Wurzens teuerster Dreckhaufen

Wurzen erhielt anlässlich des Städtewettbewerbes „Entente Florale“ eine neue Sehenswürdigkeit: Den Ringelnatzhügel am Rande des Alten Friedhofes (Grünanlage gegenüber des Bahnhofs).

Fotos vom 09.06.2012 – copyright Alexondra Cooper

Dieser Ringelnatzhügel mit einer weißen Silhouette aus Steinen von Joachim Ringelnatz wurde aus der Tasche der Steuerzahler bezahlt. Sage und schreibe 22.000 Euro mit einem Stundenlohn von 35 Euro je Stunde wurden für diesen bepflanzten Dreckhaufen investiert und vom Wurzener Bauhof umgesetzt. (LVZ berichtete) Meiner Meinung nach ein Stundenlohn der der reinste Wucher ist, selbst IT-Fachleute verdienen nicht so viel! Die meiste Zeit sah man nur die Leute vom Bauhof herumstehen und Nichts tun bzw. Rauchen und sich an irgendeinem Spaten o. ä. festhaltend.

Der Wurzener Bauhof erstellte eine Rechnung für das Anlegen dieses 5 Meter hohen Ringelnatzhügels, so dass 373,50 Stunden zusammenkamen, wobei je Stunde 35,00 Euro verlangt wurden. Das macht eine Gesamtsumme der Arbeitszeit von 13.072,50 Euro. Der Restbetrag zu den 22.000 Euro für diesen Hügel ist vermutlich durch die aufgeschüttete Erde sowie die Pflanzen angesetzt. Dennoch kann kaum ein Wurzener den extrem hohen Stundenlohn des Bauhofes nachvollziehen, der ziemlich überteuert ist!

Diese beiden Fotos entstanden am 09.03.2012 zu Beginn der Arbeiten.

Dieser Ringelnatzhügel sieht nicht schön aus und passt nicht nur meiner Meinung so gar nicht in das Wurzener Stadtbild. Er sieht einfach nur unschön aus und wird von vielen Wurznern daher auch nur Dreckhaufen genannt! Mit diesem hässlichen Berg hat sich Wurzen keinen Gefallen getan. Ich hoffe, dass dieses unschöne Element schnellstmöglich aus Wurzen ohne weitere Kosten für die Wurzener Steuerzahler entfernt wird und einer wirklich schönen und gemochten Wurzener Sehenswürdigkeit weicht.

Die unschöne Rückansicht des Ringelnatzhügels

Fotos vom 09.06.2012 – copyright Alexondra Cooper

Ich frage mich, was haben die Stadtväter und Planer dieses Hügels sich bei dieser Aktion und der damit verbundenen Geldverschwendung für den die Wurzener Steuerzahler aufkommen müssen, gedacht?

Zudem stellt sich für mich die Frage, wieso dieses Geld nicht in etwas Sinnvolleres gesteckt wurde? Es hätte z. B. eine schöne Skulptur aus Stein oder einem anderen witterungsbeständigem Material erschaffen/herangeschafft werden können, welche das Symbol oder das Motto der Stadt Wurzen widerspiegelt.

Ebenso hätte man diese 22.000 Euro Steuergelder lieber in den Ausbau von Kindergärten – also Wurzens Zukunft – stecken können oder den von der Stadt zu Unrecht weggerissenen Spielplatz an der „Gartensparte am Doktorteich e. V.“ und am Amselhahn investieren können, da dieser Spielplatz seit Jahrzehnten von Kindern und Erwachsenen genutzt wurde! Selbst ich spielte als Kind regelmäßig dort und tollte mit anderen Kindern unterschiedlichen Alters herum – ebenso mein Vater, Onkel und Großvater. Dieser Spielplatz war sehr beliebt bei jung und alt! Warum wurde dieser einfach entfernt? Die Kinder fühlten sich dort wohl und kamen immer wieder gern – auch, da sich das Wurzener „Dreibrückenbad“ auf dem Weg dorthin befindet. Ideal für Eltern und Kinder.

