Rezension „Estelle – Dein Blut so rot“ von Bianka Minte-König

Band 1 der „Dunklen Chronik der Vanderborgs“

Verflucht, verdammt, Vampirin bis in alle Ewigkeit

Estelle begleitet von ihrem Bruder Friedrich und ihrem Vater Jakob Vanderborg machten sich 1900 auf in die Karpaten (Polen), um einen leibhaftigen Vampir mithilfe einer Maschine zu fangen. Doch etwas ging schief. Anstatt einen Vampir zu fangen, übernimmt die Vampirin Eleonore, die in ihrer Vergangenheit mordete, pfählte und Männer kastriert und niedermetzelte, durch einen Blitz aufgrund eines heftigen Gewitters den Körper von der jungen Estelle und vertreibt deren Seele. Estelle stirbt, doch Eleonore lebt in ihr weiter… als Mensch mit vampirischen Eigenschaften. Doch keiner ahnt von diesem Ereignis, nicht einmal ihr Bruder oder ihr Vater. Blutdurst, Lichtscheu und aus einem anderen Jahrhundert versucht Eleonore das Leben von Estelle als Schwester und Tochter der Vanderborgs zu meistern. Doch auch als Estelle ist Eleonore das Glück nicht gegönnt. So verliebt sie sich in ihren „Bruder“ Friedrich. Die Anziehungskraft zwischen den beiden Geschwistern vergrößert sich, was auch dem Vater nicht entgeht und über eine normale Geschwisterliebe hinausführt.

Aus diesem Grund und der finanziellen Notlage heraus, wird Estelle/Eleonore gezwungen, einen Handelsunternehmer zu heiraten, der zwar das Vermögen besitzt, aber keine Liebe für Estelle. Liebe und Zärtlichkeiten erhält Estelle im Gegenzug von einem adligen Soldaten: Amadeus, der der beste Freund Friedrichs ist. Estelle und Amadeus verlieben sich ineinander. Anfangs ist es nur eine zarte Liebelei, die sich zunehmend vertieft und beide zu mehr antreibt. Doch Estelle ist bereits verheiratet… und ihr Ehemann fordert Amadeus zu einem Duell…

Die Autorin Bianka Minte-König entführt den Leser mit ihrem ersten Erwachsenenroman „Estelle – Dein Blut so rot“ in eine Welt der Vampire – einer gut gelungenen Mischung aus einer gefährlichen Liebesromanze, einem historischen Roman (Schauplatz ist u. a. der 1. Weltkrieg) und einer Geschichte über das Leben eines Vampirs in der damaligen Zeit. Beschrieben werden die Schauplätze (u. a. 1. Weltkrieg, Weltausstellung in Paris) zu der damaligen Zeit so genau und anschaulich, als sei die Autorin selbst direkt dabei gewesen, so dass man sich beinahe selbst in diese Zeit zurückversetzt fühlt. Wirklich sehr gelungen und gut recherchiert! Schon aufgrund des historischen Sprachstils einer vergangenen Zeit, der alles so lebendig und real wirken lässt, hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte das Gefühl mitten im Roman zu stecken und mit Estelle/Eleonore mit zu lieben, fiebern, hoffen, bangen, fürchten, etc.

Wunderbar umgesetzt waren die erotischen Szenen zwischen den Liebenden, die schön umschrieben wurden, so dass nichts Anstößiges daran zu finden war. Umso grober war die Brutalität des Ehemanns Estelles dargestellt, bei der selbst ich beinahe mitzitterte.

Diese außergewöhnliche Idee der Komposition der ganzen Elemente verleiht der Geschichte einen wunderbaren Zauber, der einen dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen lässt.

Die Persönlichkeiten der einzelnen Figuren ist gut herausgearbeitet, so dass ich mir die einzelnen Charaktere bildlich vorstellen und ausmalen konnte – besonders bei Friedrich, Amadeus und Eleonore. Jedoch handelt die Figur Estelle/Eleonore manchmal ein wenig unverständlich und oftmals naiv. Vielleicht liegt es daran, dass 2 Charaktere in einer Figur verschmelzen und es somit hin und wieder zu inneren Konflikten kommt. Dennoch kann ich einige Reaktionen nicht nachvollziehen (Vergewaltigung durch ihren Ehemann, etc.).

