Lactoseintoleranz: Vorsicht auch vor diesen Produkten

Sie sind harmlos, doch nicht für lactoseintolerante Patienten. Denn da bescheren sie einem u. a. Bauchbeschwerden (z. B. Krämpfe), Blähungen, Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen etc. Manchmal können auch atypische Beschwerden auftreten wie z. B. Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, Hautprobleme. Die Rede ist von Lebensmitteln, wie sie jeder kennt, in denen sich aber auch Lactose verbirgt – manchmal auch getarnt unter einem anderen Namen. Deshalb ist Vorsicht geboten vor Produkten wie:

  • Süßwaren: z. B. Schokolade, Sahne- und Karamellbonbons, Pralinen, Eis, Eiscreme, Milchshake
  • Brot und Backwaren: z. B. Zwieback, Kuchen, Milchbrötchen, Backmischungen
  • Instant-Erzeugnisse: z. B. Suppen, Saucen, Kartoffelpüreepulver
  • Fertiggerichte: z. B. Konserven, Tiefkühlgerichte, Fertigmenüs, Fast Food
  • Sonstiges: z. B. Fleisch und Wurstwaren, Margarine, Gewürzmischungen, Medikamente (ja auch die Pille!), Nahrungsergänzungsmittel, Käseprodukte, Joghurt, Quark und Milch (auch Frauenmilch, Stutenmilch, Kuhmilch, Ziegenmilch, Schafsmilch)

Lactose – besser bekannt unter dem Begriff Milchzucker – versteckt sich u. a. hinter Begriffen wie:

  • Laktose, Lactose
  • Lactosemonohydrat
  • Milch(-pulver)
  • Vollmilch(-pulver)
  • Molke(-pulver)
  • Süßmolke(-pulver)
  • Sauermolke(-pulver)
  • entrahmte Milch
  • Milcherzeugnisse
  • Rahm
  • Sahne(-pulver)
  • saure Sahne
  • Butter

Umso erfreulicher ist es, dass es mittlerweile einige Firmen gibt, die auch lactosefreie Produkte anbieten. Eine der größten Anbieter ist z. B. MinusL. Hiervon gibt es bereits Milch, Joghurt, Pudding, Käse (Scheibenkäse, Käsecreme), Schlagsahne, Butter, …

Ihr müsst einfach nur die Augen offen halten, denn die Produkte sind meist sehr verstreut in ausgesuchten Lebensmittelläden. Entweder nehmt ihr euch Zeit zum Suchen oder ihr fragt lieber direkt einen Verkäufer, denn nur so seid ihr auf der sicheren Seite!!!

Kleiner Tipp: Kocht und backt auch lieber selbst, denn da wisst ihr, welche Produkte verwendet worden!

Milchzuckerfreie Lebensmittel sind z. B.:

  • frisches Obst und Gemüse
  • unverarbeitetes Fleisch, Geflügel, Fisch
  • Öl
  • Eier
  • Marmelade
  • Kaffee, Tee, Frucht- und Gemüsesäfte
  • Kartoffeln, Reis, Nudeln, Getreide
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Salz
  • Sojamilch und Sojadrinks
  • Zucker, Honig, Süßstoff (flüssig)
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Was bedeuten die verschlüsselten Diagnosen auf Krankenscheinen?

Ihr seid krank, geht zum Arzt und dann bekommt ihr eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – auch umgangssprachlich „Krankenschein“ oder „gelber Urlaubszettel“ genannt und wisst nicht, was sich hinter den Diagnose-Codes (= ICD = International Classification of Diseases) verstecken?

