Schlaflos

Müde kleine gerötete Augen sitzen tief in dunklen Augenhöhlen und starren traurig in die Welt.

Das Gesicht, die Hände und Arme – der gesamte Körper magert zusehends ab, speichert keine Nahrung mehr, spült alles heraus.

Schlaflose Nächte, teilweise gefüllt mit grauenvollen Albträumen, die Panik und Herzrasen verursachen.

Die seelische Verbindung zwischen 2 Seelenpartnern und der damit verbundene seelische und körperliche Schmerz des weiblichen Seelenpartners (mich).

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Seit heute genau 3 Wochen (seit der Trennung) habe ich extreme Schlafstörungen. Anfangs bekam ich wenigstens noch für 2 – 3 Stunden je Nacht die Augen zu, dann begann die Albtraumphase und jetzt – jetzt kann ich gar nicht mehr schlafen! Ich liege nur noch wach im Bett und nichts geht.

Dabei versuche ich nun schon so vieles.

  • warme Milch mit Honig direkt vor dem zu Bett gehen
  • mich körperlich zu überarbeiten bis die Muskeln schmerzen und weiter
  • Filme/Serien (DVDs) ankucken bis zum Umfallen
  • Ablenkung (geistig, körperlich)
  • Musik – ein kleiner Lautsprecher mit Speicherkarte steht auf meinem Nachtschrank (ein guter Freund schenkte mir gestern Beruhigungsmusik mit autogenem Training, was ich beim Einschlafen hören soll (ich schrak eher davon ständig hoch und weinte bitterlich)
  • Bücher lesen (habe mittlerweile einen ganzen Stapel auf meinem Nachttisch abgearbeitet)
  • bin ständig tagsüber nur noch unter Leuten (Freunde, Familie, Kollegen), weil ich nicht allein sein kann
  • etc.

Und dennoch bekomme ich kein Auge nachts zu…

Mein Körper verliert permanent an Gewicht, obwohl ich mich zum Essen zwinge. Ich kann noch immer nicht allein essen. Zudem schmeckt mir rein gar nichts mehr. Ich nehme schon Schokolade zu mir, um überhaupt noch was auf die Rippen zu bekommen, obwohl ich Schokolade sehr sehr selten esse. Aber auch das hilft nicht! Mein Gewicht purzelt immer weiter nach unten, und das macht mir Angst! Ich habe lange nicht mehr so wenig gewogen und habe bereits die erste von mir gesetzte Gewichtsgrenze unterschritten. Die zweite Grenze rückt täglich näher!

Ich habe mir vor Jahren 2 Gewichtsgrenzen gesetzt wegen meiner Darmerkrankung und habe mich 2008 damals schon ins Krankenhaus selbst eingewiesen, da ich die 2. Grenze unterschritten hatte und auf Hilfe hoffte. Damals führten die Ärzte viele Tests mit mir durch, doch sie fanden nie den genauen Grund für meine Darmerkrankung.

Heute sieht es anders aus. Ich weiß warum es mir so schlecht geht… Dennoch kann ich nicht schlafen, nicht essen, keine Freude empfinden und verliere an Gewicht. Ich habe meine 1. selbst gesetzte Grenze schon vor einigen Tagen unterschritten, die zweite Grenze rückt unaufhörlich näher und ich habe verdammt noch mal ANGST!

Meine Mom sieht mich an, als stünde ich kurz vorm Sterben – wie mein Dad vor Jahren. Sie macht sich große Sorgen und bot mir an, eine Schlaftablette zu geben. Doch ich lehnte ab. Ich will keine Medikamente, weil ich Angst davor habe, süchtig nach diesen Dingern zu werden.

Doch nach heute Nacht weiß ich nur noch eins: ICH WILL SCHLAFEN!!!!!

Deshalb werde ich meine Mom heute nach ihrem Dienstschluss fragen, ob ihr Angebot mit den Schlaftabletten noch gilt und mich heute Abend mit 1 oder 2 Tabletten davon so betäuben, dass ich hoffentlich endlich mal seit 3 Wochen eine Nacht komplett durchschlafen kann, ohne Albträume und ohne ständig panisch aufzuschrecken, ohne IHN zu spüren und ohne wach herumzuliegen und darauf zu hoffen, dass die Nacht endlich vorbei geht…

Leute, ich habe verdammte ANGST!!!

Euer Schneewittchen

 

 

Mein Engel

Schule. Gymnasium. Fremde neue Klasse der 8d in einer fremden neuen Schule. Einige unbekannte fremde Gesichter meiner neuen Mitschüler und noch fast leere Bänke und Sitzplätze.

Ich war eine der ersten, die ihr neues Klassenzimmer der 8 d des städtischen Gymnasiums betrat und ihren Platz nach reichlicher Überlegung auswählte, denn Zeit hatte ich, weil bisher noch kaum jemand anwesend war, weil ich überpünktlich angekommen war. Wie immer, wenn es etwas wichtiges zu regeln gab. So eben die Sitzplätze. Da saß ich nun, inmitten eines fast leeren Klassenzimmers mit ein paar mir völlig fremden unbekannten neuen Mitschülern. Ich fühlte mich unbehaglich und absolut nicht wohl. Immer, wenn die Klassenzimmertür sich öffnete, drehte ich mich um. Ich war neugierig, wer als nächstes unser Klassenzimmer betrat und mein neuer Mitschüler war.

