Mein Besuch beim Vertretungsarzt

Meine Stimme ist noch immer verschwunden, was mich dazu bewegte, den Hausarzt aufzusuchen. Allerdings ist mein Hausarzt im Urlaub, weshalb ich zum Vertretungsarzt musste. Bei diesem Arzt war ich schon vor Jahrzehnten nicht mehr, aber meine alte Patientenakte war sehr schnell gefunden. Ich war erstaunt und begeistert. Ohne viele Worte, dafür mehr mit Flüsterversuchen und Kopfbewegungen gab ich meine Gründe für den Arztbesuch an. Bald darauf saß ich beim Vertretungsarzt im Behandlungszimmer und musste viele Fragen beantworten, was mir mit meiner schwächelnden Stimme echt schwer fiel. Ich berichtete zuerst mein aktuelles Anliegen und ging zurück bis ins Jahr 2006 – zum Beginn meiner unbekannten Darmerkrankung. Danach arbeitete ich mich tippeltappeltour zum derzeitigen Ereignis inkl. meiner Medikamenten- und Lebensmittelunverträglichkeiten, meinem Asthma, meinem Tinnitus etc. Egal, was ich ab der Erwähnung meiner Darmentzündung seit 2006 berichtete, kam in etwa immer der Satz: „Das konnte ich mir schon denken.“ oder „Das war zu erwarten.“ etc. vom Doc zu hören. Das bedeutet, dass alle Erkrankungen etc. auf meinen Darm und auf mein dadurch sehr geschwächtes instabiles Immunsystem zurückzuführen sind. Geschockt war ich, als mir mitgeteilt wurde, dass ich RHEUMA in meinem jungen Alter bekommen könnte (falls ich es nicht schon habe), wenn wir meinen Darm nicht wieder heilen können. Ich sah mich bereits wieder in ein TIEFES TIEFES Loch fallen.

Der Doc machte mir Hoffnungen. Zuerst wurde mir Blut abgenommen. Jede Menge sogar. Es werden gleich mehrere Blutbilder erstellt. Auch eines bezüglich meines Immunsystems und welche Mineralien, Vitamine und sonstige Bestandteile in meinem Darm und Körper fehlen. Dann soll mein Darm langsam wieder aufgebaut werden, u. a. auch mit Bakterienkulturen etc. (hatte ich bereits 2008, was allerdings erfolglos blieb). Das sollte mein Immunsystem wieder in Schwung bringen, so dass ich irgendwann wieder gesund werde.

DAS wäre traumhaft und wunderbar.

Zuvor musste ich mich allerdings der schwierigen Prozedur des Blutziehens unterziehen lassen, denn Blutziehen ist bei mir immer ein riesengroßes Problem. Entweder die Venen sind absolut nicht auffindbar, sie rollen weg, es wird durchgestochen oder es kommt gar kein Blut. Manche Ärzte und Schwestern scherzten nach mehrfachem erfolglosen „Herumgestochere“ in meinen Armen schon manchmal, dass ich geizig mit meinem Blut sei. Ha… Ehrlich gesagt, würde ich es verschenken, wenn ich könnte, aber es geht irgendwie nie wirklich. Deshalb HASSE ich Blut ziehen und Nadeln total. Ich kriege jedes Mal regelrecht Albträume davon. Und dann kippe ich um, sobald die Nadel meine Haut durchsticht… Mein Kreislauf bricht zusammen und ich darf erst einmal eine Weile irgendwo herumliegen und mich erholen ehe ich mich dann kreidebleich erhebe und die Praxis verlasse…

So auch heute. Allerdings wurde ich diesmal von einer sehr lieben Schwester namens Annett in dieser Zeit betreut, die mir Hoffnung und Mut machte und mir riet, dass ich mich täglich für mein Leben und meine Gesundheit bedanken soll. Das hat auch ihr selbst in einer schweren Zeit nach ihrem schweren Autounfall geholfen.

Ich werde es versuchen und mir wie ein Mantra täglich folgende Sätze im Geiste sagen:

Ich danke dir für mein Leben.

Ich danke dir für meine Gesundheit.

Ich danke dir für meine Familie, meine Liebe und meine Freunde.

Wenn ich mir dies immer wieder im Geiste vor Augen führe, habe ich Hoffnung – auch mit Hilfe meines neuen Hausarztes. Ja, ich habe gewechselt. Vielleicht ist diese Urlaubsvertretungssache doch manchmal mehr Glück, Fügung und Schicksal. So fand ich z. B. auch schon meinen tollen Zahnarzt! 🙂 Vielleicht habe ich ja nun auch beim Hausarzt Glück!

Meine Blutröhrchen durfte ich heute selbst ordentlich verpackt zur Post bringen. Mein Blut geht jetzt also auf die Reise nach Mainz, wo es eingehend untersucht wird.

Am Donnerstag erfahre ich den ersten Teil meines Blutbildes. Nächste Woche den eigentlich wichtigsten Teil – die Immunsystemuntersuchung! Ich bin sehr gespannt und habe gleichzeitig Angst davor…

 

 

5 Kommentare zu “Mein Besuch beim Vertretungsarzt

  1. Ich drücke Dir die Daumen, das endlich alles gut wird.

  2. Mella sagt:

    Na endlich kommt Schwung in die Sache und auch erst als ich gewechselt bin, ging es bei mir ja weiter. Melde dich auf jeden Fall, ggfs. per Mail
    LG Mella
    Ach übrigens, warum bist du da damals weg?

    • phoenics sagt:

      Hi Mella,
      ja ich bin froh, dass ich gestern wegen Urlaub meines Hausarztes zum Vertretungsarzt musste. Hatte auch sein Gutes.
      Ich bin damals von dem Arzt weg, weil die damals auch nicht mehr mit mir wegen Gastritis etc. weiter wussten. Ich erinnere mich noch, dass ihre Arztkollegin vor mir gesessen hatte und an ihren Fingernägeln knabberte, weil sie mit mir nicht weiter wusste. Das hat mich so geärgert, dass sie mir auch weder half noch irgendwas sagte, dass ich dort weg bin. Aber diese unfähige Ärztin ist nicht mehr in dieser Praxis, weshalb ich vorerst bei dem neuen Arzt bleibe. Hoffentlich hilft mir das wirklich.
      Bisher habe ich aber schon öfter den Hausarzt gewechselt. Anfangs machten sie mir alle immer Hoffnungen und dann wars das. Sie unternahmen nichts oder sie schoben es auf meine Psyche. Dabei habe ich es mit meinem Darm!!!
      Mal schaun, wie es weitergeht.
      Heute muss ich gleich zum MRT, dort wird mein Kopf wie jedes Jahr untersucht (Arachnoidalzyste wegen ihrer Größe, Tinnitus seit diesem Jahr).

      Wie geht es dir selbst?

      vlg phoenics 🙂

      • Mella sagt:

        Bei mir wie üblich unverändert. Ich weiß aber auch, dass ich einen Reizdarm habe und mir wenn dann alles auf den Bauch schlägt. Mein Mann bildet dann lieber eine neue Allergie, wenn sich unsere Psyche wieder beruhigt, dann ist alles i.O. Aber es ist trotzdem wichtig, dass der Bauch in Ordnung ist. Hoffentlich ist es diesmal besser! Bin schon neugierig, wie es weiter geht.
        LG Mella

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