Dieser Vampirroman und gleichzeitig auch Vampirdrama wurde in vier Kapitel unterteilt (1. Teil: Verirrungen, 2. Teil: Verbrechen, 3. Teil: Sühne, 4. Teil: Rache), die jeweils das Nachfolgende dramatisch und schaurig einleiten. Verziert wurden die jeweiligen Abschnitte mit Fledermäusen und einem passenden dramatischen Untertitel, der schon ein wenig mehr über das zu Erwartende verrät. Auch die Gestaltung des Covers wurde mit dem Titel gut verbunden – da wäre das Rot wie Blut, die Fledermäuse, ein blasses weibliches Gesicht mit faszinierenden anziehenden Augen. Ein faszinierendes einprägsames Werk!

Sehr ansprechend empfand ich die kursiv gedruckten Tagebuchauszüge/Erinnerungen Eleonores an ihre Vergangenheit aus über 400 Jahren. Hierbei wird der Leser in die Geschichte zurückversetzt, in der man erfährt, wie Eleonore zur Vampirin wurde, welcher Fluch auf ihr lastet und warum sie nach Rache dürstet. Ich empfand dies als angenehme Abwechslung, die sehr gut umgesetzt wurde.

Das Ende der Geschichte um Estelle und ihre Liebsten bleibt offen und lässt so manche Frage im Raum stehen, so dass ich mit Neugier die Fortsetzung „Amanda – Mein Herz so schwer“ lesen werde.

Mein Fazit

„Estelle – Dein Blut so rot“ ist eine gelungene Vereinigung aus historischem Liebesroman gepaart mit Intrigen und Fantasy-Elementen (Vampirismus), die mit gut recherchierten Fakten, anschaulicher Beschreibungen und historischem Sprachstil ein wirklich schönes Lesevergnügen bereitet.

Dieses schöne Werk erhält von mir 4/5 Punkte!

Autoreninfo
Bianka Minte-König, in Berlin geboren, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und Professorin für Literatur-, Theater- und Medienpädagogik. Mit zwei Millionen Jugendbüchern hat sie sich in die Bestsellerlisten und die Herzen ihrer Leserinnen geschrieben und ist auch im All-Age-Bereich mit romantischen Mystery- und Frauenromanen erfolgreich. „Die dunkle Chronik der Vanderborgs“ ist Bianka Minte-Königs konsequenter Schritt ins Erwachsenensegment. Dem Genre des historischen Vampirromans fügt sie mit dieser opulenten, auf drei Bände ausgelegten Familiensaga eine überraschende neue Facette hinzu.

Produktinformationen

  • Broschiert: 464 Seiten
  • Verlag: Otherworld Verlag; Auflage: 1. (15. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800095246
  • ISBN-13: 978-3800095247
  • Preis: 16,95 Euro

Ich bedanke mich bei Otherworld für die Bereitstellung dieses tollen Rezensionsexemplares. 🙂

Endlich geht es los!

Heute kam mein erstes Buch von Bücherkinder.de, welches ich innerhalb von 4 Wochen lesen und anschließend bewerten darf. Das bedeutet, dass ich ab heute endlich ein Bücherkinder-Rezessionist bin! Ich freue mich sehr darüber, dass ich in die Rezessionsliste aufgenommen wurde und jetzt alle 4 Wochen ein neues Buch lesen und bewerten darf 🙂 Die Bewertungen schreibe ich natürlich auch hier in diesen Blog, um auch euch einen Vorgeschmack auf die Neuerscheinungen 2011 zu geben!

Mein erstes Buch als Rezessionistin wird „Flüsterherz“ von Debora Zachariasse sein. Ich bin schon gespannt, welche tolle Geschichte sich hinter diesem interessanten Titel verbirgt.

Rezension: „Black out“ von Andreas Eschbach

Ja, ich habe es endlich geschafft „Black out“ fertig zu lesen UND meine Leserbewertung zu verfassen. Es ist etwas länger geworden als erwartet, aber das lag wohl auch an der Komplexität dieses Werkes.