Dann schaut euch den nachfolgenden Link an, denn dort findet ihr die Erklärung zu allen Diagnosen!

http://www.med-serv.de/medizin-icd.html

Ich wünsche euch gute Besserung und bleibt gesund! 😉

Verschlimmert

Am Montag war ich wieder bei meiner Ärztin wegen meines Darms und meiner Lunge, u. a. zur Auswertung der Testergebnisse. Herausgekommen ist – wie üblich bei mir – nichts. Es sind zwar irgendwo Entzündungswerte in meinem Körper, besonders im Darm spürbar, vorhanden, aber es ist fraglich: Wieso? Tja, ich bin Patient und habe keine Ahnung, aber meine Ärztin weiß es auch nicht. Das ist nicht gut. Da ich weiterhin Durchfall mehrfach am Tag habe, verschrieb sie mir Hefekapseln ratiopharm gegen Durchfall. Die kosten bei uns in Sachsen 4,95 Euro für 10 Hartkapseln N1 und sollen helfen, den Durchfall zu besiegen und die Darmflora wieder aufzubauen.

Seit Dienstag Abend nehme ich diese Kapseln ein (2 x tgl. 1), doch anstatt besser zu werden, hat sich alles nur noch verschlechtert. Ich habe noch mehr und heftigere Krämpfe als zuvor und mein Durchfall ist auch mehr denn je, was bedeutet, dass ich diese Dinger wohl auch nicht vertrage. Aber so etwas ähnliches hatte ich schon einmal erlebt, als mir meine Allergologin sagte, ich solle Activia-Joghurt essen, damit mein Darm sich erholt. Da trat damals auch das Gegenteil ein, denn anstatt sich zu erholen, pfefferte mein Darm nur so alles aus mir heraus und mir ging es schlecht. Deshalb versuchte ich anschließend im Eigenstudium vorsichtig Actimel und vertrug es. So trinke ich nun jeden Tag ein kleines Fläschchen Actimel, denn mein Darm braucht es wohl…

Ob ich nun die Hefekapseln absetzen darf oder weiternehmen muss, sollte ich noch in Erfahrung bringen. Es wäre ja gut möglich, dass es in den ersten Tagen schlechter wird und danach besser oder eben doch absetzen…

1 Tag später

Ich setze die Hefekapseln ab, denn mein Allgemeinzustand verschlechtert sich weiterhin. Der Durchfall ist schlimmer geworden, die Krämpfe sind weiterhin mehr als unerträglich und körperlich geschwächt bin ich auch zusehends. Meiner Mom gefiel mein Anblick auch nicht mehr, so dass sie mir sagte, ich solle die Kapseln nun wirklich absetzen. Auf die Mutter hört man ja, nicht wahr? 😉 Ich hoffe nur, dass sich mein körperlicher Zustand ab morgen wieder bessert und ich keine weiteren Durchfälle und andere Nebenwirkungen wegen der Hefekapseln bekomme.

Dennoch muss ich etwas gegen meine Darmkrankheit unternehmen, nur was? Ich postete vor einigen Wochen (Februar 2011) hier einen Artikel über Malabsorption (= verschlechterte Aufnahme) mit den Leitsymptomen:

  • Massenstühle (>300 g Stuhlgewicht)
  • übelriechende Fettstühle (Steatorrhoe); Flatulenz
  • Gewichtsabnahme
  • Unterversorgung mit den Vitaminen A, D, E, K, B12, Folsäure, sowie mit Mineralstoffen (z. B. Kalzium, Eisen), Eiweiß und Spurenelementen
  • Muskelschwäche
  • Haut- und Schleimhautveränderungen
  • Anämie (Blutarmut)

All diese Symptome weise ich derzeit wieder auf. Hinzu kommen noch:

  • mattes und müdes Erscheinungsbild,
  • Schlafstörungen,
  • Darmkrämpfe
  • Übelkeit (manchmal)
  • Appetitlosigkeit
  • Gefühl zu erfrieren, auch im Sommer

Ich weiß nicht wie ich dies allein alles wieder wegbekommen soll. Ich werde mich weiter umhören, in der Hoffnung, bald einen Arzt/eine Klinik zu finden, die mir endlich bei meiner chronisch-entzündlichen Darmkrankheit helfen kann.

