lesestoff für die kommenden Tage.

Mich interessiert allerdings noch ein weiteres Buch „Die Auswahl“ von Ally Condie, wovon ich bereits eine Leseprobe im Buchladen entdeckt und in mich aufgesogen habe. Es liest sich sehr interessant und spielt in der Zukunft. Sehr gut bisher geschrieben. Mich interessiert sehr, wie es mit der Romanfigur und ihrem besten Freund und der Erde weitergeht… Ich muss dieses Buch unbedingt haben, lach! :)