[Rezension] Jennifer Alice Jager „Empire of Ink 2 – Die Macht der Tinte“

ink2Besser als sein Vorgänger

Beschreibung:

Endlich kennt Scarlett die wirkliche Bedrohung ihrer Welt und die liegt nicht in den Bewohnern des Empire of Ink, dem Königreich, das einst durch die Macht des geschriebenen Wortes erschaffen wurde. Die eigentliche Gefahr lauert in der Organisation, die dieses Volk jagt. Um das Tintenreich vor dem Untergang zu bewahren, bleibt Scarlett nur eine Möglichkeit: Die Flucht vor dem Mann, der sie liebt, in eine Welt voller Drachen, Könige und Magie…

Ich hatte kaum den ersten Band beendet, musste auch gleich der Folgeband her. Denn ich konnte es kaum erwarten zu erfahren, wie die Geschichte um Scar, Finn und die beiden Welten weitergeht. Ich wollte auch endlich in die Tintenwelt eintauchen und nicht nur ständig davon lesen. Und ich wurde belohnt. In diesem Band tauchen wir sogar 2 Mal in die Tintenwelt ein! J

Die Entwicklung der Charaktere von Finn und Scar war gut gelungen. Sie wuchsen mit ihren Aufgaben, trotz aller Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Wir erfuhren auch endlich mehr über Finn und über Scarlett, wer sie sind, wer ihre Eltern sind und wo sie herkommen. Das fand ich sehr spannend. Auch hat mir die sich stets verändernden Tintenwelt sehr gut gefallen. Die Brutalität in diesem Werk war allerdings auch wieder sehr greifbar, so dass ich manchmal kräftig schlucken musste.

Toll fand ich, dass der Leser dieses Romans indirekt mit einbezogen wurde – eben als Leser, der das Tintenreich mit seiner Fantasie ebenso beflügelt wie die Autoren. Das hat mir richtig gut gefallen! Es erinnert mich stark an „Die unendliche Geschichte“ mit Bastian, dem Leser, der letztendlich auf Fuchur fliegt. J

Die Autorin verweist in diesem Roman immer wieder mal auf Szenen bzw. Ideen aus Michael Ende´s Geschichten „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“. Diese sollte man also besser kennen, wenn man diesen Jugendroman liest, damit man weiß, wovon die Rede ist.

Schön fand ich, dass wir zwar diesmal auch wieder mit dieser Geheimorganisation zu tun bekommen hatten, aber wir tauchten auch gleich 2 Mal in das fantastische Tintenreich ein, das sehr abwechslungsreich ist. Schade, dass die letzte Szene so knapp gehalten wurde. Ich hätte gern mehr erfahren. Von mir aus hätte diese Geschichte gern noch ein oder zwei Kapitel mehr haben können … vielleicht sogar mit ein wenig Kitsch und Klischee behaftet … So war es einfach zu schnell zu Ende. Ein Epilog wäre wirklich schön gewesen!

Die Autorin schreibt auch in diesem Band angenehm leicht, so dass kaum Langeweile aufkam und ich kaum das Buch aus den Händen legen konnte. Allerdings störten mich die ZAHLREICHEN Fehler. Denn je weiter man im Buch vorankommt, desto häufiger treten Rechtschreibfehler auf, was tierisch nervte. Entweder waren gleich die letzten Buchstaben eines Wortes „spurlos verschwunden“ oder es saßen die falschen Buchstaben mitten im Wort oder es befanden sich falsche Worte an Satzstellen, die gar nicht dorthin gehörten, so dass man ständig beim Lesen stolperte. Hier hätte der Lektor noch mal richtig drüber lesen sollen, selbst wenn er die Geschichte bereits kannte. Aber so macht es echt keinen Spaß!

Das Cover ist auch wieder gelungen. Ich mag die dunkelblaue Tintenfarbe der magischen Tintenwelt und das blaue Schimmern zwischen den Welten. Blau ist eh meine Lieblingsfarbe, grins. Deshalb hat mich das Cover auch so sehr in seinen Bann gezogen.

Die Auflösung der Geschichte hat viele Fragen beantwortet, aber eben nicht alle. Ich verstehe noch immer nicht: (ACHTUNG SPOILER!)

– Wenn TINTE das alles Entscheidende ist, wieso schreibst Scar dann mit Bleistift in ein Notizbuch? Oder ist das Notizbuch nun magisch? Und wieso funktioniert das Notizbuch überhaupt, wenn das Cover doch schon gedruckt wurde und die Tinte niemals ihren Weg in das Notizbuch fand? Wieso konnte es dann funktionieren? Die gegebene Antwort hat mir nicht ausgereicht, es war einfach ungenügend, nicht zufriedenstellend.