Doch seit einigen Wochen sind die Spielgeräte wie Klettergerüst, welches schon seit über 40 Jahren stand, Schaukel, Tischtennisplatte (von der Gartensparte übrigens gesponsort!), Fußballwand, Kreidetafel und weitere Spielelemente verschwunden. Ja, selbst das Schild des Spielplatzes ist abgebaut worden. Jetzt zieren nur noch Dreckflecke den ehemaligen Spielplatz und tränende Kinder- und Erwachsenenaugen blicken über diesen leeren Platz!

Wieso wurde dieser tolle Spielplatz, der immer wieder sehr gern von Kindern jeglichen Alters seit Generationen benutzt wurde, einfach entfernt?

Sollen die Kinder jetzt im Stadtzentrum z. B. im Rosenthal auf dem Spielplatz spielen, wo meist Säufer und Jugendliche sich gegenseitig mit Flaschen bewerfen und so sehr viele Glasscherben herumliegen? Kinder haben dort gar keine Chance Kinder zu sein, zu hoch ist die Gefahr sich an den Glasscherben zu verletzen oder gar von Jugendlichen und Säufern angepöpelt, wenn nicht gar Schlimmeres, werden? Auf diesem Spielplatz spielt schon längst kaum ein Kind mehr. Warum also wurde dieser Spielplatz beibehalten und dafür der wirklich ständig genutzte Spielplatz an der Gartensparte „Am Doktorteich e. V.“ entfernt?

Was haben sich auch hierbei die Stadtväter nur gedacht?

Ich liebe Wurzen, denn diese Stadt ist meine Heimatstadt. Dennoch kann ich die hier genannten Entscheidungen der Wurzener Stadtväter nicht nachvollziehen.

4 Kommentare zu “Wurzens teuerster Dreckhaufen

  1. Sabine sagt:

    Liebe Leser/Innen,

    ich komme ursprünglich aus Berlin, eine der grünsten Städte Europas und bin der Liebe wegen nach Wurzen gezogen.
    Mein Mann hat mir schon viel über Wurzen und seine Geschichte erklärt und auch ich muss sagen, dass die 22.000€ besser hätten angelegt werden können/sollen.
    Nun dreht sich hier in Wurzen wirklich sehr viel um Herrn Ringelnatz und wenn die wurzner Steuerzahler denn schon so viel Geld berappen müssen, dann doch bitte entweder für die Sanierung des Ringelnatzhauses, oder eben für Kitas, Spielplätze etc.
    Selbst die Straßen hätten mehr als nur eine Grunderneuerung nötig.

    Dieser sogenannte „Dreckhaufen“ ist fürchterlich und einfach nur hässlich anzusehen. Niemand kann etwas Sinnvolles damit anfangen und ich habe selten gesehen, dass eine Stadtverwaltung im wahrsten Sinne des Wortes so viel Geld in den Sand setzt.
    Ich frage mich, warum Bauarbeiter 35€ Stundenlohn kassieren (und ich habe die Arbeiter nie zu Gesicht bekommen!) und andere so viel weniger verdienen, obwohl sie wesentlich mehr leisten.

    Manch einer fragt sich jetzt sicherlich, warum gerade ich mich dazu äußere, da ich keine geborene Wurznerin bin, doch wenn man Ungerechtigkeit und sinnloses Geldverplempern sieht, dann sollte wirklich jeder/jede den Mund aufmachen und dies auch kundtun.

    Liebe Stadtverwaltung,

    schafft den Dreck weg, denn niemand braucht so eine Veschandelung seiner Umgebung und schon gar nicht, wenn dies nicht erwünscht war und ohne jede Zustimmung der Einwohner geschah.

  2. […] Brücken” entsorgt wurde, weil es angeblich zu viele Spielplätze in Wurzen gäbe (ich berichtete). Umso erstaunter war ich, als ich die Entstehung dieses Projektes in den vergangenen Tagen in […]

  3. […] “Drei Brücken” entsorgt wurde, weil es angeblich zu viele Spielplätze in Wurzen gäbe (ich berichtete). Umso erstaunter war ich, als ich die Entstehung dieses Projektes in den vergangenen Tagen in […]

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