Leben retten und so…

Meine Schwester rief mich vorhin an. Ein Vogel habe sich in ihrem Holzschuppen (welcher mit Fensterscheiben und einem Ofen ausgestattet ist), selbst eingesperrt. Er wolle wieder raus, doch er knallt ständig gegen die Scheiben…

Der Ärmste!

Ich sprang schnell in meine Sachen und meine neuen Stiefel und eilte zur Hilfe. Während meine Schwester die Tür aufhielt und mir die Position des Vogels verriet, wenn ich ihn mal nicht sah, machte ich mich auf die „Jagd“ nach dem kleinen Fratz. Mehrmals entkam er mir auf den letzten Drücker, doch dann konnte ich ihn vorsichtig erhaschen und festhalten. Erstaunlicherweise blieb der Kleine dann ganz ruhig auf meinem Finger sitzen, während ich ihn ins Freie geleitete.

Kurios war allerdings, als wir dann wieder im Freien waren. Denn der kleine Vogel – es war ein Rotkehlchen – blieb einfach seelenruhig auf meiner Hand sitzen, egal wie ich mich bewegte. Er blieb einfach sitzen. So gelang es meiner Schwester spontan ein paar Fotos von ihm zu schießen. Fotogen ist er auch noch, wie ihr hier sehen könnt 😉

IMG-20140121-WA0004Er ist so klein und so zierlich, zerbrechlich und so leicht… Irre, wie cool es ist, ein Vogelleben zu retten. 🙂

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Als ich das Rotkehlchen dann in einen Baum absetzen wollte, damit er von einer höheren Flugposition starten könne, spreizte er seine Flügel, sah mich noch ein letztes Mal an und flog davon!

Ich habe ihm noch nachgesehen und mich sehr gefreut, dass ich sein Leben erfolgreich retten konnte.

Besser jedenfalls als mein letzter Versuch im vergangenen Jahr mit DAVID, dem Grünfink, der nach Durst hechelnd im Sommer auf einer überhitzten Straße saß. Trotz meiner lebensrettenden Maßnahmen, verendete der Kleine, was mich sehr sehr traurig stimmte. Ich denke heute noch an David und es schmerzt mich sehr, dass ich ihn nicht hatte retten können…

Ich bin froh, dass ich wenigstens dem Rotkehlchen heute das Leben retten konnte! 🙂

Euer Schneewittchen

Ich verlor heute David!

David ist ein Grünfink, den ich bei uns auf einem Gartenweg entdeckte. Der kleine Grünfink saß hechelnd da, bekam kaum Luft, hatte Durst und riss seinen kleinen Schnabel immer wieder weit auf. Mir brach es das Herz, weshalb ich mich dem kleinen Schatz annahm und ihn zu unserer Vogeltränke brachte.

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Ich setzte David ans Wasser, er tauchte kurz sein kleines Köpfchen hinein. Doch er trank nicht. Er hüpfte dann hinunter in unser Gartenbeet und hechelte weiter nach Luft. Ich blieb bei ihm, so dass er nicht allein war und gab auf ihn acht. Selbst einen Regenwurm brachte ich ihm vorbei. David rührte ihn aber nicht an.

Es ging ihm immer schlechter. Er strauchelte, saß dann auf seinem Vogelpopöchen, versuchte sich wieder aufzurichten, fiel wieder um, steckte seinen Kopf in die Erde, hob ihn wieder an, kippte komplett um, strauchelte beim Aufstehen und mir blutete das Herz.

Sein kleines Herz bubberte in seiner winzigen Brust unaufhörlich. Ich sprach ihm Mut und Kraft zu und wollte ihm irgendwie helfen, doch ich wusste nicht wie. Tränen kullerten bereits meine Wangen hinab, weil ich bereits ahnte, was passieren würde…

Seine Kraft wurde weniger, er sackte zusammen, flug noch einige letzte Male mit seinen Flügeln, öffnete noch ein letztes Mal seine Augen und seinen Schnabel und dann war er still. Kein Atemzug mehr, kein Flügelflattern, nichts mehr. David war von uns gegangen und ich weinte bitterlich an unserem Beet.

Ich hatte doch so sehr versucht, diesem kleinen Schatz zu helfen und ihn zu retten!

Ich war wohl zu spät, denn er hatte eine Halsverletzung. Woher weiß ich nicht. Aber David hat es nicht geschafft.

Tränen überströmt trug ich ihn zu einem kleinen ruhigen Fleckchen in unserem Garten, schippte ein kleines Grab frei, legte David behutsam hinein, gab noch 5 kleine Gänseblümchen hinzu und bedeckte ihn mit Erde.

Es tut mir so unendlich leid, dass ich diesem kleinen süßen Kerlchen nicht mehr helfen konnte!!!!!!

Ich hoffe, es geht David jetzt im Himmel besser als hier auf Erden.

† Ruhe in Frieden, mein kleiner Freund

Euer trauerndes Schneewittchen