Falls ihr Ideen habt, gebt mir bitte Bescheid. Ich versuche alles, um wieder gesund zu werden!

Diagnose

Seit mehreren Wochen geht es mir wieder schlechter als „normal“, denn ich habe wieder tierische Darmkrämpfe, Durchfall/breiige Stühle (6 – 8 mal täglich), mein Hautbild verschlechtert sich zunehmend und meine Nägel reißen wieder ein, was ein Zeichen dafür ist, dass mein Darm nicht mehr richtig funktioniert.

Deshalb war ich heute morgen bei meiner Hausärztin. Diagnose: K52.9 und A09.9. Sie verschrieb mir erst einmal ein krampflösendes Mittel, welches ich schon kenne und vertrage, seit ich 2008 bereits deshalb im Krankenhaus lag: Buscopan plus Filmtabletten. Jetzt hoffe ich nur, dass diese auch rasch anschlagen, damit meine Krämpfe sich wenigstens ein wenig lindern.

Ich gab auch eine Stuhlprobe ab und mir wurde ebenfalls Blut entnommen, damit man vielleicht die Ursachen für meine Darmkrämpfe herausfindet. Am Mittwoch soll ich wieder vorsprechen, denn da soll die Auswertung der Tests erfolgen.

Des Weiteren schmerzt meine Lunge seit ca. 2 Wochen. Es begann erst im rechten Lungenflügel mit Stechen, dann zog es auch noch nach links und seit dem WE habe ich das Gefühl, als drücke mir jemand auf die Brust, so dass ich schwerer Luft bekomme. Meine Ärztin meinte, es könnte allergiebedingt sein, da ich Birkenallergiker bin. Oder eben etwas anders. Sie hörte mich ab und verschrieb mir SalbuHEXAL N zur Inhalation mit der Erklärung: Wenn meine Lunge in den nächsten 2 – 3 Tagen frei wird, ist es eine Allergie, ansonsten werde ich zum Lungenspezialisten (Pulmologe/Pneumologe) überwiesen werden. Es bleibt also spannend…

 

 

EHEC-Keime entdeckt!

EHEC-Erkrankungen mit schweren Krankheitsfällen kursieren seit Tagen ganz Deutschland. Es gab mittlerweile auch 2 Tote. Jetzt entdeckte das Hamburger Hygiene-Institut, dass spanische Salatgurken Träger des gefährlichen EHEC-Erregers sind.

Gut möglich, dass die Erreger auch bei anderen Gemüsesorten vorkommen, denn dieser EHEC-Erreger kommt nur im Darm von Widerkäuern (Rinder, Ziegen, Schafe, Rehe, Hirsche) vor.

Die beste Methode, den Erreger nicht zu bekommen, ist:

  • Hände regelmäßig waschen
  • auf Rohkost (Gemüse) und rohes Fleisch verzichten bzw. erhitzen (70°C)
  • Zubereitung von Rohkost und rohem Fleisch strikt voneinander trennen
  • Kontakt zu infizierten Tieren und Menschen meiden (z. B. auf Spielplätzen)
  • verunreinigtes Wasser nicht verwenden

Verunreinigte Lebensmittel können u. a. sein:

  • Rohmilch
  • Rohes Fleisch (Hackepeter, Mettwurst)
  • belastetes Obst und Gemüse durch kontaminiertes Wasser

Die Erreger haben sich mittlerweile so weiterentwickelt, dass die meisten Antibiotika nicht mehr wirken, da die Erreger gegen diese immun geworden sind.

Mehr zu diesem Thema findet ihr hier.

Neueste Entwicklung vom 02.06.2011 bezüglich der EHEC-Bakterie findet ihr hier.

Colitis ulcerosa (chronische Dickdarmentzündung)

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Beschreibung

Colitis ulcerosa ist eine chronische, schubweise verlaufende Entzündung des Dickdarms. Betroffen sind vor allem die oberflächlichen Schleimhautschichten im Dickdarm. Bei einer Colitis ulcerosa entstehen entzündliche Geschwüre, die leicht bluten. Typische Krankheitszeichen sind blutiger Stuhl, Durchfälle und Leibschmerzen.