– Woher wusste Lanceron, wann und wo Finn und Scar seine Hilfe benötigten als sie im Schloss von Morgain waren? Und wie konnte sich dieser riesige Drache vor Morgain und ihren Schergen versteckt halten ohne entdeckt zu werden?

– Wieso lässt sich Scar immer wieder von einem gewissen Soldaten küssen, wenn sie doch keine Gefühle für ihn hegt? Klar redet sie sich ein, dass sie ihm nicht weh tun will. Aber ich denke eher, dass ihn diese Aktionen im Nachhinein nur noch mehr schmerzen.

– Ist es Zufall, dass die böse Hexe Morgain im Tintenreich und Morrgan in der Menschenwelt ähnliche Namen haben und beide böse Charaktere sind?

Fazit:

Dieser Band hat mir deutlich besser gefallen als sein Vorgänger, was schon allein daran lag, dass wir ENDLICH in das Reich der Tinte eintauchen und es besser kennenlernen konnten. Auch mangelte es diesmal nicht an Spannung, es schien auch realistischer zu sein. Deshalb kann ich guten Herzens 3,5 von 5 Punkten vergeben.

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[Rezension] Jennifer Alice Jager „Empire of Ink 1 – Die Kraft der Fantasie“

eoi1Nicht so märchenhaft wie beschrieben

Klappentext:

**Wenn Tinte Magie birgt, wird Fantasie zur Wirklichkeit…**
Die 17-jährige Scarlett hält nicht viel von Schule oder Verpflichtungen. Am liebsten verfolgt sie ihre eigenen Ziele und die bestehen zum größten Teil aus Träumereien. Schon immer hatte sie eine ungewöhnlich lebhafte Fantasie, für die sie oft belächelt wurde und die sie zu verstecken versucht. Bis Scarlett dem draufgängerischen Soldaten Chris Cooper begegnet, der ihr erklärt, dass ihre Fantasien Einblicke in die Wirklichkeit sind. Er erzählt von einem Reich, das durch die Kraft des geschriebenen Wortes erschaffen wurde und dessen Grundpfeiler die Magie der Tinte ist. Eine Macht, die mehr und mehr aus der Welt verschwindet…

Märchenhaft erzählt führt die Erfolgsautorin Jennifer Alice Jager ihre Leser in ein Königreich, in dem die Geschichten und Figuren ihrer Lieblingsbücher lebendig werden. Eine magische Welt aus Tinte und Fantasy, die vollkommen begeistert und mit außergewöhnlichen Charakteren und zahlreichen überraschenden Wendungen aufwartet.

Die Grundidee einer existierenden Parallelwelt neben der unseren, in der alle jemals mit Tinte niedergeschriebenen Charaktere leben, hat mir sehr gefallen und mich zum Kauf dieses Buches gebracht. Allerdings war die Geschichte letztendlich ganz anders als erwartet und teilweise auch enttäuschend nach der anfänglich märchenhaft-fantastisch beschriebenen Welt um Scarlett.

Scarlett gewann in der Geschichte an Tiefe und Stärke, während andere Charaktere leider blass blieben. Gern hätte ich mehr über Cooper, Finn, Alfie und Jane etc. erfahren und wie ihre Geschichten sind und was sie in die Organisation brachte und welche Ziele sie wirklich verfolgen, aber sie blieben blass. Auch die Rettung der Tintenwelt blieb blass und unbekannt. Laut Klappentext soll uns diese Geschichte auch bekannte Figuren aus anderen Büchern näherbringen, aber das konnte ich leider nicht entdecken. Stattdessen drehte sich alles nur um die Organisation. Ich hatte mir erhofft, mehr über diese Welt aus Tinte zu erfahren und ggf. in sie eintauchen zu können. Stattdessen waren es eher mehr ein Überlebenskampf in der Organisation und eine Flucht aus dieser heraus. Sehr schade, dass diese Geschichte so ganz anders verlief als erhofft. Ebenso verstehe ich nicht, wieso sich Scarletts Mutter so sehr hat blenden lassen von Cooper. Sie weiß doch eigentlich wie schlecht ihre Tochter in der Schule ist bzw. dieser sehr oft fern bleibt. Und dann glaubt sie diese Lüge? Ernsthaft?

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, man findet relativ gut in die Geschichte um Scarlett hinein bis man über die ersten Rechtschreib- und Logikfehler stolpert.