Kurzbeschreibung von „Black out“

Christopher ist nervös, halb verhungert und auf der Flucht. Gemeinsam mit der gleichaltrigen Serenity und ihrem älteren Bruder Kyle ist er unterwegs in der Wüste Nevadas. Irgendwo dort draußen lebt Serenitys Vater, ein Visionär und Vordenker: Jeremiah Jones. Dieser schwor sämtlicher Technik ab, nachdem er erkannte, welche Gefahren die weltweite Vernetzung mit sich bringen würde. Ist es heutzutage überhaupt möglich vor dem Fortschritt der Technik zu fliehen?

Serenity, ihr Bruder Kyle und der Leser erfahren bald, auf was für einen Jungen sie sich da eingelassen haben, denn Christopher ist nicht irgendwer. Er ist der berühmteste Hacker der Welt und im Besitz eines Geheimnisses, das größer und dramatischer nicht sein könnte.

Bereits mit dem Einstieg in diesen Jugend-Thriller, der erste Teil einer Reihe, wird man sofort mitten in das Geschehen katapultiert. Man kennt zu Beginn weder die Charaktere, noch die Situation von „Black out“ selbst. Der Leser befindet sich mitten in einem alten Wagen, der plötzlich von bewaffneten Hubschraubern verfolgt und beschossen wird. Christopher, Serenity und Kyle können dem ziemlich knapp entkommen. Erst jetzt erfährt man als Leser durch „Zeitsprünge“ in Christophers Vergangenheit von seiner Geschichte: Wie er in das Auto von Kyle und Serenity gelang, weshalb er sich auf der Flucht befindet und was es mit der Suche nach Serenitys Vater auf sich hat.

Thematik des Jugend-Thrillers ist die technische zukünftige Weiterentwicklung, die eigentlich unser aller Leben erleichtern soll und regt auch zum Weiterdenken an, wenn man über die heutige Technikabhängigkeit (Handys, Internet, iPhone, Apps, etc). nachdenkt. Wie kamen wir früher nur ohne all dies zurecht? Es wirft allerdings auch Fragen auf wie: Was passiert, wenn diese Technik für gefährliche Zwecke missbraucht wird? Stellt euch einmal eine Zukunft vor, in der alle menschlichen Gehirne über eine elektronische Schnittstelle, ein Interface, miteinander vernetzt wären und auf das Internet zugreifen könnten – so wie die sozialen Netzwerke wie Facebook & Co. heute. Keiner wäre mehr allein, man würde Stimmen, Bilder und Gedanken aller anderen hören und sehen und gemeinsam handeln als Teil der Kohärenz. Aber zu einem sehr hohen Preis: Dem Verlust der Individualität. Würdet ihr das wollen?

Während des Lesens stellte ich mir selbst auch die Frage, wie weit die technische Entwicklung derzeit eigentlich ist und wie weit wir selbst von so einer Chipimplantation und dem entstehenden Interface entfernt sind. Was ist, wenn es doch näher ist als wir alle denken und es unsere Menschheit bald nicht mehr so gibt, wie wir sie bisher kennen?

Überzeugt haben mich auch die Charaktere. Vor allem Christophers Mut und Kampfgeist der Kohärenz entgegen zu treten und die Menschheit zu retten. Beeindruckend fand ich ebenfalls die Darstellung des Zeltlagers von J. Jones mitten im Nichts und wie sie versuchten, sich ohne viel Geld und ohne große Technik am Leben zu halten und den Kampf gegen die Kohärenz mit einfachsten Mitteln aufzunehmen. Beeindruckend! Der Thriller vermittelt einem sofort das Gefühl der Spannung und Aufregung, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Eschbach versteht es sehr gut, einen Blick in die Zukunft zu werfen und den Leser zum Nach- und Weiterdenken anzuregen. Er hat das Talent den Leser zu fesseln, selbst noch Stunden/Wochen über das Lesen hinaus wie seine anderen bereits erschienenen Werke öfter bewiesen.