In mancher Hinsicht ähnelt die Colitis ulcerosa dem Morbus Crohn, der überwiegend im Dünndarm auftritt, aber auch den Dickdarm befallen kann. Manchmal sind die Erkrankungen nur schwer voneinander zu unterscheiden. Colitits ulcerosa und Morbus Crohn zählen zu den Chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen (CED).

An Colitis ulcerosa leiden besonders junge Erwachsene zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. In Deutschland tritt die Erkrankung rund vier Mal pro 100.000 Einwohner und Jahr auf. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, auch Kinder können erkranken.

Die Colitis ulcerosa ist eine schwere Erkrankung. In den beschwerdefreien Phasen ist zwar ein normales Alltagsleben möglich, aber ein akuter Schub ist oft nicht nur schmerzhaft, sondern zwingt zur Bettruhe oder sogar zum Krankenhausaufenthalt. Colitis ulcerosa erhöht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

Ursachen

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Die Ursachen, die eine Colitis ulcerosa auslösen, sind trotz intensiver Forschung noch nicht geklärt. Vermutlich wirken erbliche, infektiöse und Umwelt-Faktoren zusammen. Es wurden mehrere Genveränderungen entdeckt, die das Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen erhöhen. Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Die meisten Betroffenen vertragen bestimmte Lebensmittel nicht. Die Krankheit ist nicht psychosomatisch bedingt, Stress und Belastungen können aber aktive Schübe auslösen.

Wahrscheinlich spielt eine Fehlfunktion des Immunsystems in der Auseinandersetzung mit den Bakterien der Darmflora die entscheidende Rolle bei der Entstehung der Colitis ulcerosa.

Menschen, bei denen der Blinddarm entfernt wurde, haben ein vermindertes Risiko für eine Colitis ulcerosa. Das Gleiche gilt für Raucher. Der genaue Zusammenhang ist allerdings unklar.

Bei allen Patienten mit Colitis ulcerosa ist der Enddarm (= Mastdarm) befallen. Von dort kann sich die Erkrankung unterschiedlich weit über den gesamten Dickdarm erstrecken. Bei 50 Prozent der Patienten sind nur der Enddarm und der untere Teil des Dickdarms betroffen, in je etwa einem Viertel der Fälle zusätzlich der absteigende linksseitige Abschnitt des Dickdarms oder der gesamte Dickdarm.

Symptome

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

In circa 85 Prozent der Fälle verläuft die Colitis ulcerosa chronisch und schubweise. Nach Phasen ohne Krankheitsanzeichen, die auch Jahre andauern können, erfolgt ein Rückfall. Rund zehn Prozent der Patienten haben keine beschwerdefreien Zeitabschnitte. Ganz selten (in fünf Prozent der Fälle) beginnt die Colitis ulcerosa dramatisch aus bester Gesundheit heraus und ist dann besonders gefährlich, weil viele Komplikationen auftreten.

Der Verlauf der Colitis ulcerosa ist nicht vorhersagbar. Häufig ist der Beginn schleichend. Je weiter die Colitis ulcerosa fortgeschritten ist und je stärker sie sich im Darm ausgedehnt hat, desto heftiger können folgende Beschwerden ausgeprägt sein:

  • Blutige Durchfälle (bis zu 40-mal pro Tag) sowie Eiter und Schleim im Stuhl. Der Blutverlust hat manchmal eine Blutarmut zur Folge, massive Blutungen können lebensbedrohlich sein.
  • Dauerhaft schmerzhafter Stuhldrang (Tenesmen)
  • Nächtlicher Stuhldrang
  • Blähungen, die auch zu einer Stuhlinkontinenz führen können
  • Kolikartige Bauchschmerzen meist im linken Unterbauch, unter Umständen verbunden mit leichtem Fieber
  • Gewichtsabnahme, Müdigkeit und Leistungsverlust
  • Seltener treten Entzündungen von Gelenken (Arthritis), Haut oder Augen (Uveitis) auf.