Dieser Roman begann wie eine märchenhaft-fantastische Geschichte, die ich nur allzu gern verfolgte. Doch ab etwa der Hälfte verwandelte sie sich in einen abgefahrenen Thriller, der immer wieder merkwürdige Zeitsprünge aufweist und man erst einmal überlegen muss, wo sich die Protagonistin denn aktuell befindet bzw. was genau geschehen ist. Das hat meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen und den Spaß am Lesen gemindert. Es war weniger fantastisch und die Logik- und Rechtschreibfehler minderten erst recht das Lesevergnügen.

Es werden auch viele Themen in diesem Jugendroman verfolgt: Zum einen die lausige Mutter, die sich nicht wirklich um ihre Tochter kümmert, sondern lieber ihrem aktuellen Lover widmet. Dann Krankheiten wie Depression und der Umgang mit einer Querschnittslähmung, Mobbing, Freundschaft, Liebe, die Liebe zum geschriebenen Wort etc.

Wieso nennt Scarlett ihre Mutter nicht Mom, Mutti oder dergleichen, sondern beim Vornamen? Gehört das zur Trotzphase in der Pubertät in diesem Roman? Und wieso verlieben sich gleich wieder 2 Typen in die Hauptprotagonistin? Das geht mir so was von auf die Nerven. Dabei soll Scar ja eigentlich unscheinbar aussehen. Und dann zieht sie gleich 2 Lover ran?

Die Kapitelüberschriften empfand ich nicht so witzig, wie sie wirken sollten. Eher völlig übertrieben. Außerdem verrieten sie einfach zu viel, was dem Lesevergnügen die Spannung nahm.

Logikfehler gehören scheinbar standardgemäß zu Werken der Autorin.

Es gab auch leider wieder so manchen Logikfehler in dieser Geschichte. Z. B. kurz vor der Flucht aus der Organisation. Da befindet sich Levi bereits im Raum und betritt ihn dann gleich wieder ohne ihn je verlassen zu haben.

Wie kann ein Hangar im Keller liegen, wenn die Flugzeuge doch auch landen müssen? Oder sind wir schon in der Parallelwelt? Da hier leider jegliche Erklärung fehlt, stellte ich es mir wie bei den X-Men-Filmen vor wo der Hangar unterirdisch verborgen liegt und die Flugzeuge durch eine Dachöffnung heraus und hineingleiten können.

Ich gewann auch hier wieder den Eindruck, dass niemand über das Manuskript gelesen und lektoriert hat. Sonst wären diese offensichtlichen Fehler aufgefallen und entfernt worden.

Das Cover sieht märchenhaft aus. Es zeigt eine dunkle Welt aus Tinte, die auf dem Kopf steht und auf magische Weise eine Verbindung mit den beiden Protagonisten eingeht. Ich mag die Farben und die glitzernde Stimmung, die von dem Cover ausgeht und entdecke darin sogar eine Szene mit Finn und Scar, die ich beim Lesen sehr schön fand. J

Fazit:

Das geheimnisvolle Cover, der spannende Klappentext und auch der Anfang des Buches waren genau nach meinem Geschmack. Leider schwächelte die Geschichte jedoch und wies zunehmend Logikfehler und Rechtschreibfehler auf, die meinen Lesegenuss minderten. Deshalb gibt es von mir nur 3 von 5 Punkten. Allerdings versprechen der Cliffhanger am Ende dieses ersten Bandes einer Dilogie mehr Spannung und der Klappentext zu Band 2 mehr Szenen in der Tintenwelt, so dass ich gern wissen möchte, wie die Geschichte um Scar weitergeht.

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[Rezension] Jennifer Alice Jager „Sinabell – Zeit der Magie“

