Adventskalender 2018 ~ Türchen 18

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Weihnachten

Markt und Straßen steh’n verlassen,
still erleuchtet jedes Haus.
Sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein steh’n und schauen,
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld.
Hehres Glänzen, heil’ges Schauen,
wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen.
Aus des Schnees Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen:
Oh Du gnadenreiche Zeit!

 

Freiherr von Eichendorff

Adventskalender 2017 ~ Türchen 15

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„Die drei Spatzen“ von Christian Morgenstern

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie Hans hat’s niemand nicht.
Sie hör’n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.
❆☃ •❤• ☃❅

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Adventskalender 2016 ~ Türchen 24

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Markt und Straßen stehn verlassen,

still erleuchtet jedes Haus,

sinnend geh ich durch die Gassen,

alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen

buntes Spielzeug fromm geschmückt,

tausend Kindlein stehn und schauen,

sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern

bis hinaus ins weite Feld,

hehres Glänzen, heilges Schauern!

Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,

aus des Schnees Einsamkeit

steigts wie wunderbares Singen –

O du gnadenreiche Zeit!

(Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff)

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Ich wünsche euch und euren Lieben ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

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Euer Schneewittchen

 

Daily Pictures #643 ~ Geheimnisvolle Botschaft…

Als ich heute von der Arbeit nach Hause kam, lächelte mich eine knallrote Postkarte aus meinem Briefkasten an.

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Zuerst dachte ich, es wäre wieder eine der mittlerweile tausenden Postkarten, die mir mein Brieffreund Kai zusendet, doch der Text und die Handschrift glichen kaum seinen Worten. Ich suchte nach einem Namen, einer Unterschrift, einem Symbol etc. Nichts. Ich fand einfach nichts. Die verfassten Worte gleichen jedoch auch eher einer Liebesbotschaft:

Nie weiß man…

Liebe ist der gemeinsame Versuch,

den Abgrund zwischen Sehnsucht und Wirklichkeit zu überbrücken –

Magie ist der Stoff,

aus dem diese Brücke gebaut werden kann.

Es ist ein Glücksfall,

wenn der Versuch gelingt.

Und nie weiß man,

wie lange die Brücke trägt,

denn der Zauber geht so leicht verloren.

Du bist Magie Alex!

 

Diese Worte stammen eindeutig NICHT von meinem Brieffreund Kai und auch von keinem weiteren meiner Brieffreunde. Wer hat bitte eine Idee von wem diese geheimnisvolle Karte von einem geheimnisvollen Verehrer sein könnte? Denn ich habe absolut keine Ahnung trotz Handschriftvergleiche. Selbst der Poststempel verrät nichts über die Herkunft der Postkarte, weil genau bei Datum und Ort alles undeutlich und nicht zu lesen ist.

Was ich auch nicht verstehe: Valentinstag ist LÄNGST vorbei… wieso jetzt?

Euer Schneewittchen

 

Adventskalender 2014 ~ Türchen 29

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Der motorisierte Erlkönig

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Wer rattert so spät durch Nacht und Wind?

Es ist der Vater mit seinem Kind.

Der Vater mit seinem Sohne Fritz,

auf LKW mit Soziussitz.

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Mein Sohn, was birgst du das Gesicht so bang?

Siehst Vater du nicht den Bahnübergang?

Den unbewachten in nebliger Ferne?

Mein Sohn, ich hab `ne Boschlaterne.

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Mein Vater, siehst du den Schupo nicht?

Mit Bleistift, Notizbuch und strengem Gesicht?

Sei stille mein Sohn, das geht uns nichts an,

ich hab eine falsche Nummer dran.

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Mein Vater, mein Vater, nun halt dich dazu,

da hinten kommt einer auf NSU.

Der hat mein Sohn, das erklär ich dir später,

nur 250 Kubikzentimeter.

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Und hinter ihm Vater, da kommt noch ein andrer,

ich sehe es ganz deutlich, es ist ein Wandrer.

Sei ruhig, mein Sohn, ich sage dir es,

wir haben mehr bei weitem mehr PS.

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Die Hupe schreit, der Motor kracht,

so rast das Unheil in stockfinstre Nacht.

Mein Vater, mein Vater, ich hör ihn schon johlen,

gleich wird uns der Wandrer überholen.

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Dem Vater graust es, er gibt doppelt Gas,

halte dich fest mein Sohn, sonst passier dir was,

er erreicht als erster das Gasthaus am Meer,

der Soziussitz hinter ihm aber war leer.

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Wiederentdeckt in meiner alten Abizeitung, die ich heute zufällig in den Händen hielt 😉

Euer Schneewittchen

Adventskalender 2014 ~ Türchen 23

rot23Die Weihnachtsmaus

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar – sogar für die Gelehrten.
Denn einmal nur im ganzen Jahr entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft, noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck, das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus: Ich hab? es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war. Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus: ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen!
Ein drittes Mal verschwand vom Baum, an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus: Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus, die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa, die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort. Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort, ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg, sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus, – bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus, dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt! Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt, bleibt jedem überlassen.

(James Krüss)