Mediziner unterscheiden verschiedene Abschnitte im Krankheitsverlauf einer Colitis ulcerosa:

Akuter Schub: Charakterisiert durch die typischen Beschwerden wie blutigem Durchfall und schmerzhaftem, aber vergeblichen Stuhldrang.

Fulminanter Schub: Neben blutigem Durchfall treten noch allgemeine Krankheitssymptome auf wie zum Beispiel Fieber (über 38,5 Grad), beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Blutarmut (Anämie), Gewichtsverlust.

Chronisch aktiver Verlauf: Anhaltende Beschwerden trotz medikamentöser Therapie; die Medikamente bewirken zwar eine Besserung, aber keine vollständige und dauerhafte (< 2 Rückfalle pro Jahr) Normalisierung des Zustandes.

Remissionsphasen: Abschnitte ohne Beschwerden.

Komplikationen

Infolge einer Colitis ulcerosa kann es zu teilweise massiven Blutungen kommen. Eine gefürchtete, aber seltene Komplikation der Colitis ulcerosa ist das Toxische Megakolon: Die Schäden in der Darmwand führen zu einer Darmlähmung, der Dickdarm dehnt sich auf, und der Körper reagiert wie bei einer Vergiftung mit Fieber und Abwehrvorgängen. Häufig kommt eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) hinzu, und es besteht die Gefahr eines Darmdurchbruchs (Perforation). Selbst bei sofortiger Behandlung ist dies eine lebensbedrohliche Komplikation.

Weitere mögliche Komplikationen der Colitis ulcerosa sind Darmkrebs und die primär sklerosierende Cholangitis (Entzündung und Einengungen der Gallenwege). Bei Kindern kann es zu Wachstumsstörungen kommen.

Diagnose

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Bei der Diagnose einer Colitis ulcerosa erhebt der Arzt die Krankengeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch. Dabei tastet er unter anderem das Rektum aus.

Die beste Untersuchungsmethode für die Diagnose einer Colitis ulcerosa ist die Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei werden aus jedem untersuchten Darmsegment Schleimhautproben gewonnen und im Labor untersucht. So lässt sich abklären, ob eine Entzündung vorliegt und wie diese beschaffen ist. Zur Absicherung der Diagnose ist eine weitere Darmspiegelung mit einer erneuten Entnahme von Gewebeproben erforderlich, wobei die Zeitdauer bis zur Kontroll-Untersuchung vom jeweiligen Krankheitsverlauf abhängt.

Eine Blut-Untersuchung gibt Hinweise, wie stark die Entzündung bei einer Colitis ulcerosa ausgeprägt und wie hoch der Blutverlust ist. Dazu werden anfangs und im Verlauf CRP und Blutbild untersucht. Ergänzend empfiehlt es sich, das Blut auf erhöhte Leberwerte zu untersuchen – insbesondere von Gamma-GT und Alkalischer Phosphatase (AP).

Als ergänzende Methode zur Diagnose der Colitis ulcerosa wird sowohl bei der Anfangs- als auch der Verlaufsdiagnostik die Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) des Bauches eingesetzt.

Durch eine bakteriologische Stuhl-Untersuchung wird eine Infektion mit krankheitsverursachenden (pathogenen) Darmbakterien als Ursache der Beschwerden ausgeschlossen.

Therapie

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Medikamente

Da die Ursachen der Colitis ulcerosa nicht genau bekannt sind, lässt sich die Erkrankung auch nicht ursächlich behandeln und heilen. Entzündungshemmende Medikamente können einen Krankheitsschub mildern und die Zeitabschnitte zwischen zwei Schüben verlängern.