sinabellEnttäuschend, zu viel Potenzial vergeudet

Die Grundidee dieser Märchenadaption hat mir gefallen, wie auch der leichte jedoch auch sprunghafte und unlogische Schreibstil der Autorin. Auch fand ich die Idee mit dem geheimnisvollen Wald, dem magischen Einhorn und den magischen Büchern prima. Allerdings hätte ich das Buch nach nicht mal der Hälfte wegen Langatmigkeit und Spannungslosigkeit bei Seite gelegt und nicht weiter gelesen. Aber irgendwie zwang ich mich durch das Buch bis zum Schluss. Mich hatte die Frage interessiert, was mit Sinabell und dem Prinzen geschieht. Einige Szenen fand ich gelungen und schön, teils sogar märchenhaft, aber ab der Hälfte konnte mich das Buch dann überhaupt nicht mehr fesseln. Alles war langatmig geschrieben, ich konnte mich in die Figuren kaum mehr hineinversetzen und die Verwandlung des Einhorns plötzlich nicht mehr verstehen. Und dann noch das mysteriöse Gespräch von Einhorn und Drachenkönigin. Sehr fragwürdig. Ich wusste in dieser Geschichte überhaupt nicht, wer gut und wer böse ist, weil es plötzlich alle zu sein schienen, ganz gleich ob magisches Fabelwesen oder die Familie um Sinabell. Alle schienen nur das Schlechte für Sinabell zu wollen. Aber um diese einzelnen Charaktere zu verstehen, waren sie mir alle viel zu oberflächlich und grau. Ich konnte weder ihre Handlungsweisen noch ihre Gedanken begreifen und musste ein ums andere Mal kopfschüttelnd das Buch bei Seite legen. Das Ende … tja, irgendwie hatte ich es so erwartet, es war vorhersehbar und doch hinterließ es viele Fragen, die ich gern beantwortet wüsste, z. B. wieso die Wachen plötzlich Sinabell gehorchten und nicht dem König, nur weil sie das Horn des Einhorns in den Händen hält. Oder die Frage, warum der König das Einhorn überhaupt eingesperrt hatte und wieso es sich doch hatte befreien können, es dies aber nicht tat? Diese und andere Fragen bleiben leider unbeantwortet.

Der Handlungsstrang war sehr holprig und unausgereift. Hier hätten viele Szenen viel besser und schöner ausgearbeitet werden können, so dass auch die Charaktere mehr Tiefe bekommen und man als Leser sich mit ihnen anfreundet, mit ihnen mitfühlt, mitfiebert und mitleidet. Von Magie, Leidenschaft und Liebe fehlte mir hier leider jede Spur. Ich hatte eher das Gefühl, dass die gesamte Geschichte einfach willenlos heruntergeschrieben werden musste, weil der Abgabetermin nahte. Es wirkte einfach nur fade.

Das Cover ist märchenhaft schön. Es erinnert an einen magischen vielleicht teils verbotenen Wald, der gefährlich sein kann und eine Prinzessin, die die Gefahr sucht. Ich mag die geschwungenen Lettern sehr gern und den verheißungsvollen Titel. Leider blieb der Titel auch als einziges verheißungsvoll, denn die Geschichte selbst war es nicht. Schade.

Fazit:

Diese Story hatte gewaltiges Potenzial sich zu einem wunderschönen Märchen zu mosern. Doch aufgrund des sprunghaften unlogischen Schreibstils und der sehr flachen Charaktere ging dieses Potenzial leider verloren und ich war ab der Hälfte des Buches nur noch gelangweilt. Ich kann nur 2 von 5 Punkten vergeben – einen Punkt für das schöne Cover und einen Punkt für die schöne Grundidee.

PS: Ich wollte eigentlich noch weitere Bücher dieser Autorin lesen, aber nach 2 so schlechten Büchern von ihr, ist es mir erst einmal vergangen.

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[Rezension] Jennifer Alice Jager „Prinzessin Fantaghiro – Im Bann der weißen Wälder“

fantaghiroBilliger Abklatsch der Original-Geschichte! Echt enttäuschend!

Ich war sehr gespannt auf diese Geschichte, da ich ein großer Fantaghir-Fan bin. Allerdings ist es im Großen und Ganzen nur eine mehr oder weniger gute Nacherzählung der Original-Bücher und –Filme (Teil 1 + 2). Es wurden lediglich die Namen von Fantaghiros Schwestern geändert (hier: Elenora und Lorena, Original: Caterina und Carolina) und auch der feindliche Königssohn ist namentlich nicht Romualdo, sondern Alessio in einer finsteren Ritterburg. Auch hier gibt es wieder die bekannten Verwirrungen und Täuschungen, weil sich Fantaghiro als männlicher Ritter ausgibt und sich der feindliche Königgsohn in sie verliebt und glaubt, er sei schwul. Das führt zu mehreren Szenen, in der Alessio Fantaghiro darauf testet, ob sie ein Mann oder eine Frau ist.

Es gibt auch noch eine neue Rolle, die so im Original nicht vorkam: Tristan, Krähe und Zauberer und irgendwie auch Diener der Weißen Königin der weißen Wälder, die eigentlich keine Hexe ist. Woher sie ihre Magie hat, ist mir regelrecht schleierhaft, denn sie ist in Wahrheit jemand ganz anderer … aber wer, das müsst ihr schon selbst lesen.

Fantaghiro erscheint mir anfangs stark und trotzig, frech und mutig. Doch ab der Hälfte des Buches schwächelt sie emotional immer zu, hinterfragt viel und verliert ihren Mut und ihre frechen Sprüche. Schade, denn das mochte ich am meisten.