Fazit

Dieser erste Teil einer Buchreihe von Eschbach ist ein grandios konzipierter Thriller – egal für welche Altersklasse – , der einem von der ersten bis zur letzten Seite den Atem raubt und einem es beinahe unmöglich macht, dieses Buch bei Seite zu legen und nicht immer an die technische Weiterentwicklung denken zu müssen.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung „Hide Out“ und wage die leise Vermutung, dass es einerseits eine kleine Romanze zwischen Christopher und Serenity geben wird wie auch einen unerbittlichen Krieg zwischen der Kohärenz und der Visionärsgruppe um Jeremiah Jones (Serenitys Vater).

Von mir gibt es jedenfalls 5 Sterne für „Black out“. Ihr solltet euch das Buch wirklich durchlesen!

Biss zum ersten Sonnenstrahl

Stephenie Meyer hat mich mal wieder in ihren Bann gezogen. Wie ihr mitbekommen habt, wenn ihr meinen Blog in letzter Zeit verfolgt habt, sah ich mir die ersten 3 Twilight-Filme auf DVD an. Nur, um mir heute aus unserer Bibliothek trotz des Blitzeises und des Eisregens das 5. Buch „Biss zum ersten Sonnenstrahl“ auszuleihen.

Klar war, dass es diesmal mehr um die junge 3 Monate alte Bree Tanner geht, nicht um die Dreiecksbeziehung Bella-Edward-Jacob. Ich finde es toll mal die ganze Vampir-Neugeborenen-Situation aus Bree`s Sicht zu sehen und wie sie selbst mit dem ganzen klar kommt und versucht in der wilden Neugeborenenmeute zu überleben. Schön finde ich auch, dass Bree mit Diego einen guten Freund findet und sie so manche erstaunlichen Dinge über ihr eigenes Vampirleben herausfinden und sich auch auf die Suche nach der Wahrheit und dem Grund für ihre Erzeugung machen. Ich finde, es ist ein gelungenes Werk mal ohne die Liebelei zwischen Bella und Edward und dem verliebten aber verletzten Jacob, der mir übrigens echt leid tut und ich in jedem Buch und Film bisher tierisch mitgelitten habe…

Eigentlich müsste es noch ein Buch über Jacob oder die Werwölfe an sich geben. Immerhin ist es schon spannend was die Werwölfe in der ersten Zeit ihrer Verwandlung durchmachen müssen und sicherlich auch unterhaltsam ihre Gruppengedanken zu hören. Ich meine, es ist sicherlich nicht einfach gewesen als Jacobs Freund sich plötzlich Sam`s Gruppe anschloss oder als Jacob sich urplötzlich auch verwandelte und ebenfalls zu dieser Gruppe gehörte und somit die Wahrheit kannte… DAS wäre doch auch mal eine Geschichte wert – auch, wenn es nur eine kurze werden würde. Ich würde sie lesen wollen!!!

Zurück zum eigentlichen Thema: Bree Tanners Blick auf die Vampirwelt. Ich fand die Schreib- und Erzählweise sehr gut, denn so hat man eben eine ganz andere „blut-hungrigere“ Sicht auf das Leben von neugeborenen Vampiren, wie man es nicht in den ersten 4 Romanen lesen konnte. Ich konnte Bree`s Ängste und ihre langsam entstehenden Freundschaften mit Diego und Fred nachvollziehen und freute mich ein wenig darüber, dass sie Freunde gefunden hatte mit denen ihr alles klarer wurde und sie die Lügen von Riley aufdeckte. Schade fand ich allerdings, dass Diego verwand, Fred nun allein umherstreifen muss und Bree von den Volturi letztendlich doch nicht verschont wurde. Mich hätte brennend interessiert, wie ihr Leben bei den Cullens weitergegangen wäre, wenn sie überlebt hätte.

Mein Fazit: Ich bin froh über dieses 5. Werk und hätte es in dieser Buchreihe echt nicht missen wollen. Es ist eben eine andere Sichtweise auf die Neugeborenen mit ihrem Blutdurst, den auch Bella einmal spüren wird, wenn ihr Wunsch in Erfüllung geht. Auch wenn das bedeutet, das Bella, Jacob und Edward hierbei etwas zu kurz kamen. Aber sie gehörten auch nicht wirklich zu Bree`s Geschichte…