Ich verlor heute David!

David ist ein Grünfink, den ich bei uns auf einem Gartenweg entdeckte. Der kleine Grünfink saß hechelnd da, bekam kaum Luft, hatte Durst und riss seinen kleinen Schnabel immer wieder weit auf. Mir brach es das Herz, weshalb ich mich dem kleinen Schatz annahm und ihn zu unserer Vogeltränke brachte.

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Ich setzte David ans Wasser, er tauchte kurz sein kleines Köpfchen hinein. Doch er trank nicht. Er hüpfte dann hinunter in unser Gartenbeet und hechelte weiter nach Luft. Ich blieb bei ihm, so dass er nicht allein war und gab auf ihn acht. Selbst einen Regenwurm brachte ich ihm vorbei. David rührte ihn aber nicht an.

Es ging ihm immer schlechter. Er strauchelte, saß dann auf seinem Vogelpopöchen, versuchte sich wieder aufzurichten, fiel wieder um, steckte seinen Kopf in die Erde, hob ihn wieder an, kippte komplett um, strauchelte beim Aufstehen und mir blutete das Herz.

Sein kleines Herz bubberte in seiner winzigen Brust unaufhörlich. Ich sprach ihm Mut und Kraft zu und wollte ihm irgendwie helfen, doch ich wusste nicht wie. Tränen kullerten bereits meine Wangen hinab, weil ich bereits ahnte, was passieren würde…

Seine Kraft wurde weniger, er sackte zusammen, flug noch einige letzte Male mit seinen Flügeln, öffnete noch ein letztes Mal seine Augen und seinen Schnabel und dann war er still. Kein Atemzug mehr, kein Flügelflattern, nichts mehr. David war von uns gegangen und ich weinte bitterlich an unserem Beet.

Ich hatte doch so sehr versucht, diesem kleinen Schatz zu helfen und ihn zu retten!

Ich war wohl zu spät, denn er hatte eine Halsverletzung. Woher weiß ich nicht. Aber David hat es nicht geschafft.

Tränen überströmt trug ich ihn zu einem kleinen ruhigen Fleckchen in unserem Garten, schippte ein kleines Grab frei, legte David behutsam hinein, gab noch 5 kleine Gänseblümchen hinzu und bedeckte ihn mit Erde.

Es tut mir so unendlich leid, dass ich diesem kleinen süßen Kerlchen nicht mehr helfen konnte!!!!!!

Ich hoffe, es geht David jetzt im Himmel besser als hier auf Erden.

† Ruhe in Frieden, mein kleiner Freund

Euer trauerndes Schneewittchen

Beerdigung meiner geliebten Oma

Ich bin wieder zurück von Oma`s Beerdigung. Es hat – aufgrund, dass es nur eine stille Beisetzung war, weil wir bereits eine sehr schöne Trauerzeremonie im Pflegeheim hatten – sehr kurz (max. 45 min).

Als wir alle als kleines Grüppchen auf dem Friedhof ankamen, auf dem meine Oma beerdigt werden soll, wo bereits mein Dad, mein Großonkel und mein Opa väterlicherseits begraben liegen, wartete bereits unser Bestatter Herr Norbert Schade (ein liebenswerter Mensch) mit seinem Sohn Christian auf uns.

Auch die Gestecke, die wir im Wert von 50 – 65 Euro bestellt hatten, waren mit Omas wunderschöner weinrot gefassten Urne mit goldener Lilie auf einem kleinen Wagen aufgebaut.

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Wir fuhren langsam zu Omas Grab und setzten sie im Stillen bei. Tränen schossen mir augenblicklich die Wangen hinunter als ich sah, wie Omas schöne Urne samt ihrer Asche im Boden 1 m tief versank. Anschließend durften wir jeweils 3 x kleine Blütenköpfe und Rosenblätter auf Oma`s Urne streuen und beobachten wie Erde aufgeschüttet werden sollte. Leider war diese gefroren, so dass dies ein etwas schweres Unterfangen war. Dennoch wurde es geschafft und wir durften unsere Gestecke über Oma`s Grab abdecken.

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Das Gesteck von meinem Herzblatt und mir – ausgewählt hatte ich es, weil es ein Quadrat umringt von weißen Rosen, gefüllt mit roten Rosen war. Zumindest laut Foto. Es sollten teilweise künstliche Blumen und echte Blumen sein, doch die Kunstblumen waren beim Blumenladen scheinbar wegen des Totensonntags aus. Sehr sehr schade! Denn mit Rosen sah dieses Gesteck noch traumhafter aus – wie ein liebevolles Kissen…

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Diesen Spruch wählte ich, weil mir sofort die Tränen in die Augen schossen, da er so passend auf die Beziehung zwischen Oma und mir ist. Der Engel ist als liebevolle Geste, weil Oma von mir – aufgrund ihres Ablebens am vergangenen Adventswochenende –  „Adventsengel“ getauft wurde.

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Weitere Fotos konnte ich nicht machen, weil mir einerseits nicht danach zumute war, andererseits ich permanent am Weinen war…

Ich hoffe, meine Oma hat nun ihren Frieden gefunden und kann als unser Adventsengel neben Schutzengel Vati, Opa und Großonkel über uns wachen…

Ich hab dich lieb, Omi!

Dein Schneewittchen!

 

 

Der Kuss der Schneeflocke

Anlässlich der Beerdigung meiner geliebten Oma am heutigen Tag um 13:00 Uhr und der tanzenden Schneeflocken am gestrigen Tag schrieb ich diese kleine Mini-Geschichte als Andenken an meine liebe Grandma…

Der Kuss der Schneeflocke  – written by Alexondra Cooper

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Schneeflocken umtanzten mich und bedeckten den Boden mit ihren weißen kristallenen Kleidern wie eine Zuckerhaube.
Eine Schneeflocke setzte sich auf meine Lippen und flüsterte leise:
“Es wird Zeit.”
Sie küsste mich sanft und schmolz dahin. Nur ein winziger Wassertropfen blieb von ihr übrig.
Ich wusste, was geschehen würde.
Der Wind peitschte mir um die Ohren.
Wild.
Stürmisch.
Kalt.
Flocken umwirbelten mich immer schneller und stärker.
Es wurde kälter und ich spürte, wie ich mich allmählich auflöste und mit den Schneeflocken vom Wind davon getragen wurde.

Ich hoffe, euch gefällt diese kleine Geschichte.

Euer Schneewittchen