Alessio war für mich anfangs ein großes Fragezeichen, genau wie Tristan, bis ich beide näher kennenlernen durfte und sie schließlich mochte. Ich hätte mir bei beiden Charakteren jedoch mehr Tiefe gewünscht und hätte gern mehr über ihre Vergangenheit, Gedanken und Handlungsweisen erfahren wollen.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht. Ich kam gut in die Geschichte rein. Manchmal gab es allerdings noch einige Rechtschreib- und Grammatikfehler, die mich stolpern ließen. Auch war manches Mal der Ausdruck bzw. die Wortwahl wünschenswert bzw. wurden manche Wortgruppen zum X-ten Mal wiederholt *genervt Augenroll*

Diese Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Fantaghiro, Alessio und Tristan. Es ist ein wenig verwirrend hin und her zu switschen ohne eine Überschrift für die jeweilige Szene, wer gerade dran ist.

Der erste Teil dieses Romans enthält zu viele Parallelen zu den Original-Büchern und –Filmen der 90er Jahre. Es wurden lediglich ein paar Namen ausgetauscht, ein neuer Charakter hinzugefügt, einer ausradiert und einige Szenen leicht abgewandelt. Ansonsten war es fast eine schlechte 1:1-Kopie.

Die zweite Hälfte des Buches erinnert mich ein wenig an „Die Schneekönigin“, in der keiner mehr etwas fühlt, weil das Herz zu Eis erstarrt ist und alles daran gesetzt wird, die sich einst Liebenden wieder zusammenzuführen. (= absolut vorhersehbar)

Die gesamte Geschichte ist sehr vorhersehbar und hält wenig Überraschungen parat.

Ich hätte mir eine ganz eigenständige Geschichte um Fantaghiro und ihre Abenteuer erhofft, anstatt noch einmal alles „aufgewärmt“ und mit etwas anderen Protagonisten vorgesetzt zu bekommen.

Kritik:

– Es gibt zu viele Parallelen zu den Original-Büchern von Doriana DelGallo aus dem VGS-Verlag, die Mitte der 90er Jahre erschienen sind.

– Das Turnier zur Auswahl des besten Kriegers für das Duell der Könige war eher total lächerlich als das es gut gewählt wurde. Klar hätte Fantaghiro diese Art Turnier nicht gewinnen können, aber es SO darzustellen wirkt eher einfallslos. Ich hätte mir eher ein Turnier beritten mit Lanzen vorgestellt, in der die weiße Hexe Fantaghiro hilft oder es gleich ganz sein gelassen und wie im Original beschrieben, dass der König seine Töchter als verkleidete Ritter aussendet. Denn dieses Buch hängt eh sehr nah am Original und kopiert viele Details. Wieso auch nicht gleich das.

– Da die Geschichte aus Sicht von 3 verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde, wäre es schöner gewesen, wenn die jeweiligen Protagonisten namentlich über ihren Szenen gestanden hätten, damit man die Szenen den richtigen Protagonisten schneller zuordnen kann. So musste man sich erstmal „reinlesen“, um zu verstehen, wer gerade an der Reihe ist.

– Logikfehler. Erst heißt es, Tristan besäße als Mensch keine Magie mehr außer im weißen Wald und dann vollführt er dunkle Magie im Schlossturm und schießt Blitze aus seinen Händen? Wie bitte geht das ohne Magie???

Woher wusste Tristan, wie er die Herzstücke von A. und F. zurückgeben und trotzdem weiterleben kann? Hat er das vom Waldgeist erfahren, von einer anderen Krähe oder gelesen oder wie? Hier wäre eine Auflösung wünschenswert. Denn ich glaube kaum, dass Tristan in schwarzer Magie bewandert ist, nachdem er nur die weiße Magie kennengelernt hat.

Mein Lieblingszitat:

„Man muss die Augen nachdem Licht offen halten, auch wenn man sich durch Schatten bewegt. Es ist da und es strahlt in Finsternis umso heller.“

Fazit:

Ich hatte mich riesig auf dieses Buch um mein Lieblingsmärchen Fantaghiro gefreut, wurde aber bitter enttäuscht. Denn im Großen und Ganzen ist es nur ein schlechter Abklatsch von den Originaltexten und –filmen der 90er Jahre. Ich hatte wesentlich mehr von so einer bekannten Autorin wie Jennifer Alice Jager erwartet.

Wer „Prinzessin Fantaghiro“ liebt, sollte bei den Originalbüchern aus den 90er Jahren von Doriana DelGallo aus dem VGS-Verlag bleiben.

2 von 5 Punkten