Bei einer Colitis ulcerosa wirken Medikamente am besten direkt am Ort des entzündlichen Geschehens im Darm. Die möglichen Nebenwirkungen sind dann am geringsten. Ist dies nicht möglich, müssen die Präparate über die Blutbahn wirkend (systemisch) eingesetzt werden. Folgende Medikamente kommen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten in Frage:

5-ASA-Präparat (5-Aminosalicylsäure)

Diese Medikamente, die zur Behandlung der Colitis ulcerosa eingesetzt werden, sind verkapselt. Dadurch lösen sie sich nach oraler Einnahme (als Kapsel) gezielt am Ende des Dünndarms oder erst im Dickdarm auf. Als Zäpfchen oder als Einlaufpräparat erreichen die Wirkstoffe nur den unteren Teil des Dickdarms. Diese Behandlung sollte mindestens noch zwei Jahre nach Abklingen der Entzündung fortgesetzt werden, um einen neuen Schub hinauszuzögern beziehungsweise einen beschwerdefreien Zustand zu erhalten. Mesalazin ist das Präparat der ersten Wahl.

Diese Medikamente hemmen nicht nur die Entzündung, sondern verringern auch das Darmkrebs-Risiko.

Kortison

Bei schweren Schüben und bei Versagen der 5-ASA-Therapie kommt Kortison zur Behandlung einer Colitis ulcerosa zum Einsatz. Der Wirkstoff wird in Form von Tabletten verabreicht. Ist nur der Enddarm befallen, kann Kortison auch als Zäpfchen oder Einlauf gegeben werden.

Mittel, die das Immunsystem bremsen

Immunsuppressiva werden bei schweren Verläufen der Colitis ulcerosa eingesetzt. Sie sind auch eine Alternative, wenn Kortison nicht ausreichend wirkt, zu hohe Nebenwirkungen verursacht oder aus einem anderen Grund nicht eingesetzt werden kann.

Escherichia coli Nissle

Bei Mesalazinunverträglichkeit kann auch die Einnahme von nicht-krankheitsmachenden Bakterien (Escherichia coli Nissle) die krankheitsfreien Intervalle verlängern. Das Präparat muss ständig – auch während des Transports – gekühlt werden und ist nur einige Monate haltbar.

Alternative Methoden

Einige Wirkstoffe zur Behandlung der Colitis ulcerosa sind noch in der Erprobungsphase. Fachgesellschaften empfehlen diese Medikamente daher bislang nicht außerhalb von Studien. Dazu zählen die Gabe von Antibiotika in Kombination mit entzündungshemmenden Medikamenten, die lokale Anwendung von Wachstumsfaktoren (epidermal growth factor), verschiedene Antikörper und Extrakte aus Weihrauch, die über einen neu entdeckten Weg entzündungshemmend wirken.

Ernährung

Es gibt keine spezielle Diät oder Ernährungstherapie, um eine Ruhephase der Colitis ulcerosa zu erhalten. Allerdings treten bei vielen Betroffenen spezifische Mangelzustände wie Blutarmut (Anämie), Eisen- oder Folsäuremangel oder Osteopenie (verminderte Knochendichte) auf. In diesem Fall sollten Sie sich beraten lassen, welche Lebensmittel für Sie wichtig sind.

Schub-Therapie

Die Therapie eines akuten Krankheitsschubes der Colitis ulcerosa wird in Stufen gesteigert – je nachdem, wie schwer der Schub verläuft. Je häufiger die blutigen Durchfälle auftreten, je höher die Körpertemperatur steigt und je ausgeprägter das Krankheitsgefühl ist, desto massiver muss therapiert werden. Es gibt folgende Einteilung und Maßnahmen:

  • Leicht: 5-ASA-Präparat (5-Aminosalicylsäure) als Kapsel bzw. Zäpfchen oder Einlauf
  • Mittelschwer: Zusätzlich Kortisontabletten
  • Schwer: Medikamente und Nährlösungen über eine Infusionslösung (Tropf)

Die Mehrzahl aller Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Colitis ulcerosa sind ambulant behandelbar. In den restlichen Fällen lässt sich ein Krankenhausaufenthalt nicht vermeiden.