Draußen schien die Sonne. Leider befand sich unser Klassenzimmer nicht auf der Sonnenseite, sondern auf der entgegengesetzten. Das bedeutete, dass der Schulflur vom Licht wunderbar durchflutet wurde. Ich wäre so gern draußen gewesen und hätte die warmen Strahlen der Sonne genossen, aber ich wollte mir meine neuen Mitschüler von Anfang an anschauen. Und dann ging die Tür auf. Sonnenlicht fiel in unser Klassenzimmer und ER trat in mein Leben. Mein Engel. Michael. Er stand im Türrahmen, ließ seinen Blick durch das neue Klassenzimmer und über die neuen Mitschüler gleiten und suchte sich einen Platz aus. Ich hingegen war wie gefesselt von seinem atemberaubenden Anblick. Er sah aus wie ein Engel. So wunderschön. So elegant. So strahlend. Letzteres lag vielleicht auch ein klein wenig an der Sonne, die durch den Hausflur auf ihn fiel. Aber dennoch, er strahlte selbst eine Gelassenheit und Selbstsicherheit aus, wie ich sie noch nie erlebt hatte. Ich vergaß Zeit und Raum um mich herum, ich wusste ja nicht einmal mehr wo ich war, so sehr hatte er mich in seinen magischen Bann gezogen. Ich hatte mich augenblicklich unsterblich verliebt…

So in etwa musste sich wohl auch Basti gefühlt haben, als ich vor Kurzem einen Raum betrat, in dem er sich bereits befand. Er sah mich auch als Engel, wie ich vor vielen Jahren meinen persönlichen Engel Michael. Basti war wie verzaubert. Er dachte nur noch: „Wow, ist die heiß!“ und setzte an diesem Tage alles daran meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich zu richten. Er wollte mir in die Augen sehen, sich mit mir unterhalten, mir nahe sein… Sein Wunsch sollte bald in Erfüllung gehen. Denn als wir uns am Tisch gegenüber saßen und uns mit den anderen Anwesenden unterhielten, klaute er mir plötzlich meinen Hausschuh mit seinen unbeschuhten Füßen. Ich blickte sofort unter den Tisch, um den Übeltäter zu identifizieren und entdeckte meinen Hausschuh zwischen seinen Füßen. Wie fies! Basti grinste breit und schelmisch. Und er hatte meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Wir unterhielten uns den ganzen Abend angeregt miteinander. Es war ein schöner Abend. Ich hatte mich schon lange nicht mehr so angeregt und tiefsinnig mit jemandem unterhalten bzw. konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern mich je mit jemandem so gut verstanden zu haben wie mit Basti. Erstaunlich. Umso trauriger wurde ich, als ich von ihm erfuhr, dass er gehen musste. Mein Blick sank und meine Laune merklich mit ihr. Ich wollte ihn noch nach seiner Nummer fragen, doch ich traute mich nicht. Mist verdammter! Warum nur musste ich auch so verdammt schüchtern sein?! Ich haste es, an diesem Abend besonders. Ich hoffte, dass Basti meine Freundschaftseinladung bei dem Sozialnetzwerk annehmen würde, in dem wir beide schon seit langem angemeldet waren. Ich hoffte es und bat ihn mit bebender Stimme darum ehe er ging und mich allein lies. Ich hätte losheulen können. Da hatte ich endlich mal jemanden getroffen, der mit mir auf einer Wellenlänge lag und dann verschwand er wieder aus meinem Leben – einfach so? Ich hasste die Welt und sah Basti mit tränenden Augen nach, wie er die Straße überquerte und zu seinem parkenden Auto ging, einstieg und davonfuhr. Ich dachte, ich sehe ihn nie wieder…

Am nächsten Tag.

„Sie haben Post“ posaunte mir mein E-Mail-Account in blauen großen Lettern freudig entgegen. Vermutlich wieder diese Werbemails, die kein Mensch braucht, dachte ich und klickte meinen Posteingang an. Ich fand eine E-Mail mit der Nachricht vor, dass Basti mir eine Freundschaftseinladung über unser gemeinsam genutztes soziales Netzwerk gesendet hatte. Ich traute meinen Augen kaum, so erfreut und überglücklich war ich in diesem Moment und las die Nachricht gleich noch einmal. Diesmal bemerkte ich auch die Uhrzeit der Nachricht. Es war kurz nach Mitternacht, als sie bei mir einging. Mein Gesicht erstrahlte immer mehr. Er hatte es also wahr gemacht und mir die Einladung gleich geschickt, nachdem er bei sich zu Hause angekommen sein musste. Toll! 🙂 Er hatte wohl die Traurigkeit in meiner Stimme bei unserer Verabschiedung am Vorabend herausgehört. Toller Typ! Ich loggte mich umgehend in unser gemeinsam genutztes soziales Netzwerk ein und sah seine Einladung. Ich nahm sie umgehend an und betrachtete mir eingehend sein Profil, sein Foto, seine Daten… Ich konnte mein Glück kaum fassen. Ich schrieb ihm sogleich eine E-Mail, mit Geschichten zum Vorabend, was sich nach seiner Abreise noch ereignet hatte – nur, um ihn auf dem Laufenden zu halten – und ja, ich gebe es zu, um mit ihm in Kontakt zu treten. 😉 Es funktionierte! 🙂