Operation

In einigen Fällen lässt sich eine Colitis ulcerosa nicht mehr mit Medikamenten kontrollieren. In diesem Fall oder wenn Darmkrebs beziehungsweise Krebsvorstufen nachgewiesen wurden, ist eine Operation unumgänglich. Hier wird der gesamte Dickdarm entfernt. Neue chirurgische Techniken erlauben es, aus dem Dünndarm eine Art künstlichen Enddarm zu bilden, der die Reservoirfunktion des entfernten Mastdarmes übernimmt. Der Dünndarm wird dann direkt mit dem Schließmuskel verbunden (ileoanale Pouch-Operation). Somit bleibt eine kontrollierte Darmentleerung erhalten, und ein künstlicher Darmausgang lässt sich vermeiden.

In bestimmten Notfallsituationen (zum Beispiel Darmdurchbruch, lebensbedrohliche Blutungen) muss bei einer Colitis ulcerosa sofort operiert werden. Eine dringende OP ist auch erforderlich bei:

  • Einem fulminanten Schub, der sich mit Medikamenten nicht behandeln lässt
  • Einem toxischen Megakolon, der sich mit Medikamenten nicht behandeln lässt
  • Einer anhaltenden Blutung, die mittels Medikamenten nicht zum Stillstand kommt

Was Sie selbst tun können

Sie können das Auftreten einer Colitis ulcerosa nicht verhindern. Suchen Sie einen Arzt auf, sobald Sie Blut im Stuhl bemerken. Dadurch wird die Krankheit oft erst entdeckt. Wenn Sie bereits erkrankt sind, kann ein rechtzeitiger Arztbesuch die Schübe verkürzen und ihre Heftigkeit vermindern. Während eines schweren akuten Krankheitsschubs sollten sie Bettruhe einhalten. Sobald die Beschwerden abnehmen, können Sie Ihre gewohnten Tätigkeiten wieder aufnehmen.

Ernährungsxperten empfehlen Patienten mit einer Colitis ulcerosa eine ausgewogene und ausreichende Vollkost. Spezifische Diätformen sind nicht erfolgreich. Bei Eisenmangel (durch den Blutverlust aus dem Darm) müssen Sie auf eine ausreichende Nahrungsergänzung durch Eisentabletten achten. Bei längerer Anwendung kortisonhaltiger Präparate lässt sich das Risiko einer knochenschädigenden Wirkung durch die Einnahme von Kalzium und Vitamin D senken.

Oft bestimmt die Colitis ulcerosa das gesamte Leben von Betroffenen. Hier hilft möglicherweise eine Psychotherapie oder psychosomatische Betreuung. Der Umgang mit der Krankheit und dem eigenen Wohlbefinden wird geschult und verringert nicht selten die Beschwerden.

Nehmen Sie Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe auf.

Prognose

Prof. Dr. med. Stefan Endres, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Ist die Colitis ulcerosa auf den Enddarm und den letzten unteren Teil des Dickdarms beschränkt, haben Patienten eine gute Prognose und eine normale Lebenserwartung. Letztere ist bei Patienten eingeschränkt, bei denen sich als Komplikation Darmkrebs entwickelt, der nicht rechtzeitg erkannt wird. Mit einer medikamentösen, seltener mit einer chirugischen Therapie können die meisten Patienten ein normales Leben führen.

Das Risiko für Darmkrebs ist bei Patienten mit Colitis ulcerosa im Vergleich zur Normalbevölkerung erhöht. Um eine Krebserkrankung frühzeitig zu entdecken, sollten ab dem zehnten Krankheitsjahr jährliche Darmspiegelungen mit Gewebeentnahmen (Biopsien) durchgeführt werden. Eine Langzeittherapie mit 5-ASA-Präparaten kann das Krebsrisiko um bis zu 75 Prozent senken.

(Quelle: netdoktor.de)